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Die AfD in Sachsen-Anhalt wendet mit Erfolg eine Strategie an, die man aus Kriminalfilmen kennt. Der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gibt den "good cop", während der im Landesverband sehr mächtige Hans-Thomas Tillschneider den "bad cop" darstellt. Der eine ist für gute Stimmung zuständig, der andere mimt den rabiaten Kulturkämpfer. Zwischen beiden darf man keinen Unterschied vermuten, sie spielen zusammen. Für Kultur und Kirchen ist der "bad cop" der interessantere. Denn er gibt die hier entscheidenden Parolen aus.
Hans-Thomas Tillschneider wird sich nicht darüber beschweren können, dass Wikipedia ihn als "rechtsextremen Politiker" bezeichnet. Seit vielen Jahren ist er in rechtsextremen, rechtspopulistischen und neu-rechten Netzwerken aktiv. Was ihn dorthin gebracht hat, weiß ich nicht. Geboren wurde er in Rumänien, aufgewachsen ist er in Baden-Württemberg. Welche Einflüsse mag er zu Hause oder in seiner Jugend empfangen haben?
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Unterschätzen sollte man ihn nicht. Er ist ein ausgewiesener Islamwissenschaftler. Seine Doktorarbeit konnte er mit Hilfe eines Stipendiums der Deutschen Studienstiftung schreiben. Doch eine akademische Karriere scheint sich nicht ergeben zu haben oder von ihm nicht angestrebt worden zu sein. 2015 zog er aus Südwestdeutschland nach Sachsen-Anhalt und stieg aktiv bei der dortigen AfD ein, der er 2013 beigetreten war.
Er gehört also zu denjenigen hartrechten Aktivisten, die als Westimport nun ostdeutsche Politik machen. Wie er argumentiert, beziehungsweise eben nicht argumentiert, lässt sich gut in einem Podcast nachhören, den er jüngst empört abbrach, als Host Melanie Amann, die sich seit Jahren als Journalistin mit der AfD auseinandersetzt, hartnäckig bei ausweichenden Antworten nachhakte.
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