Illustration einer jungen Frau am Schreibtisch. Kopf aufgestützt. Im Hintergrund ist ein Hund zu sehen
Junge Frau leidet an Long Covid
Véronique Stohrer
Leben mit Long Covid
Denken geht, reden nicht
Was, wenn einem durch Long Covid andere Menschen schwer erträglich werden, man aber trotzdem das Gespräch sucht? Die Schriftstellerin Eva Meijer hat sich in dieser misslichen Lage toten Philosophen zugewandt – und Antworten erhalten.
Eva MeijerIrwan Droog
15.11.2023
9Min

Im Moment spreche ich lieber mit Toten als mit ­Lebenden. Sie sind ruhiger, weniger penetrant, ­haben keine so großen Erwartungen an mich. Und es sagt mir zu, mich mit nicht ganz Anwesenden zu umgeben, da ich selbst nicht ganz anwesend bin. Denn ich bin krank. Ende September vorigen ­Jahres bekam ich Corona und bin noch nicht davon genesen. Mein Allgemeinzustand war gut, ich war nie krank, und ich war vollständig geimpft, aber dem Virus ist das egal.

Zu meinen Symptomen gehört: Ich tue mich schwer mit Menschen. In den ersten drei Monaten war Duschen die größte Qual, jetzt ist es das ständige Reden. Menschen sind laut, wuseln herum, wollen beachtet werden. Viele nehmen ihr Gegenüber kaum wahr. Ich habe nicht die Kraft, mehr als einmal zu sagen, dass ich krank bin, und das reicht nicht aus, um sie zu zügeln. Lange konnte ich nur schwer stehen, aber wenn ich das in einer Runde sagte, hörten die Leute trotzdem nicht auf, mir die Ohren vollzuquatschen. Anfangs erklärte ich, warum. "Du siehst aber gut aus", wurde dann oft entgegnet. Daher meide ich Menschen, abgesehen von ein paar vertrauten Freunden. Auch in geschriebener Form.

Eva MeijerIrwan Droog

Eva Meijer

Eva Meijer, ­geboren 1980, ist eine nieder­ländische ­Schriftstellerin und Philosophin. Für ihre Romane, Gedichte und ­Kurzgeschichten hat sie zahlreiche Preise gewonnen. Gerade ist ihr ­neuer Roman "­Vorwärts" auf Deutsch ­erschienen (btb, 256 Seiten, 15 Euro).

In den ersten Monaten war jede Textnachricht wie ein Hammerschlag, inzwischen kann ich wieder ganz gut mailen. Doch in meinem Posteingang wollen alle was, und fast keiner bringt eine Gegenleistung. Wenn ich ­schreibe, dass ich krank bin, schicken sie einfach eine erneute Anfrage. Mit den Toten ­meine ich ­übrigens vor allem tote Philosophen. Ich ­habe nämlich schon das Bedürfnis, im Dialog darüber zu bleiben, wie die Welt beschaffen ist, was sich unmittelbar hinter der Wirklichkeit verbirgt. Ein Dialog mit toten Kollegen verläuft nicht viel anders als mit den lebenden. Da geht es um Fragen und Antworten – ich nehme eine Frage mit zu einem Text von ­Wittgenstein, der Antworten liefert, woraufhin ich ­meine Gedanken berichtige. Jedes Mal, wenn man zu einem Text zurückkehrt, erzählt er einem etwas Neues. Philo­sophie besteht darin, die Gegenwart zu begreifen und zu ­wissen, wie man in Zukunft handeln sollte, aber vor allem in der Rückkehr. Zu Texten, Ideen, der Stimme eines Philosophen, den man mag.

Lebenden Kollegen kann ich schreiben, und wir können so gemeinsam weiter nachdenken, aber das ändert nichts daran, dass ich aus ihren Antworten eigene Antworten herausdestillieren muss.

"Ich brauche die Stille"

Auf diese Weise lesen und schreiben zu können, hört sich vielleicht idyllisch an – Zeit zum Denken zu haben ist ein großes Privileg, ein Luxus, den Kranke mit kleinen Kindern oder einer Arbeit, die ihre Anwesenheit erforderlich macht, nicht haben. Mir steht es frei, eine Zeit lang ­keine Lesungen aus meinen Büchern abzuhalten und mich an der Universität rarzumachen. Aber das ist auch notwendig. Weil ich so empfindlich auf Geräusche und Trubel reagiere, brauche ich Stille.

Die Stille ermöglicht mir einen besseren Blick auf das Skelett der Wirklichkeit, aber das hat auch etwas Beängs­tigendes. Also muss ich darüber nachdenken. Und ich möchte verstehen, wie das Leben funktioniert, damit ich es auf eine gute Art leben kann. Außerdem habe ich gar nicht so viel Zeit.

Long Covid ist ein demokratisches Leiden, ­insofern als alle Aktivitäten gleichermaßen mühsam sind: ­staubsaugen, Tee kochen, essen, telefonieren, eine Runde mit dem Hund gehen, eine Kolumne schreiben. Anfangs konnte ich nur ein paar Dinge pro Tag tun – selbst das Wasserlassen kostete mich Mühe.

Ein Mangel an Kraft, ein Mangel an Flexibilität

Jetzt scheinen die Tage wieder wie früher zu sein, nur verlangt mir alles viel mehr ab. Am schönsten sind ­Aktivitäten mit ruhiger Konzentration. Romane oder Gedichte schreiben, zeichnen, spazieren gehen. ­Kombinierte Aktivitäten, zum Beispiel mit einer Reise und mit ­Menschen, oder essen und mich unterhalten, muss ich ­dosieren. Man nennt es Müdigkeit, aber das wird der Schwere nicht gerecht. Worum es sich handelt, ist ein Mangel an Kraft und ein Mangel an Flexibilität (um Eindrücke zu verarbeiten und loszulassen). Und es kostet mich noch größere Mühe als ohnehin schon, die Welt von mir fernzuhalten. "I’m just living on nerves and feelings", wie Joni Mitchell in "People’s Parties" singt. Das solide Grundgerüst fehlt.

Da ich viel zu Hause bin, schauen auch die bekannten Toten, die aus meinem eigenen ­Leben, häufiger vorbei. Die Toten sind ­weniger still, als wir gemeinhin glauben. Die belgische Philosophin Vinciane Despret legt in "Au bonheur des morts" dar, dass die Auffassung, unsere Toten verschwänden und es gäbe eine scharfe Grenze zwischen Leben und Tod, ein Irrtum ist. Auch in Gesellschaften wie der unseren, in denen wenig mit den ­Toten gesprochen werde, würden sie unter uns ­bleiben. Manchmal kehrten sie in ­Träumen zurück, manchmal in Geschichten, die von ­Generation zu Generation weitererzählt werden. Manchmal erschienen sie als Schmetterling oder als ein Geräusch.

Despret hat mit den verschiedensten Menschen gesprochen, um zu untersuchen, wie wir besser mit den Toten leben ­können. Den Auftakt in ihrem Buch macht ein Journalist, der Briefe an seinen toten Sohn schreibt, um selbst weiterleben zu können, aber Despret erzählt auch von Menschen, die als Medium die Geschichten der Toten für die Lebenden übersetzen, und von Geisterscheinungen. Eine ­Freundin von ihr wurde jede Nacht von ihrem verstorbenen Mann besucht, bis sie ihm eines Nachts sagte, es sei schon schlimm genug, dass er weg sei, und er müsse sich entscheiden: Leben oder Tod. In der darauffolgenden Nacht blieb er fern. Darüber hinaus hat Despret in Büchern und Filmen recherchiert, wo Geister selbst in Gesellschaften, in denen die Leute im Allgemeinen nicht an sie zu glauben behaupten, beliebte Protagonisten sind. Vielleicht, weil sie illustrieren, wie anwesend die Abwesenheit eines Menschen sein kann. ­Tote bleiben zum Beispiel präsent, wenn die Lebenden ihre Projekte oder Gewohnheiten übernehmen.

"Ich finde es nicht schlimm, krank zu sein"

Ich habe voriges Jahr weiße Dr. Martens gekauft, weil mein Vater die immer trug. Mein Vater fotografierte, und ich sehe bei Straßenszenen genau, welchen Bildausschnitt er für sein Foto wählen würde. Bei Hund Olli, meinem großen Freund, der im April gestorben ist, steht bisher noch der Verlust der Nähe im Weg. Aber auch in der Ferne ist er trotzdem bei mir, genau wie die anderen toten Tiere, die mir einmal nahe waren. Heftige Trauer ist in meinem derzeitigen Zustand übrigens nicht förderlich für mein Nervenkostüm. Ich weine also nur in Maßen.

Die Nähe der Toten macht auch deutlich, dass das ­eigene Leben nicht vom Tod getrennt ist, dass sich die Zeit auf- und abspulen lässt. Das Ende des Fadens ist dein Ende (das kein Ende ist). Es wartet schon auf dich. Und dein früheres Selbst ist schon ein Geist in deinem Leben, jemand, der noch in der Zeit existiert, aber nicht mehr mit dabei ist. Von solchen Geistern schreibt Patti Smith in ihrer Autobiografie "M Train", einem Buch, in dem alles zugleich geschieht und dennoch verloren geht. Viel scheint nicht zu passieren. Patti Smith streift durch die Welt, trinkt ­Kaffee, grübelt, schaut Krimis. Tote Schriftsteller kehren ebenso wieder wie verstorbene Ge­liebte, in Träumen und Geschichten, in ­ihren Gedanken, aber dennoch bleiben sie fort. Kunst ist wirklicher als das Leben, sowohl die von Patti Smith als auch die anderer, aber sie fängt lediglich ein, was war, sie bringt es nicht zurück. Weiterleben ist immer eine Frage von Loslassen und Festhalten, illustriert Patti Smith, und gelegentlich ereignet sich doch auch etwas Schönes.

Ich finde es nicht schlimm, krank zu sein. Durch meine Depression habe ich gelernt, dass es besser ist weiterzumachen, als mich damit aufzuhalten, wie ich mich fühle. Ich meine nicht, dass man weglaufen sollte, sondern dass man ruhig weitergeht und währenddessen erspürt, was los ist. So wie die Stoiker sagen, dass man ertragen muss, was man nicht ändern kann. Und wie der Taoismus darauf hinweist, dass alles dazugehört. Tiere machen es auch so. Kranke und alte Mäuse halten sich an ihre gewohnten ­Abläufe, bis es wirklich nicht mehr geht.

Vieles von dem, was wichtig erscheint, ist eigentlich nichtig

Ich habe außerdem nicht die Kraft, mich ausdrücklich wie eine Kranke zu verhalten. Nach vier Wochen regte eine Freundin eine Physiotherapie an, aber zu der Zeit ging noch nicht mal das Zähneputzen. Und mit einer Physiotherapeutin muss man auch reden. Nach sechs Wochen war ich in der Lage, zum Hausarzt zu gehen. In der Praxis wurde ich damit konfrontiert, dass ich zuerst ein Gespräch mit einem Arzt haben sollte, der Niederländisch lernen musste, dafür war eine Viertelstunde veranschlagt, und danach würde er, um zu üben, dem Hausarzt erläutern, was ich ihm erzählt hatte.

Ich sagte zur Arzthelferin, dass ich das gern tun ­würde, aber nicht fähig sei, gleich zwei Gespräche zu führen, doch das fand kein Gehör. Also unterbreitete ich dem freundlichen Arzt so klar und deutlich ich konnte, was mir fehlte, wonach er es dem Hausarzt berichtete. Die Übung war ­offensichtlich bitter nötig. Es dauerte geraume Zeit, bis ­alles geklärt war und wir dazu kamen, meine Beschwerden zu besprechen. Das ist zwar nicht schlimm, aber mein Problem war ja gerade, dass so etwas ein Problem für mich war. Ich habe daher auf die ärztliche Versorgung verzichtet. Es fällt mir leichter, die Fachliteratur zu konsultieren, und darüber hinaus mache ich mit Adrienne und Kassandra Yoga mittels Youtube. Es ist schon komisch, dass mein Körper so viel Raum einnimmt, wobei ich mit komisch auch unangenehm meine.

Widrigkeiten zwängen uns dazu, uns auf uns selbst zu besinnen, schreibt Rousseau, einer meiner Lieblingstoten, in "Träumereien eines einsamen Spaziergängers". Vielleicht mache sie das für die meisten Menschen so unerträglich, fügt er hinzu. Aber wenn sich die Zeit verlangsamt, tut sich auch eine Öffnung dafür auf, das, was ist, anders zu sehen. Weil ich mich nicht im Strom des Alltäglichen bewegte, kamen mir ein paar gute Ideen. Und Warten verlängert die Erfahrung, wodurch das unter den Erfahrungen aufschimmernde Leben stärker in den Vordergrund treten kann. Das legt nahe, dass vieles von dem, was wichtig erscheint, eigentlich nichtig ist.

Im Kapitel "Der fünfte Spaziergang" seiner "Träumereien" schreibt Rousseau von seinem Aufenthalt auf der Petersinsel im Bielersee, Schweiz. Er verbrachte dort zwei Monate, als er sich nach der Veröffentlichung seines Buches "Émile" genötigt sah, aus Frankreich zu fliehen. Auf der Insel verzeichnet er die dort wachsenden Pflanzen, geht spazieren und rudert mittags auf den See hinaus, um sich in seinem Boot auszustrecken und zu träumen. Das Tagträumen macht ihn glücklich, ebenso wie die Landschaft (und die Gründung einer Kaninchenkolonie auf einem kleinen Eiland). Glück sei nicht so etwas wie Freude, schreibt er, sondern vielmehr ein Zustand, der durch die Abwesenheit von Leidenschaften gekennzeichnet sei. Nichts als das Gefühl zu existieren, wozu man nur sich selbst brauche.

Dieses Kapitel ist eine Insel in dem Buch, das ansons­ten vorwiegend davon handelt, welche Schwierigkeiten sich Rousseau im fortgeschritte­nen Alter stellten, und seinen Beweggründen ­dafür, sich aus der Menschengesellschaft zurückzuziehen. Was die Philosophie betrifft, ist er ambivalent – die Gelehrten seiner Zeit hätten seiner Meinung nach wenig davon verstanden, weil sie ihr Denken nicht aufrichtig durchlebten, weil Fragen sie nur als intellektuelles Rätsel interessierten. Zugleich hilft das Denken ihm, am Ende seines Lebens ­seine Haltung zu bestimmen. Nicht als Vorbereitung auf das Sterben, sondern in Bezug auf Leben und Tod zugleich. Da sei kein so großer Unterschied. Er nennt Geduld, Aufrichtigkeit, Milde, Ergebenheit und Unparteilich­keit als für ihn zählende Tugenden. An Geduld hätte ich nicht so schnell gedacht, aber in letzter Zeit entkomme ich ihr nicht.

Seit ein paar Tagen kann ich wieder aufrecht gehen. Ich saß und ging am liebsten gebeugt, und ich schreibe diesen Text nicht an meinem Schreibtisch, sondern halb auf dem Sofa liegend. Irgendwann werden die Lebenden wohl wieder in einer Weise in Erscheinung treten, die zu ertragen ist. Bis dahin habe ich die Toten, die auf ihre Art verlässlich sind. Ich brauche nur ruhig weiterzuleben.

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Ach Eva Mejier, so viel Kopf, so wenig Glaube, Liebe, Hoffnung. Ich bin richtig Traurig nach dem lesen Ihrer Zeilen. Bitte fühlen Sie sich im übertragenen Sinne in den Arm genommen.

Und Sie glauben das Sie die Antworten auf die Fragen Ihres Lebens in den Schriften von Toten finden den Lebenswandel dieser Meschen zu kennen? Naja, ich habe, nach diesem Kriterium unterscheidend, eine Menge Schriften aussortiert. Denn Rousseau und seine Definition von Glück ist doch sehr subjektiv und sollte eigentlich Fragen aufwerfen. Wollen Sie das einfach nur deshalb widerspruchslos für sich gelten lassen weil es in einem Buch stand? Wenn ja, dann gehen wir andere Wege beim erlernen von Sekundärerfahrungen.

Und dann habe ich noch eine literarische Empfehlung für Sie, das Buch Hiob. Eventuell haben Sie ja eine Bibel zuhause, wenn nicht bekommen Sie leicht ein Exemplar im Netz. Ich will Ihnen nicht zu viel verraten, aber an der ein oder anderen Stelle könnten Sie etwas herauslesen das Ihnen in Ihrer Situation bekannt vorkommt. Ist schnell gelesen für eine Büchernärrin wie Sie es zu sein scheinen, 3 Stunden wenn Sie sich Zeit lassen. Am einfachsten ist es zu verstehen wenn Sie zuvor den heiligen Geist um Hilfe beim Textverständnis bitten. Auch ein solches Gebet ist schnell gesprochen, wirkt aber erstaunlicherweise Wunder.

Bleibt mir noch Ihnen baldige Genesung zu wünschen, und das die Wolken über Ihrem Leben sich wieder in Sonnenschein verwandeln. Herzliche Grüße aus dem Welt der Lebenden, Dietmar

Antwort auf von Dietmar (nicht registriert)

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Nach dem Lesen Ihrer Schilderung, wie Sie sich mühsam in und aus Ihrer Depression zu befreien versuchen und es immer weiter zu gelingen scheint, muss ich Ihnen meine Hochachtung aussprechen vor dem Mut, der Sie nicht aufgeben lässt. Dazu braucht es weder Gebet noch heiligen Geist, das ist Ihre menschliche Leistung, wer auch immer Sie vielleicht dazu auch unterstützt. "Wer die Vergangenheit nicht kennt, den kann es die Zukunft kosten" - mit diesem mit unbekannten, aber mehrmals genannten Zitat hadere ich seither. Aber Sie zeigen dass es eine Chance ist, im Dialog mit Vergangenem Gegenwart zu meistern und Zukunft vorzubereiten. Auch als Theologe würde ich selbst nicht zum Buch Hiob greifen, da eröffnen sich vermutlich zuviele Fragen, die ich vorher gar nicht hatte und die gar nicht meine eigentlichen Fragen sind. Vor allem gilt für mich: ich nehme Ihre Schilderung als persönliches Zeugnis an und maße mir nicht an, Ratschläge geben zu wollen, denn es gibt genug schlechten Rat der eben Schläge ausführt. Was wiederum nur die "Beratenen" beurteilen können und niemand sonst.
Kurz und schließlich: Ihre Kraft erstaunt, ich wünsche Ihnen weiterhin viel davon!
Und auch wenn es altbacken und als old-style erscheinen mag: in der Bedeutung des Wortes grüße ich Sie hochachtungsvoll!
Werner Müller-Geib

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Stellt Ihnen ein Mitmensch diese Frage, dann wird Ihre Antwort mit Sicherheit die Empfehlung enthalten die Waschanleitung auf dem jeweiligen Wäschestück zu beachten. Jeder von uns heute Lebenden ist mit Systemen vertraut, nutzt diese jeden Tag. Eine Waschmaschine ist so ein System, erdacht um einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Und Wir, die dieses System nutzen, halten uns an die Vorgaben des Herstellers um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Keiner von Uns wäre erstaunt das eine Missachtung der Vorgaben nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt, und schon gar nicht das eine Zweckentfremdung ohne befriedigendes Ergebnis endet. Wenn Sie an Letzterem zweifeln sollten, dann versuchen Sie doch einfach mal mit ihrer Waschmaschine Kaffee zu kochen.

Die Bibel beschreibt ein System, die Schöpfung und die Interaktion der Geschöpfe mit Ihrem Schöpfer. Und diese Gebrauchsanweisung gibt klar vor das die zielführende Nutzung einer bestimmten Vorbereitung bedarf. Genau so wie das lesen der Waschanleitung auf dem Kleidungsstück idealer Weise dem Waschvorgang vorausgeht. Es ist das Gebet um Verständnis, welches nur der heilige Geist erfüllen kann. Ohne Gebet können Sie die Bibel genau so sinnvoll nutzen wie Ihre Waschmaschine wenn Sie einen Kaffee wünschen.

Das Buch Hiob ist für Menschen die unverschuldet in Not geraten sind ein großer Trost. Es handelt von einem Mann, der alles verloren hat. Einem Mann der in der Asche sitzt und von Krankheiten geplagt wird. Einem Mann dessen Ehefrau Ihm den Suizid empfiehlt. Einem Mann dessen Freunde außer kluge Worte nichts für Ihn haben. Und es handelt von einem Mann der dies alles übersteht. Per aspera ad astra sozusagen.

Sicher, wenn Sie dieses Buch aus dem falschen Blickwinkel angehen werden Sie diesen Trost nicht finden. Aber würden Sie sich beschweren wenn Sie einen Wollpullover mit dem Kochprogramm Ihrer Waschmaschine schrumpfen? Oder würden Sie vielmehr den Fehler bei sich selbst suchen bevor Sie die Waschmaschine reparieren lassen? Wahrscheinlich würden Sie, bevor Sie einen Techniker rufen, einen Freund fragen wie man den Wäsche wäscht.

Wieder möchte ich Ihnen meine Grüße und den Wunsch nach dem Segen des Herrn in Ihrem Leben senden. Dietmar

Lieber Dietmar, ich empfehle Matthäus 21,18-22 genauestens zu lesen und zu überdenken, dann wird sicher auch klar, warum Jesus allein keine Erlösung/Überwindung bringen konnte/kann, bzw. warum und was der Glaube und das Gebet der "einzelnen" Menschen nichts bringt/ist.
Ich jedenfalls erkenne den Frust des Jesus darin sehr deutlich, und zwar nicht nur weil er grad mit den Geldwechslern im Tempel Klartext gesprochen hatte.

Antwort auf von Horst O. (nicht registriert)

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Verstehe ich Ihre Schlussfolgerung nicht. Die von Ihnen genannte Bibelstelle und auch die entsprechende Parallelstelle in Markus 11, 12-14 habe ich gelesen. Es gibt Deutungen für dieses Ereignis, einige davon sind mir bekannt. Und ich freue mich sehr das der Erlöser selbst folgende Worte in dem von Ihnen zitierten Text spricht:

"Ihr werdet alles bekommen, wenn ihr im festen Glauben darum bittet."

Und jetzt sagen Sie das genau das Gegenteil der Fall sein soll. Würden Sie mir bitte Ihre Gedanken erläutern? Mich würde das jedenfalls sehr freuen. Eventuell können wir dann gemeinsam lernen diese Stelle im richtigen Blickwinkel zu sehen.

Viele Grüße, und den Wunsch nach dem Segen des Herrn für Ihren Tag, sendet Ihnen Dietmar

Antwort auf von Dietmar (nicht registriert)

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"Ihr werdet alles bekommen, wenn ihr im festen Glauben darum bittet."

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre!?

Die Bedingung, für die volle Kraft des Geistes / des Zentralbewusstseins, ist das GANZHEITLICH-EBENBILDLICHE Wesen Mensch, zweifelsfrei-eindeutig und somit wirklich-wahrhaftig im Sinne von KONFUSIONIERTER Vernunftbegabung (seit "Vertreibung aus dem Paradies"*) zu FUSIONIERTER Gott/Vernunft, OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, also OHNE jegliches Ränkespiel.

Ein weiterer Hinweis: Johannes 4,24

Und wenn Mensch es nicht schafft: Jesaja 55,8-11 [...] denn es kann auch ein anderes ganzheitlich-ebenbildliches Wesen sein ("Raum und Zeit sind relativ").

*Mensch erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung, in die Konfusion des geistigen Stillstandes (göttliche/vernünftige Sicherung vor dem Freien Willen).

Sie empfinden die Erkenntnis faulender Zähne, nachlassender Sehkraft, und dünner werdender Frisur als Fortschritt? Denn anstatt im Allerheiligsten von Gottes Schöpfung, dem Garten Eden, ein ewiges Leben in Sorglosigkeit als Repräsentant des Herrn zu verbringen ist der Mensch, dank dieses Sprunges, gezwungen mit der biologischen Endlichkeit seiner Existenz zurecht zu kommen. Betrogen durch den buchstäblich ältesten Trick der Geschichte verließ er auf schwitzenden Füßen und mit faulig riechendem Atem Gottes Nähe, um zukünftig von Sorgen und Leid geplagt einem endlichen Leben entgegen zu gehen!

"R" - Evolution, hier verwende ich den oben gekauften Buchstaben. Das war es was die Schlage im vollen Bewusstsein ihrer Handlung im Sinn hatte. Sie täuschte Ihre Freundin Eva, diese täuschte in eben diesem vollen Bewusstsein Adam. Und Sie alle revoltierten gegen Gottes Gebot. Die Ausrede, das dies im gegenseitigen Einverständnis geschehen sei, hören Sie regelmäßig bei Missbrauchsfällen. Strafmildernd für den bewusst Handelnden ist es nicht. Die Menschheit wurde betrogen und für fremde Ziele ausgenutzt. Doch ganz liebevoller Vater der er ist, ließ Gott die nicht mehr Unschuldigen nicht im Stich. Zuerst nähte er Ihnen Kleider, dann opferte er seinen Sohn um Ihnen Rettung zu ermöglichen.

Sie Wollen Evolution?

Nun, die können Sie haben! All Jene, die Jesus mit Ihrem Munde bekennen, und mit Ihrem Herzen lieben, werden das ewige Leben haben. Und dieses ewige Leben werden Wir in einem neuen Körper verbringen. Das wird wahre Evolution sein! Kein vergiftetes Geschenk wie es die Selbsterkenntnis ist.

Gottes Segen wünschend grüßt Sie
Dietmar

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Für Eva:

"Ich habe mich so oft gefragt, ob nicht gerade die Tage, die wir gezwungen sind, muessig zu sein, diejenigen sind, die wir in tiefster Tätigkeit verbringen?
Ob nicht unser Handeln, selbst wenn es später kommt, nur der letzte Nachklang einer grossen Bewegung ist, die in untätigen Tagen in uns geschieht?
Jedenfalls ist es sehr wichtig, mit Vertrauen muessig zu sein, mit Hingabe, womöglich mit Freude." (Rainer Maria Rilke)

Viel Glück, beim Finden des Weges ausserhalb "individualbewusster" Konfusion und wettbewerbsbedingter Symptomatik.