Seine beste Freundin hat ihn angezeigt. Tom Varrel* hatte der Freundin USB-Speichersticks mit selbst gedrehten Videos gegeben. Dachte er. Aber auf einem Stick waren Fotos eines Kindes in Reizwäsche. Die Freundin zeigte ihn an. Tom Varrel bekam eine Anklage zugestellt. Darin steht, das Mädchen habe für die Kamera "in sexuell aufreizender Haltung posiert". Solche "Posingbilder" sind verboten.
Mittlerweile hat Tom Varrel das Gerichtsverfahren hinter sich. Er sagt: "Ich wurde behandelt wie ein Monster." Ja, er habe eine pädophile Neigung, aber er sei kein Monster. Er sei nie übergriffig geworden. Er habe so viele Strategien dagegen entwickelt, dass er nun geradezu ein Experte für die Verhütung von sexuellem Kindesmissbrauch sei. Das ist dann auch der Grund, warum er sich an chrismon wendet: Er möchte sein Wissen über Kinderschutz verbreiten.
Aber die Funde auf dem Stick und seinem Computer? Die, antwortet er, seien "ein blödes Versehen". Man müsse nicht seine Existenz als Schulbegleiter vernichten. Sind das die Ausflüchte eines Ertappten, oder ist da was dran?
Tom Varrel ist ein freundlicher Mann Ende vierzig, etwas stämmig, schütterer Kinnbart, praktische Schuhe, Sweatshirt, Jeans. Unauffällig. Auffällig dagegen seine Höflichkeit. Auch Musik, Spiritualität und Soziales sind ihm wichtig. Klamotten und Autos dagegen vollkommen egal.
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Erwachsene, die sich sorgen um ein Kind, eine jugendliche Person oder die einen Verdacht haben, können sich an das Hilfeportal sexueller Missbrauch wenden: www.hilfe-portal-missbrauch.de und 0800 - 22 55 530
Hilfe (und Therapie) für Menschen, die sich zu Kindern hingezogen fühlen oder die so jemanden kennen: www.kein-taeter-werden.de
"Wir sind auch Menschen" ist eine Gruppe von Menschen mit pädophiler Neigung, die den Konsum von Missbrauchsdarstellungen strikt ablehnen und erst recht Sexualität mit Kindern/Jugendlichen: wir-sind-auch-menschen.de
Hallo, Überlebender!
Danke erst einmal dafür, dass Sie Herrn Varrel nicht angehen. Er hat seine Videos für andere Pädophile gemacht, und womöglich leistet er da tatsächlich Aufklärung. Das kann ich letztlich nicht beurteilen.
Ich kann mir das durchaus vorstellen, dass es für Sie schwierig ist, diese unsere Titelgeschichte zu sehen. Wissen Sie, wir schreiben seit über 20 Jahren wieder und wieder über die Betroffenen von sexualisierter Gewalt, sie kommen bei uns in großen Titelgeschichten zu Wort. Da fanden wir, dass wir einmal auch einen Text über einen pädophil veranlagten Mann bringen können, der einen langen Weg zurückgelegt hat und nun keine Missbrauchsdarstellungen mehr konsumiert. Und der weder in dieser noch in anderer Weise zum Täter werden möchte.
Weil Sie meinten, man hätte die Geschichte doch viel kürzer machen können und dazu mehr Hilfsangebote und Studien stellen können: Ich bin mir nicht sicher, ob dann so viele Menschen den Text gelesen hätten und die vielen Informationen, die darin ja AUCH stecken, aufgenommen hätten. Menschen wollen Geschichten von anderen Menschen lesen.
Unter den Text hatten wir auch ein paar Hilfsangebote gestellt, womöglich sind die untergegangen. Vor allem empfehlen wir das Hilfeportal sexueller Missbrauch: www.hilfe-portal-missbrauch.de und 0800 - 22 55 530. Und für Menschen, die sich zu Kindern hingezogen fühlen oder die so jemanden kennen: www.kein-taeter-werden.de.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
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Antwort
Manchmal ist kurze Geschichte besser und viele Statement von Studien in Reportage hilfreicher in schreibform!) . Die links kann man in Chrismon Magazin nicht anklicken. Nur mal als Hinweis.
Ich sehe als Überlebener/Betroffener und auch weitere die hier schreiben.
Das bei Ihnen Kritik apperlt.
Genau das ist auch das Problem mit sexuelle Gewalt in Kirche allgemein.
( Kath und Ev Kirche)
Da könnte einiges dazu schreiben....
Ich persönlich war ca 25 Jahre in Selbsthilfe tätig.
Ich bin Sprachbehindert und habe als behinderter Spursinn gelernt.
Ich kann zwischen Zeilen lesen.
Viele Grüße
Überlebener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche
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Zwischen den Zeilen?
Sie können zwischen den Zeilen lesen? Was steht denn dort? Ich kann nicht zwischen den Zeilen lesen. Ich kann nur das lesen, was auf den Zeilen steht. Und mir dann meine Gedanken dazu machen. Und darüber mit anderen reden, die das auch interessiert.
Was lesen Sie zwischen meinen Zeilen?
Fritz Kurz
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Antwort auf Fritz Kurz: Nicht
Antwort auf Fritz Kurz: Nicht schwer zu erraten: Perversion, Bosheit, der Wille, zu zerstören.
In aller Unschuld : nun sind Sie dran.
Zu Ihrer Information: Es gibt Menschen, die nicht nur das lesen, was " auf den Zeilen steht", sie haben viele Gedanken, nehmen Rücksicht auf andere, sind daher auch, manchmal, weniger " mutig ", ( ein inflationär benutztes Wort, leider ), sie sind sensibel, leichter also auch einzuschüchtern, durch Gestalten ohne jede gute emotionale Regung, außer dem eigenen Egomanen Wesen, so lehrt es, leider, die Erfahrung. Um hier nur die augenfälligeren Eigenschaften zu nennen.
Ich könnte dazu noch viel mehr sagen, aber das muss für den Augenblick genügen.
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Antwort
Herr Kurz was meinen Sie damit???
(... Was lesen Sie zwischen meinen Zeilen?.... )
Ich glaube kaum das ich, Sie in meinen Kommentar erwähnt habe.
Fühlen sich irgendwie Angesprochen??
Eigentlich wollte das so stehen lassen und garnicht Antworten.
Meine Erfahrung in ( Selbsthilfe)
Viele Grüße
Überlebener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche
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Alles in Ordnung!
Lieber Herr Überlebener,
keine Sorge, Sie müssen auf überhaupt nichts antworten, worauf Sie nicht antworten wollen. Wir sind hier erfreulicherweise weder in der Schule, noch bei der Polizei, auch nicht vor Gericht oder bei irgendwelchen Gutachtern, Behörden oder Ärzten.
Das hier sind die Kommentare von Lesern der Zeitschrift chrismon. Wer Lust hat und auf Leute trifft, die auch diskutieren wollen, kann das machen. Wer nicht mag, lässt es einfach bleiben.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie doch noch Erfolg haben beim Kampf um den Zaster!
Beste Grüße
Fritz Kurz
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Zerstörungswille
Das ist natürlich kein schöner Zug von mir, pervers zu sein, zerstören zu wollen und das alles noch zwischen die Zeilen meiner Kommentare zu schreiben. Was oder wen will ich denn zerstören? Alle Menschen? Oder nur die chrismon-Leser? Oder wie?
Von Herrn Überlebender würde ich weiterhin gerne erfahren, was er zwischen meinen Zeilen liest.
Fritz Kurz
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Mutiger Artikel - jedoch zu erwartetende Kommentare
Sehr geehrtes Team von Chrismon, hier ist Ruby, die von Ihnen im Artikel erwähnte "junge Frau" und Mitgestalterin der verlinkten Seite "Wir sind auch Menschen".
Vielen Dank an Ihr Team, insbesondere an Frau Christine Holch, für die Veröffentlichung dieses mutigen Artikels. Und natürlich auch ein großes Dankeschön an Tom Varrel für den Mut seine Geschichte zu erzählen, obwohl ihm sicher klar gewesen ist, welche Reaktionen er unter Umständen dadurch auch erhalten wird. Ich denke dieses Interview ist eine Bereicherung, gerade in Anbetracht der Artikel die sonst zu dieser Thematik veröffentlicht werden.
Dem Kommentar von Frank Denker weiter unten kann ich an dieser Stelle nur beipflichten.
Es ist gerade in der heutigen Zeit enorm wichtig, dass es Artikel wie diese gibt und, dass sich pädophile Menschen äußern können, auch wenn das meist nur anonymisiert möglich ist, einfach um zu zeigen, dass wir nicht irgendwelche ominösen Schattengestalten sind, sondern Menschen mit Gefühlen und Moral, wie die meisten anderen auch.
Ich wünsche sowohl Frau Holch, als auch Tom Varrel, dass sie es schaffen, sich weiterhin so kritisch mit sich selbst und ihren Einstellungen auseinanderzusetzen und zu ihren Ansichten stehen, auch wenn sie dadurch manchmal Gegenwind aushalten müssen - das gleiche versuche ich auch.
Mit freundlichen Grüßen
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Artikel wie diese sind mutig und wichtig
Ich möchte an dieser Stelle Danke sagen!
Danke an Frau Holch für diesen wichtigen, mutigen und lesenswerten Artikel über ein Thema, zu dem es sehr wenige wichtige, mutige und lesenswerte Artikel gibt.
Und danke an Tom Varrel, für den Mut seine Geschichte zu erzählen und für seinen Einsatz - gegen Hass und Vorurteile und für den Schutz von Kindern.
Für mich ist es sehr schade zu sehen, dass dem Artikel sofort Verharmlosung vorgeworfen wird, nur weil er zeigt, dass auch Pädophile erstmal normale Menschen sind, mit Stärken und Schwächen, mit Mitgefühl und Moral, sprich allem, was einen Menschen ausmacht. Von denen, die dies (Mitgefühl und Moral) nicht haben, liest man schließlich fast täglich. Ist es da wirklich eine solche Zumutung, auch nur ein einziges Mal einen differenzierteren Blick auf das Thema zu werfen?
Verharmlosung wäre es, wenn man schreiben würde, dass Kinder Sex mit Erwachsenen wollen würde. Oder wenn man schreiben würde, dass es keine Pädophilen gibt, die Kinder missbrauchen. Beides wurde in diesem Artikel nicht getan. Die Kritik daran kann ich daher beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Ich hoffe, dass dieser Artikel nicht der letzte seiner Art ist. Das Thema Pädophilie differenziert zu betrachten, ist wichtig - für Betroffene und meiner Ansicht nach auch für den Schutz von Kindern.
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Antwort
Vielleicht versteht ihr mich jetzt als Überlebener Betroffener der sexuelle Gewalt in Ev Kirche erfahren hat.
Es geht mir nur um die Zusammensetzung der Reportage in Chrismon Magazin.
Ich hätte mir mehr Selbsthilfe und Beratung stellen in 7 Seiten gewünscht.
Wo Betroffene die Pädophile Neigung haben Hilfe suchen können mit evt Studien
Ich habe mal als Überlebener im Netz gesucht.
Ich hoffe die eine Seite ist seriös, ich vermute aber das ist auch?!
Zum Beispiel
https://wir-sind-auch-menschen.de/therapie
Zum Beispiel
https://www.caritas.de/fuerprofis/fachthemen/sexuellermissbrauch/kein-taeter-werden
Und evt 1 Seite Prävention Plakat
Wie schon geschrieben habe wünsche Tom Varrel das gute Freunde und Partnerin hat.
Die ihn auf sein weg unterstützen.
Vllt hilft dir auch in eine Selbsthilfe Gruppe
Dein Youtube Kanal kann nicht beurteilten ob der gut oder schlecht ist.
Ich habe als Überlebener nicht Nerv mich dort triggern zulassen.
Das sollen andere Beurteilen ob OK ist.
Ich komme selber von Selbsthilfe, jeder der Hilfe sucht oder andere hilft ist für mich Hilfreicher Mensch.
Mir Persönlich hat extrem getriggert als Chrismon Magazin in Waz Zeitung gesehen habe.
Ich habe dieses Magazin zum ersten Mal gesehen und mir angeschaut.
Ich war auch enttäuscht 2022 im Dezember lehnt ev Kirche mein Antrag des Leids ab ( 2 Tage vor 1 Advent kam Email) Dann im Januar erscheint der Artikel in Chrismon.
Ich hätte mir Chrismon Reaktion bißchen Feingefühl mit Betroffene die sexuelle Gewalt in Kirche erlebt haben gewünscht nicht gerade jetzt 8 Seiten zuschreiben.
Mehr Infos in Schriftform von Beratungsstellen, Selbsthilfe und Studien und 3 Seiten von Tom Varrel. So hatte mir dehn Inhalt gewünscht.
Viele Grüße
Überlebener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche
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Nachdem ich mir den Text "
Nachdem ich mir den Text " Schieb den Gedanken nicht weg " durchgelesen habe, bin ich davon überzeugt, dass mich das Thema absolut nicht mehr interessiert.
Frau Lisa Paus handelt nicht FÜR Familien, sondern Gegen :
" Familienministerin Paus (Grüne) fordert, Paragraph 218 des Strafgesetzbuches zu streichen, der Abtreibungen unter Strafe stellt. Härter in die Mangel nehmen will sie Abtreibungsgegner, die Schwangere vor Kliniken von einem Eingriff abbringen wollen. "
Für mich stellt sich tatsächlich auch die Frage, die Herr Schweiger in seinem letzten Kommentar gestellt hat :
Was will der Staat ?
Glaubt Frau Paus, oder die Regierung an sich, dass Schwarz - Weiß Lösungen besser sind ?
Ich finde, das persönliche Betroffenheit kein guter Ratgeber in der Politik ist.
Dieses Thema ist für mich nun abgehackt.
Durch Umkehrung der Realität erreicht man keine Besserung der Umstände, eher dann schon eine Relativierung.
Wenn man alle für schuldig erklärt , fassen sich dann auch alle an die eigene Nase ?
Wohl kaum.
Ich habe zum Thema eine andere Meinung.
Will der Staat Geld sparen, um es an anderer Stelle auszugeben ?
Frau Holch deutete so etwas an.
Zitat von " Überlebener ":
" Die meisten Taten passieren in unserer unmittelbaren Nähe, durch Menschen, die die Kinder gut kennen: in der Familie, in der Nachbarschaft oder bei Freizeitaktivitäten( Kirche, Kinderheime Schwimmverein u.s.w , Kindergarten, Ev Pfadfinder.... "
Es ist wohl demnach wirklich besser, wenn man also durch Abtreibung die Ausbreitung ungeliebter Kinder verhindert ?
Ich denke vor allem, dass sich die Redaktion mit diesem Thema ein christliches EIGENTOR geleistet hat. .
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