Gemeinsam durchs Leben
Deep Talk: Wie kriegen wir das hin?
Echte Verbundenheit, gute Gespräche, Wärme: Der Soziologe Janosch Schobin erklärt, wie gute Freundschaft funktioniert
Zwei junge Menschen umarmen sich fest. Sie sind am Strand im Hintergrund geht die Sonne unter
Wieviel Nähe jemand möchte, können einsame Menschen manchmal schwer einschätzen
Sina Preischat/plainpicture
Lino WimmerLisa Bittner
30.07.2026
7Min

chrismon: Früher habe ich mit meinen engen Freunden mehr erlebt: erste Male, Urlaube, Krisen. Wenn wir uns heute treffen, so mit Anfang 30, reicht die Zeit oft nur, um uns auf dem Laufenden zu halten. Sollte mir das Sorgen machen?

Janosch Schobin: Nicht wirklich. In dieser Lebensphase wandeln sich die Bedürfnisse und damit auch die Freundschaftsnetzwerke. Häufig vertiefen Menschen dann ihre Partnerschaften, werden die engsten Freunde füreinander. Dadurch geben wir tatsächlich Freundschaften auf, lernen aber auch die Freunde des Partners kennen. Ob das gut gelingt, hat übrigens statistisch einen Einfluss darauf, ob die Beziehung am Ende hält.

Ähnlich ist es bei Kindern, auch die kosten unsere Freundschaften etwas. Und wer keine Partner oder Kinder hat, der entwickelt oft andere Bedürfnisse, was dann auch zu anderen Freundschaften führt.

Das kann man auch beunruhigend finden.

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