Im Winter können Honigbienen nicht mal eben raus - in der Kälte würden sie erstarren. Also behalten die Bienen im Winter ihre Verdauungsrückstände über Wochen in der Kotblase. Die ist am Ende fast so groß wie der Hinterleib. Aber auch Bienen müssen mal aufs Klo. Wenn es mindestens zehn Grad sind und dazu noch die Sonne scheint, starten Honigbienen zum "Reinigungsflug". Sie erleichtern sich draußen.
Zu Hause setzen sie sich dann wieder auf die sogenannte Wintertraube: Im Winter bilden die Bienen um die Bienenkönigin herum eine riesige Kugel. Innen ist es mit mindestens 25 Grad knuffig warm, außen wird es immer kälter. Die äußeren Bienen wirken wie Dämmmaterial. Zum Wiederaufwärmen wandern sie langsam von außen nach innen. Die inneren Bienen sind die Heizung: Sie lassen ihre Brustmuskulatur vibrieren. Die Flügel haben sie vorher sozusagen ausgekuppelt. Im Winter werden dann auch die Honigvorräte allmählich aufgefressen.
Das Leben einer Biene im Winter ist vielleicht ein bisschen fad, aber dafür nicht annähernd so strapaziös wie das Leben einer "Sommerbiene" - die lebt vor lauter Stress nur ein paar Wochen. Stress ist: die Brut füttern, bei fast jedem Wetter raus und Pollen und Nektar sammeln, neue Waben bauen mit körpereigenem Wachs, das in kleinen Wachsplättchen aus Drüsen ausgeschieden wird, ein kräftezehrender Prozess ... Die im Herbst geschlüpften "Winterbienen" dagegen werden fünf, sechs Monate alt.
Im März geht’s wieder los mit dem Geschrei. Dann nisten Kolonien von Saatkrähen in hohen Bäumen wie Platanen oder Pappeln. Wer gesellig ist, hat nun mal viel zu schwätzen. Die Saatkrähe gilt als "ruffreudig". Besonders häufig zu hören ist das heisere, leicht genervt klingende "Kaaah" oder "Kraaaah", auch gern "Gäh". Überhaupt ist der Vogel kontaktfreudig: Man begrüßt sich mit Verbeugungen, spielt miteinander Schaukeln auf Zweigen.
Anwohnende sind oft genervt. Aber nach etwa zwei Monaten ist alles vorbei: Die Jungen sind flügge, die Vögel verteilen sich in der Gegend. Nur abends kommen sie noch zusammen, natürlich mit viel Hallo, auf sogenannten Schlafbäumen. Ein bisschen so wie auf Klassenfahrt abends in der Jugendherberge. Vielleicht steigt die Sympathie für diese Vögel, wenn man weiß, dass sie Langzeitehen eingehen? Das schaffen ja nicht mal Schimpansen (immerhin Menschenaffen).
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Machen die auch Schäden in der Landwirtschaft? Ja, aber wohl nicht so viele, wie man denkt, wenn man die Vögel auf einem Acker rumlaufen sieht. Saatkrähen fressen nämlich am liebsten Wirbellose wie Schnecken, Käferlarven, Würmer - nach denen suchen sie auch auf Äckern, nehmen dabei aber auch Saatkörner oder sogar Keimlinge mit. Mittlerweile werden Maiskörner oft gebeizt, zum Beispiel mit einer Chili-Eukalyptus-Mischung, das schmeckt den Krähen dann bäh.
Wie unterscheidet sich die Saatkrähe von der Rabenkrähe? Die Saatkrähe hat einen unbefiederten Schnabelansatz, man sieht da eine graue Hautpartie. Bei der Rabenkrähe dagegen wachsen Federchen bis zum Ansatz des Schnabels.
Sieht man im Winter riesige Gruppen auf einem ihrer "Schlafbäume" sitzen, sind das Überwinterungsgäste aus dem Osten und Norden Europas. "Auf keinen Fall entsprechen die hohen Zahlen am Schlafplatz dem örtlichen Bestand", sagt der Naturschutzbund NABU. Im Winterhalbjahr treffen sich viele Rabenvogelarten aus einem großen Einzugsgebiet zum gemeinsamen Übernachten an Massenschlafplätzen. Das hat nämlich Vorteile: Die Vögel sind sicherer, sie erfahren von guten Nahrungsplätzen und können Partner finden.
Aber warum sind die überhaupt in Wohngebieten? Weil es auf Großparkplätzen oder bei Schulen reichlich Essensreste zu finden gibt. Und in gemähten Grünanlagen stochern die Krähen im Boden nach Kleinlebewesen.
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Mittlerweile weiß man, was nicht hilft gegen die Kolonien. Zum Beispiel das Stören der Brütenden - dann verlängert sich das Brutgeschäft nur. Ebenfalls kontraproduktiv: einen Baum mit Nestern abzusägen. Dann teilt sich die Kolonie, besiedelt einen weiteren Standort - und dort kommen dann auch die Junggesellen und Junggesellinnen, die in diesem Jahr keinen Nistplatz gefunden hatten, zum Zuge. Auch Jagd bringt nichts. Die Saatkrähen lernen daraus und siedeln sich dann immer häufiger innerhalb von Ortschaften an, da dort nicht geschossen werden darf.
Hilfreicher dagegen: keine großen offenen Anlagen von Kompost und anderer Biomasse. Mehr Bäume in der freien Landschaft. Und Gelassenheit.
Jetzt schon losblühen? März ist kein guter Zeitpunkt: Die Sonne ist noch schwach, die Temperaturen schwanken. Aber im Wald legen die Blumen schon mal los. Nur wer schnell ist, wird was im Wald. Denn jetzt gelangt noch Sonnenlicht auf den Waldboden, später, wenn die Bäume ihre Blätter entfalten, ist es am Boden zu dunkel, um Photosynthese zu betreiben und zu blühen. Denn Blüten auszubilden, das kostet viel Energie. Diese temporeiche Strategie beherrscht zum Beispiel das gelbe Scharbockskraut oder das weiße Buschwindröschen oder der Hohle Lerchensporn, der gleich viele violette wie weiße Blüten hat.
Wenn ab Mai das Laubdach geschlossen ist, sterben die meisten der Frühblüher oberirdisch ab, das Laub verwelkt. Aber im Boden leben sie weiter: Dort haben sie besondere Speicherorgane - Zwiebeln oder verdickte Wurzelstöcke oder Knollen. In diesen Speichern lagern die Pflanzen in den wenigen Wochen Wachstum Energievorräte ein, etwa in Form von Stärke. Diese Energie kann dann im nächsten Frühjahr sofort verbraucht werden, wenn schnelles Wachstum gefragt ist.


