Illustration, Mann wird mit Hausstand überrumpelt
Lisa Rienermann
Soziale Kontakte
Muss ich dem alten Freund dauerhaft helfen?
Ein Freund von früher hat niemanden mehr. Eine kurze Unterstützung ist in Ordnung. Aber was, wenn er künftig immer mehr Hilfe braucht?
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01.05.2026
2Min

Jens M. aus Bad Homburg fragt:

Ein früherer Freund, mit dem ich kaum noch zu tun hatte, hat mich aus dem Krankenhaus angerufen. Er sei plötzlich krank geworden, ob ich mich um seine Wohnung und die Katze kümmern könne? Ich scheine sein letzter sozialer Kontakt zu sein, war drei Wochen lang jeden zweiten Tag in der Klinik und bei der Katze. Nun befürchte ich, er erwartet, dass ich künftig wieder einspringe. Das erdrückt mich. Wie soll ich mich verhalten?

Stefanie Schardien antwortet:

Da reicht man den kleinen Finger, und der andere nimmt die ganze Hand. Vielleicht haben Sie dieses Sprichwort im Hinterkopf. Ihr Einsatz war wirklich spontan und weitreichend für die eingeschlafene Freundschaft. Womöglich ist Ihre zunächst bloße Vermutung, er würde in Zukunft nicht nur nach einem oder mehreren Fingern, sondern nach der ganzen Hand greifen, aber schon berechtigt: Denn um seine sozialen Kontakte scheint es schlecht bestellt, wenn er Sie für eine doch recht persönliche Unterstützung hinzugezogen hat.

Möchten Sie also weder unbarmherzig künftige Anfragen einfach ablehnen noch altruistisch alle möglichen weiteren Dienste übernehmen, dann machen Sie es doch wie der barmherzige Samariter aus der Bibel. Der ließ den Verletzten nicht allein auf dem Weg zurück und brachte ihn zu einem Haus, in dem er gepflegt wurde.

Verteilen Sie die Hilfe auf mehrere Schultern: Fragen Sie zum Beispiel bei der örtlichen Diakonie nach Möglichkeiten, Ihren Freund in weiteren Notfällen zu unterstützen. So werden Sie entlastet von der intensiven Einbindung, die Sie belastet, und umgekehrt bekommen Sie vielleicht auch wieder Freude daran, ab und zu auf einen freundschaftlichen Besuch vorbeizuschauen.

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