Die Entdeckung der Langsamkeit ist naturgemäß eine zeitraubende Angelegenheit. Kiliii Yüyan ist ein preisgekrönter chinesisch-amerikanischer Fotograf mit indigenen Wurzeln. Er lebt im traditionellen Land der Duwamish bei Seattle. 20 Jahre lang fuhr und baute er Kajaks nach der Methode seiner Vorfahren, danach entdeckte er die Fotografie. Mit der Kamera ist er viel am Polarkreis unterwegs - oft monatelang. Er besucht dort indigene Gemeinschaften, die ihn an seine Herkunft erinnern. Er sei geradezu eine "arktische Persönlichkeit", sagte er in einem Interview.
Für Magazine wie National Geographic, Time Magazine oder Wired versucht er, die eisgekühlte Schönheit und Stille im nördlichen Alaska einzufangen und muss sich dafür dem Tempo der Ureinwohner anpassen. Er begleitet sie in ihrem Alltag, beim Kajakfahren und Kochen, beim Fischen und beim Walfang.
Für dieses Foto ging er mit dem Iñupiat Larry Lucas Kaleak aufs Eis, der seine Aufmerksamkeit wiederum einer anderen, noch fremderen Welt schenkt. Mit seinem Paddel lauscht er dem betörenden Gesang der Bartrobben.
Kiliii Yüyan fotografiert nicht nur, sondern hat auch den Gesang der Bartrobben aufgezeichnet. Bei "National Geographic" können Sie reinhören, etwa über Spotify oder Youtube.

