Kirche und AfD
Diskussionen statt moralische Appelle
Von den evangelischen Kirchenvertretern gibt es bisher kein gemeinsames Papier gegen die AfD. Ist das ein Versäumnis?
Eine Frau betritt eine Kirche, die mit einem Schild 'Offene Kirche' zum Besuch einlädt
Eine einladende Kirche
picture alliance/Zoonar
Tim Wegner
07.05.2024
2Min

In Deutschland stehen rund 45.000 Kirchen. Theoretisch könnte auf jedem Kirchendach eine Flagge wehen mit der Botschaft: Die AfD ist eine in Teilen rechtsextreme Partei, sie richtet sich gegen die Demokratie, schadet Deutschland und ist mit einem modernen, aufgeklärten und liberalen Christentum nicht vereinbar. Aber wäre das ein angemessenes Signal? Gesendet von den Kirchendächern?

Die Massendemonstrationen gegen die sogenannte "Remigration" haben gezeigt, wer in diesem Land die Mehrheit ist, und sie haben der AfD geschadet. Die Partei, die von sich behauptet, für die schweigende Mehrheit zu sprechen, musste zur Kenntnis nehmen, dass sie doch eher für eine schreiende Minderheit spricht.

Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben im Februar ein Schreiben veröffentlicht, in dem sie erklärten, dass die AfD für Christen nicht wählbar ist. Sofort forderten etliche in und außerhalb der evangelischen Kirche: Wir brauchen so was auch von den evangelischen Kirchenleitenden. Aber nein, das brauchen wir nicht.

Der Protestantismus lebt von den einzelnen Gläubigen. Worte des kirchlichen Führungspersonals sind manchmal ganz nett, manchmal aber auch eher peinlich. Wie die Polterei von Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch Ende April, der gefordert hat, AfD-Mitglieder und sogar AfD-Sympathisanten zu entlassen. Das war vielleicht gut gemeint, aber sicher schlecht gemacht. Moralisch aufgeladene Appelle laufen sowieso ins Leere. Die Ablehnung der AfD muss aus der eigenen Überzeugung heraus kommen und darf nicht verordnet sein.

"Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan", schrieb Martin Luther. Er meinte damit: Der Glaube macht frei, sich ohne Angst und auch ohne Hintergedanken dem Nächsten zuzuwenden. Weil es nicht nötig ist, sich moralisch zu beweisen, können Gläubige sich in dieser Welt frei für ihre Überzeugung einsetzen.

Ist die Kirche zu politisch? Lesen Sie hier!

Es gibt allerdings Protestanten und Protestantinnen, die der Meinung sind, die politischen Positionen der AfD passen zu ihren christlichen Überzeugungen. Wie kann das sein? Gerade sie sollte man in den Gemeinden ansprechen und mit Gegenargumenten konfrontieren. Sie sollen erklären, wie sie Hass und Hetze mit ihrem Christentum zusammenbringen. Kampf gegen die AfD braucht Mut, daher müssen wir uns zusammenschließen, vor Ort, in den Gemeinden – wir alle sind gefragt. In jeder Gemeinde Diskussionen, an jeden Kirchturm eine Fahne: Gegen die AfD!

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Politische Parteien sollten nicht wie feindliche Gesinnungskader agieren, sondern als PARTner im demokratischen Prozeß der Gestaltung unseres öffentlichen Leben. Sachliche Auseinandersetzungen sind gefragt, Hysterie, Hass und Verteufelung des Gegners sollte man unterlassen. Hirtenbriefen gehören der Vergangenheit an; das politische Gewissen verträgt keine Gängelung. Reden wir miteinander! So wird sich Spreu vom Weizen trennen.

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Die AfD ist eine Partei der wettbewerbsbedingten Symptomatik, die wie alle anderen Parteien des nun "freiheitlichen" Wettbewerbs auch um die stumpf-, blöd- und wahnsinnige Deutungshoheit ringt - Eine Deutungshoheit die offensichtlich immer dem zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des überall stets GLEICHERMAßENEN imperialistisch-faschistischen Erbensystem entspricht, zynisch, ignorant-arrogant im jeweiligen "Recht des Stärkeren" bei gleichermaßen unverarbeitet-gepflegter INSTINKTIVER Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem "Individualbewusstsein", also ganz und garnicht im Sinne des ganzheitlich-ebenbildlichen Wesens Mensch, wie es die Schöpfung von uns fordert, damit Mensch ...

Diese AfD, wie alle anderen Parteien, gehören eingefangen und überzeugt, für ein wirklich-wahrhaftig befriedendes und zweifelsfrei-eindeutige Gerechtigkeit in einem globalen Gemeinschaftseigentum "wie im Himmel all so auf Erden", OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik, OHNE heuchlerisch-verlogene Schuld- und Sündenbocksuche, OHNE einen Wachstumswahn in "Ökonomie" von unternehmerischen Abwägungen zu "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei" - Es ist nicht nur genug für alle da, es ist auch alles besser für uns und die Umwelt zu organisieren, wenn Leistungsgerechtigkeit von und für ein Gemeinschaftseigentum OHNE druckerzeugende Ränkespiele stattfindet.

Ich sehe sogar wieder Frachtsegler auf dem Wasser, oder VIELE frohe und verantwortungsbewusste Menschen mit Pferden auf den Äckern, wo man Maschinen gegen eine irrationale Gewinnsucht weglassen kann.

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Ich bin froh, dass meine katholische Kirche sich klar zu ihrer Gesinnung bekennt.
Ich müsste sie sonst verlassen, denn rechte Gesinnung ist für mich nicht diskussionswürdig.
Schade, dass die evangelische Kirche so furchtbar inkonsequent, vergesslich, und zudem noch ignorant ist.

Wir glauben alle an einen Jesus und lesen dieselbe Bibel, aber menschlich scheinen da Abgründe zu klaffen.

Ein seltsamer Glaube ist das !

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