Wie ein Pädophiler nicht zum Täter werden will
Wenn es Liebe ist, ist es kein Missbrauch, dachte er
Ein Mann ist pädophil. Er tut alles dafür, nicht übergriffig zu werden. Wie macht er das? Eine Geschichte mit vielen Zumutungen.
Wenn es Liebe ist, dann ist es kein Missbrauch, dachte er. "Ein ganz gefährlicher Satz", sagt er heute. Dieser Satz stammt von Tom Varrel, der pädophil ist, aber Strategien entwickelt hat, um nicht zum Täter zu werden.
Dieser Satz stammt von Tom Varrel, um den es in diesem Text geht. Er ist pädophil und hat Strategien entwickelt, um nicht zum Täter zu werden.
chrismon
Tim Wegner
02.01.2023
20Min

Seine beste Freundin hat ihn angezeigt. Tom Varrel* hatte der Freundin USB-Speichersticks mit selbst gedrehten Videos gegeben. Dachte er. Aber auf einem Stick waren ­Fotos eines Kindes in Reizwäsche. Die Freundin zeigte ihn an. Tom Varrel bekam eine Anklage zugestellt. Darin steht, das Mädchen habe für die Kamera "in sexuell aufreizender Haltung posiert". Solche "Posingbilder" sind verboten.

Mittlerweile hat Tom Varrel das ­Gerichtsverfahren ­hinter sich. Er sagt: "Ich wurde behandelt wie ein ­Monster." Ja, er habe eine pädophile Neigung, aber er sei kein Monster. Er sei nie übergriffig geworden. Er habe so viele Strategien dagegen entwickelt, dass er nun geradezu ein Experte für die Verhütung von sexuellem Kindesmissbrauch sei. Das ist dann auch der Grund, warum er sich an chrismon wendet: Er möchte sein Wissen über Kinderschutz verbreiten.

Aber die Funde auf dem Stick und seinem Computer? Die, antwortet er, seien "ein blödes Versehen". Man müsse nicht seine Existenz als Schulbegleiter vernichten. Sind das die Ausflüchte eines Ertappten, oder ist da was dran?

Tim Wegner

Christine Holch

Christine Holch musste ihren ganzen Mut zusammen­nehmen, um sich mit Tom Varrel über seine pädophile Neigung zu unterhalten. Sie sagte ihm auch, wenn es sie schauderte oder wenn sie zweifelte. Diese Ehrlichkeit fand er gut.

Tom Varrel ist ein freundlicher Mann Ende vierzig, etwas stämmig, schütterer Kinnbart, praktische Schuhe, Sweatshirt, Jeans. Unauffällig. Auffällig dagegen seine Höflichkeit. Auch Musik, Spiritualität und Soziales sind ihm wichtig. Klamotten und Autos dagegen vollkommen egal.

Er wohnt in einer eigenen Wohnung im Haus seiner Eltern in einer Kleinstadt. Die Eltern, Kunstlehrerin und Ingenieur, sind in Rente. In der Ecke des elterlichen Wohnzimmers ruht ein großer alter Hund. Die Fenster gehen zu einem eingewachsenen Garten. Tom Varrel hat seinen Eltern früh von seiner pädophilen Neigung berichtet. ­Damals war er Mitte zwanzig und studierte auf Lehramt.

"Hände weg von Kindern", sagte ihm seine Mutter

Ja, sie hätten über die pädophile Neigung diskutiert, sagt die Mutter, eine muntere Frau. "Das zeichnet unseren Sohn aus: dass er alles sagt, was er denkt und was er tut. Er trägt sozusagen sein Herz offen durch die Gegend. Was ihm nicht immer bekommt. Bei uns kann er es ja machen." Sie habe ihm gleich gesagt: Die Hände weg von Kindern!

Heute ist Tom Varrels Freund Andreas* zu Gast, ­Varrel nennt ihn "Urfreund", weil sie sich schon mit 13 be­freundeten. Andreas ist Personalentwickler und Familien­vater. Auch er weiß von Toms Neigung. Er erinnert sich, was er zu Tom sagte: ",Egal welche Gesichtsausdrücke die Kinder auf kinderpornografischen Bildern haben mögen, das ist mit viel Leid für die Kinder verbunden – Tommy, das ist ein gefährlicher, ein unguter Weg!‘ Aber bei allem, was Tom mir erzählte, hatte ich nie Anlass, alarmiert zu sein." Er habe den Freund stets als sehr respektvollen ­Menschen erlebt.

Tom Varrel ist dem Freund und seiner Mutter bis heute dankbar, dass sie ihm zuhörten, ohne Ekel oder Angst, ihm aber auch beharrlich Contra gaben. "Denn es gab schon eine gefährliche Phase in meinem Leben."

Er sei einer "tückischen Illusion" aufgesessen: Er glaubte, dass einvernehmliche Sexualität mit Kindern durchaus möglich sei, nämlich zärtlich und niemals gegen den Willen des Kindes. Bei ihm würden Kinder nicht leiden. Sowieso: Wenn es Liebe ist, dann ist es kein Missbrauch, dachte er. "Ein ganz gefährlicher Satz", sagt er heute.

Ist einvernehmlicher Sex mit Kindern möglich?

Ist einvernehmlicher Sex zwischen Kindern und Erwachsenen möglich? Nein, sagt Christian Stahl, davon habe er noch nie gehört. Stahl ist Sozialpädagoge beim Caritas-Therapiezentrum "Neue Wege" in Bochum. "Wenn wir in der Kinderschutzambulanz mit den Opferkindern arbeiten, da finden wir das immer wieder, dass es ein ­inneres Nein gibt."

Kinder sind neugierig, und sie suchen Nähe, sagt der Pädagoge, aber sie wollen nicht mit der sexuellen Lust ­Erwachsener konfrontiert werden. Wenn ihnen – eine ­typische Täterstrategie – gesagt werde: "Wie groß du schon bist, wie besonders du bist!", dann seien sie gern bereit zu allem Möglichen, sagt Christian Stahl, "und dann kriegen sie oft nicht schnell genug mit, wann es für sie eklig wird, wann es für sie unbegreiflich wird, wann so ein komisches Warnen kommt – und das kommt bei den meisten Kindern."

Aber warum sagen Kinder denn nicht Nein? Weil sie das nicht können. Die Psychotherapeutin Anna Konrad vom Projekt "Kein Täter werden" an der Charité in ­Berlin demonstriert das manchmal den pädophilen ­Teilnehmern ihrer Therapiegruppen. Sie fragt, ob sie sich auf eine Übung einlassen würden und setzt sich dann sehr nah neben einen Patienten. Grenzüberschreitend nah. Und ­warum sagt der nichts? "Na ja, Sie sind die Therapeutin, Sie werden schon wissen, was Sie tun." Genau so geht es Kindern: Der ist doch der Erwachsene, der wird schon ­wissen, was er tut, da kann ich doch jetzt nicht . . .

Der Missbrauch stört alle späteren Beziehungen, sagt ­Sozialpädagoge Christian Stahl. "Spätestens, wenn ich ­jugendlich bin und meine Sexualität ausprobiere, sind die alten Bilder wieder da. Man wünscht sich Intimität mit Freund oder Freundin, aber dann hat man plötzlich Panik- oder Ekelgefühle oder auch Gewaltfantasien und ist zu Tode erschrocken: Was ist mit mir? Wieso fühle ich mich auf einmal angegriffen?"

"Ich las einen Opferbericht nach dem anderen"

All das wusste Tom Varrel damals nicht, als junger Mann, als er in der "gefährlichen Phase" war. Aber dann stolperte er zufällig über eine Opferseite im Internet, auf der sich einst missbrauchte Menschen austauschten. ­ "Ich las einen Opferbericht nach dem anderen – und das Grauen ist langsam in mich reingesickert."

Schließlich war in ihm diese Entscheidung herangereift: Die pädophile Neigung möchte er niemals in der Rea­lität ausleben. Und er will auch keine Kinderpornografie mehr nutzen, er will nicht Mittäter sein, indem für sein Interesse Kinder missbraucht werden. Mit dem Hammer zertrümmerte er die CDs mit den Missbrauchsdarstellungen. "Als ich an die Schule ging, stand meine Mauer", sagt er. Inzwischen war er nämlich ausgebildeter Lehrer.

Ja, geht das denn: Eine pädophile Neigung haben, sie aber nicht auszuleben?
Natürlich geht das, sagen die Menschen mit pädophiler Neigung, die die Website "Wir sind auch Menschen" betreiben. Sie fühlen sich zu Kindern vor der Pubertät hingezogen, lehnen aber Sex mit Kindern strikt ab, ebenso Missbrauchsdarstellungen.

"Wir sind auch Menschen"

Sie geben gern Auskunft, aber die Frage, ob sie ihre Neigung in Zaum halten können, nervt sie auch. Sie seien doch keine triebgesteuerten Tiere, sondern könnten ­ihre Sexualität genauso kontrollieren wie nicht pädophile Menschen auch. So wie die Neigung zu Frauen nicht jeden Mann automatisch zu einer "tickenden Zeitbombe" mache. Auch Langzeitsingles würden gemeinhin nicht als Gefahr angesehen. "Männer vergewaltigen in der ­Regel keine Frauen, Pädophile vergewaltigen in der Regel ­keine Kinder." Sonst wäre ja jeder eine Gefahr, der sich Sex mit einer anderen Person wünscht und diesen nicht bekommt.

Außerdem: "Masturbation kann durchaus erfüllend sein, schließlich sind der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt", schreibt eine pädophile junge Frau. Wer in der Lage sei, einen Film von der Realität zu unterscheiden, schaffe das auch bei seinen sexuellen Fantasien.

Wie viele Männer trotz pädophiler Neigung nie zum ­Täter geworden sind, hat der Wissenschaftler Alexander Schmidt im Team mit anderen herausgefunden, mit der weltweit größten derartigen Studie: Sie haben nämlich rund 9000 deutsche Männer mit Hilfe eines Marketinginstituts gefunden und online zu ihrer Sexualität befragt. Ein repräsentativer Querschnitt – "das sind unsere Mit­bürger", sagt Schmidt. Den Männern wurde absolute ­Anonymität zugesichert, auch wenn sie von Straftaten berichten sollten.

Viele Männer mit pädophiler Neigung werden nie Täter

4,1 Prozent der Männer räumten ein, sich in ihrer ­Fantasie Sex mit Kindern vor der Pubertät vorzustellen. Die meisten dieser Männer hatten aber keine sexuellen Kontakte zu Kindern, sie sahen sich auch keine Missbrauchs­abbildungen an. Kurz: Viele der Männer mit pädophilen Neigungen werden nie Täter. "Das ist doch für den Laien verblüffend", meint Forscher Alexander Schmidt.

Allerdings ist nicht jeder pädophil Veranlagte von ­derart vielen Kindern umgeben wie Tom Varrel in der Schule. Er wechselte den Beruf, ist jetzt Schulbegleiter, weil ihm der Lehrerjob nicht zusagte: "Ich kann nicht sechs Stunden am Tag Funken aus diesem grauen Stoff schlagen." Jetzt steht er während des Unterrichts Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf zur Seite; das bringe ihm weniger Geld, aber mehr Freude. Weil seine Schützlinge ihn nicht die ganze Zeit benötigten, sei er auch für die restliche Klasse da.

Regel 1: Niemals mit einem Kind flirten

Sein "Werkzeugkasten" voller Regeln helfe ihm, mit den "Anfechtungen" umzugehen, sagt er. Regel Nummer 1 ­laute: Niemals einem Kind Komplimente machen, niemals flirten, auch nicht spielerisch. Wenn ihn ein Mädchen frage, wie es aus­sehe, dann antworte er als "freundlicher Kühlschrank", etwa so: "Ja, der liebe Gott hat dir Schönheit geschenkt."

Regel Nummer 2: nur höchst achtsame Berührungen. Wenn ein Kind sich an ihn lehnt, ihn umarmt – es gab zum Beispiel eine Schülerin, die es zu Hause und in der Schule schwer hatte und die jeden Tag erst einmal eine Umarmung brauchte –, dann achte er darauf, dass seine Berührung nur Nähe und Wärme vermittle und dass das Kind sich jederzeit aus der Berührung lösen könne.

Regel Nummer 3: Sollte er doch mal ein Begehren ­spüren, dann konzentriere er sich auf all die anderen ­Seiten dieses Mädchens – er freue sich an ihren Gedanken, ihren Talenten, ihrem Witz, dem Vertrauen, das sie ihm schenkt. Er nehme die Verletzlichkeit des Kindes wahr – "das ist wie eine unantastbare Aura", sagt er. Der erotische Aspekt trete dann völlig in den Hintergrund.

Und wo immer es ihm im privaten Umfeld möglich schien, hat er von seiner Neigung erzählt – das binde ihn zusätzlich, denn er wolle die anderen ja nicht enttäuschen, die Eltern, die Freunde, die Partnerin.

Ach, er hat eine Partnerin?

Ach, er hat eine Partnerin? Ja, hat er, eine 60-Jährige, die er sehr liebe. Tom Varrel fühlt sich – wie die meisten pädophilen Männer – sexuell nicht nur zu Kindern hingezogen, sondern auch zu Erwachsenen.

Mit einer pädophilen Neigung zu leben, ist durchaus ein Schicksal. Pädophile sind womöglich die meistgehasste Menschengruppe. Es gibt Studien, da wünschen bis zu einem Viertel der Befragten auch jenen Pädophilen den Tod, die noch nie straffällig geworden sind, und rund 40 Prozent finden, man sollte diese Menschen vorsorglich einsperren.

Schwer, sich nicht selbst zu hassen

Schwer, sich da als Mensch mit pädophiler Neigung nicht selbst zu hassen. Genau das steht am Anfang der Therapien beim Netzwerk "Kein Täter werden": dass man sich nicht mehr abwertet für sein sexuelles ­Interesse, für seine Fantasien. "Denn die Gedanken sind frei", sagt ­Psychotherapeutin Anna Konrad von der Charité, ­"Fantasien an sich schaden niemandem."

Manches Mal fließen auch Tränen, viele sagten: "Wieso hab ich das? Wieso hab ich diese Ansprechbarkeit auf Kinder? Das ist doch ungerecht!" Niemand sucht sich diese Neigung aus. Die sexuelle Erregbarkeit durch Kinder ist so unabänderlich wie Hetero- oder wie Homosexualität. Man muss mit dieser sexuellen Orientierung leben lernen, ohne anderen zu schaden.

Genau das wollen die Männer lernen, die freiwillig, also nicht vom Gericht geschickt, in die Therapiegruppen des bundesweiten Projekts "Kein Täter werden" kommen. Männer mit Berufen wie Medienmanager, Verkäufer, Regisseur, Fernfahrer, Lehrer, Informatiker. Manche sind Väter und wollen klarkriegen, welche Berührung okay ist und welche nicht.

Warum hat man der Tochter in dieser Situation über den Kopf gestreichelt? Es hilft dann, rät Anna Konrad, die eigenen Motive zu klären: "Wie wäre es, wenn das ein Junge wäre? Hätte ich als heterosexueller Mann ihm genauso über den Kopf gestreichelt?"

"Ich bin nie Täter geworden"

Nicht ohne Stolz sagt Tom Varrel: "Ich hatte in der Schule viel Nähe, aber ich bin nie Täter geworden. Das habe ich mir erarbeitet." Manchmal musste er sämliche seiner Präventionswerkzeuge nutzen. Die Begegnungen mit einem Mädchen namens Maja* empfand er als "Meisterprüfung". Er habe sich nicht den Hauch eines Flirts erlaubt, er habe sich stattdessen auf die vielen anderen wunderbaren Seiten dieser Persönlichkeit konzentriert.

Als sie mal zusammen mit dem Schulhund draußen waren, da war sie vielleicht elf, kam sie auf die Idee, nicht mehr den Hund, sondern den Lehrer zu dressieren. "Platz, Herr Varrel", sagte sie zu ihm und strahlte ihn selbstbewusst an, so erinnert er sich. Wie gern wäre er ihr zu Füßen gesunken! "Aber ich blieb einfach stehen und lachte schallend." Und das Mädchen freute sich darüber, einen offensichtlich tollen Witz gemacht zu haben.

Er wurde die Vertrauensperson eines Kindes

Maja hatte ihn zu ihrer Vertrauensperson erkoren. ­Irgendwann erzählte sie ihm, dass es für sie zu Hause nicht so schön war, in der Mehrgenerationen-Handwerksfamilie ging es rau zu. Seitdem suchte sie jeden Tag den Kontakt zu Tom Varrel. Und als sie 13 war, durfte er ihr helfen gegen einen zudringlichen Mann, berichtet Tom Varrel.

Dieser Mann hatte sich in der Regionalbahn von anderen ­Kindern die Telefonnummer von Maja geben lassen. Er begann, ihr SMS-Nachrichten zu schreiben, schon am frühen Morgen. "Ihr kam das irgendwann zum Glück ein bisschen komisch vor, und sie hat sich an den Menschen gewandt, dem sie wirklich vertraut, nämlich an mich", erzählt Tom Varrel. Varrel dachte damals: "Entweder das ist ein Profi oder der ist total dumm, weil er nicht weiß, dass man Eltern Bescheid geben sollte, wenn man mit ihren Kindern Kontakt hat."

Er informierte die Lehrkraft, und es stellte sich heraus, dass der Mann auch Kontakt zu weiteren Kindern hatte. Varrel schrieb auf Wunsch der Schule einen Brief an die Eltern, sinngemäß: Bitte checken Sie die Lage, aber verdächtigen Sie nicht zu Unrecht, denn das kann ein Leben ruinieren. Dann fuhren mehrere Väter am Morgen mit im Zug und untersagten dem Mann, sich den Kindern noch mal zu nähern.

Zum Dank schenkte ihm Maja einen Flusskiesel, die Quarzaderung darin hatte die Form eines Kreuzes. "Das Ganze war wie ein Wink von Gott", sagt Tom Varrel: "Du hast dich auf die richtige Seite gestellt."

Zu gern würde er ihr erzählen, dass sie seine "Meisterprüfung" war

Maja ist heute eine junge Frau. Tom Varrel ist mit ihr auf Facebook "manchmal ein ganz klein bisschen in Kontakt". Zu gern würde er ihr erzählen, dass sie seine "Meisterprüfung" war. Seine Partnerin Britta* rät ihm dringlich davon ab. Sie kommt gerade von ihrer Arbeit als medizinische Fachangestellte in einer Praxis, die beiden sitzen bei Freunden auf der Terrasse. "Wozu soll das jetzt nötig sein, ihr das zu sagen? Du würdest nur ihr Gesicht ­sehen wollen. Nachher hat sie ein ungutes Gefühl und fühlt sich benutzt." Tom Varrel guckt zerknirscht: "Du ­hast vollkommen recht!"

Britta ist eine warmherzige und gleichzeitig geradlinige Frau. Sie kannte Maja aus den begeisterten Erzählungen ihres Partners. Das durfte er: ihr vorschwärmen - was das Mädchen wieder für tolle Ideen gehabt habe, wie sehr Maja sozial engagiert sei... Britta ­habe sich keine Sorgen gemacht, dass er übergriffig werden könnte. Sie habe zum Beispiel auf einem Schulfest ge­sehen, wie vertrauensvoll die Kinder sich an ihn wandten und wie souverän er mit ihnen umging. Damals lernte sie auch Maja kennen. Weil Britta wusste, dass das Mädchen wenig Wärme von zu Hause bekam, habe sie sie umarmt. "Tief umarmt", so wie sie das immer tue.

Aber dann wurde er angezeigt

Es hätte immer so weitergehen können für den Endvierziger, als Schulbegleiter in unterschiedlichen Schulen, beliebt bei Kindern, Lehrpersonal, Eltern. Er habe viele Dankesschreiben, etwa dieses, das Kinder und Eltern ­einer Klasse verfasst hatten. Er zeigt das Schreiben, darin stehen Sätze wie: "Sie sind ein Mann mit großem Herz . . . Besondere Menschen wie Sie trifft man nicht oft im Leben. Wenn einem dieses Glück zuteil wird, dann hat es das Leben wirklich gut mit einem gemeint."

Aber dann wurde Tom Varrel angezeigt, von seiner besten Freundin. Die war immer sehr interessiert an den künstlerischen Videos, die Varrel drehte – von Bächen, Wäldern, Architektur, Friedhöfen, unterlegt mit Musik, die er selbst produzierte. Varrel wollte ihr den neuesten Kurzfilm schicken, suchte nach freiem Speicherplatz, ging mehrere alte Sticks durch, schickte endlich das Video los. Und dann sagte die Freundin: Da sind Kinder drauf.

Wie der Stick zu ihm kam, erklärt Tom Varrel so: Der Stick war 2015 das Geschenk eines alten Kumpels. Im ­selben Jahr wurden auch Posingbilder strafbar. Dabei handelt es sich nicht um Bilder von sexueller Interaktion (Oralverkehr, Penetration etwa), sondern um Bilder von Kindern, auch von bekleideten, die "in aufreizend geschlechtsbetonter Körperhaltung" posieren, etwa den Po rausstrecken oder die Beine grätschen. Tom Varrel mochte die Bilder nicht, erzählt er, er habe den Stick in die Ecke gepfeffert. Dass diese Art Bilder verboten worden ist, war an ihm vorbeigegangen, sagt er, sonst hätte er sie gleich vernichtet.

Nun waren die Posingbilder bei der Freundin gelandet. Sie war entsetzt. Varrel hatte ihr nie etwas erzählt von seiner pädophilen Neigung. Das hatte er immer vorgehabt, sagt er, aber irgendwie habe er bei ihr stets so einen Widerstand gespürt. Sie wiederum hatte ihm bislang nicht erzählt, dass sie als Kind missbraucht worden ist. Das erfuhr er erst jetzt von ihr. Sie glaubte seinen Beteuerungen nicht und übergab den Stick der Polizei. Seine Wohnung wurde durchsucht, der Computer konfisziert.

Die Polizei fand eine Missbrauchsdarstellung

Und dann fand die Polizei auf dem beschlagnahmten Computer eine klassische Missbrauchsdarstellung: ein "offensichtlich" unter 14-jähriges Mädchen mit ­erigiertem Penis in der Hand. So steht es auch in der Anklage: 45 ­Posingbilder und ein klassisch kinderpornografisches Bild, also mit sexueller Handlung.

Ein Versehen, sagt Varrel dazu, das Bild sei ihm durchgerutscht. Er habe die Person nicht als minderjährig erkannt, als er sich das Bild auf den Computer zog. Er konsumiere gern pornografische Bilder von Erwachsenen. "Ich übertrag das nicht auf meine reale Sexualität, ich gehe mit meiner Partnerin sehr zärtlich um." Dieses Bild sei das einzige illegale unter Tausenden legalen gewesen. Entdeckt bei der Polizei mit digitalen Bilderkennungs­programmen.

Ob man ihm glauben kann? Die Psychotherapeutin ­Anna Konrad hat den Eindruck, dass die meisten ihrer pädophilen Patienten im Projekt "Kein Täter werden" aufrichtig sind. Aber natürlich sei es auch menschlich, sich positiv darzustellen, das behalte sie im Hinterkopf.

"Das sind ganz normale Menschen wie du und ich"

Wenn Anna Konrad das Projekt andernorts vorstellt, bekommt sie auch mal zu hören, dass das doch alles ­perverse Monster seien, die nur lügen könnten. "Die Menschen abzustempeln, ist eben leichter, als zu sagen: Das sind ganz normale Menschen wie du und ich, die eben eine spezielle Sexualpräferenz haben. Damit kann problematisches Verhalten einhergehen, muss es aber nicht."

Die pädophile Neigung ist ein Risiko, reicht aber allein nicht aus für übergriffiges Verhalten, sagt die Forschung. Da muss noch mehr dazukommen – etwa die Unfähigkeit, sich selbst zu regulieren, oder bestimmte Überzeugungen wie die, dass Sex mit Kindern für diese nicht schädlich sei.

"Wir stehen zu dir", sagten die Freunde

Man kann Tom Varrel auch so glauben, wie es das ­befreundete Paar Dorothee* und Daniel* tut. Zu ihnen kam Tom Varrel ganz aufgelöst, als er von der Anzeige ­erfahren hatte. Dorothee umarmte ihn noch vor dem Haus und sagte: "Wir stehen zur dir." Das rührt ihn bis heute. Und Daniel sagt: "Aufgrund unserer Menschenkenntnis waren wir der festen Überzeugung, dass du nichts ­Schlimmes getan hast." Und Freundschaft zeige sich doch auch dann, wenn es schwierig werde.

Und es wurde schwierig. Alle in seinem Umfeld rieten ihm dringlich zu einem Rechtsbeistand, aber Tom Varrel wollte sich selbst verteidigen. Er hatte extra ein Video über seinen Erkenntnisweg gemacht mit dem Titel "Die Sehnsucht nach dem falschen Paradies", das wollte er dem Gericht vorführen. Durfte er dann aber nicht. "Das wollen die doch alles gar nicht ­wissen", sagte Daniel, "das dauert viel zu lang." Die Gerichte kämpften mit Aktenbergen. "Ihr hattet recht", sagt Tom Varrel heute.

Er hatte gedacht, dass der Amtsrichter ihn unvorein­genommen anhören werde und dann erkenne: Das ist ein pädophil geneigter Mensch, der Kinder vor seiner Sexualität schützt, an seinen Internetsuchanfragen kann man sehen, dass der nicht ins Darknet geht, dass der sich auch nie in Foren aufhält, wo problematische Bilder getauscht werden, wir haben ein einziges Bild gefunden – was wird das wohl heißen? Das heißt doch, dass sich dieser Mensch stark zusammenreißt und dass es ein Versehen ist. Aber so dachte der Amtsrichter nicht.

Er darf nicht mehr mit Kindern arbeiten

Varrel bekam nur eine Geldstrafe. Weil er die Bilder schon besessen hatte, bevor 2021 die Strafen verschärft wurden und jeglicher Besitz von Missbrauchsdarstellungen mit Haft geahndet wird. Aber mit 120 Tagessätzen gilt er als vorbestraft. Fünf Jahre lang wird er kein tadelloses Führungszeugnis vorlegen können, also nicht mit Kindern und Jugendlichen arbeiten dürfen. Varrel erinnert sich, wie er den Richter fragte: "Bedeutet das Urteil meine Existenzvernichtung?" Der Richter antwortete: "Ja. Vielleicht lernen Sie daraus."

Was bitte, sagt Tom Varrel in die Runde auf der ­Terrasse bei den Freunden, solle er denn noch lernen, ­habe er nicht genug gelernt? "Die sollen TÄTER suchen", ruft er aus, "doch nicht Menschen wie mich, die Missbrauch ­verhindern wollen."

Viele Kindesmissbraucher sind nicht pädophil

Aber wer sind denn die Missbrauchstäter, sind das nicht alles Pädophile? Nein. Mindestens die Hälfte der ver­urteilten Kindesmissbraucher ist nicht pädophil. Das haben mehrere große Studien ergeben.

So wie der berüchtigte Straftäter Marc Dutroux. Der ­Belgier entführte, missbrauchte, ermordete bis Mitte der 90er Jahre mehrere Kinder. Drei psychiatrische Gut­achten ­kamen zu dem Schluss: kein Pädophiler, sondern ein gewalttätiger Psychopath. "Antisozialität" ist einer der Risikofaktoren, die sexuellen Kindesmissbrauch begünstigen, sagt Forscher Alexander Schmidt. Antisozial sind Personen, die kein Problem haben, für ihren eigenen Gewinn auch Straftaten zu begehen und zwar mehrfach. Zum Beispiel Steuern zu hinterziehen. Oder das eigene Kind zu missbrauchen, weil das die zweitbeste Alter­native ist, wenn eine erwachsene Partnerin gerade nicht verfügbar ist.

Kompensationstäter und Gelegenheitstäter

Mehr über solche Täter weiß Christian Stahl, der Sozialpädagoge vom Therapiezentrum "Neue Wege" der Caritas in Bochum. Er sitzt regelmäßig mit solchen Männern zusammen, sie werden ihm meist vom Gericht zugewiesen. Stahl nennt sie "Kompensationstäter", weil sie mit der Tat den Frust in ihrem Leben ausgleichen wollen. Sie greifen sich ein Kind und erleben Macht und Kontrolle, das gehe nun mal leicht mit Kindern, sagt Christian Stahl. "Dann bin ich der Bestimmer. Und ich schaff es auch noch, dem Kind ein schlechtes Gewissen zu machen: ‚Was du für ein Luder bist.‘"

Pädophile Männer hat Christian Stahl selten in der Beratung, der größte Teil sind Kompensationstäter – oder Gelegenheitstäter, so wie der große Bruder, der die kleine Schwester vergewaltigt. "Ich mach et, weil et geht", sagt Stahl in Ruhrpottplatt.

Da muss man doch was gegen tun, denkt man dann. Gesetze verschärfen und zur Abschreckung höhere Strafen verhängen! Das hat die Politik gemacht, seit Jahren, den Wünschen vieler Bürger und Bürgerinnen folgend. Nicht nur stiegen die Strafen, es wurde zudem immer mehr verboten, auch gezeichneter Sex mit gezeichneten Kindern wie in Comics oder Zeichentrickfilmen.

Höhere Strafen schrecken nicht ab

Die Juristin Lara Steiger kam in einer Analyse zum Schluss, dass für Sexualstraftäter der Grundsatz "Gleiches Recht für alle" nicht mehr gelte. Vielmehr sei für sie ein Sonderrecht eingeführt worden, das auch noch weitgehend symbolisch sei, weil wirkungslos. In der Tat, sagt Jörg Kinzig, Professor für Strafrecht in Tübingen, es gebe keinerlei Beweise, dass höhere Strafen automatisch zu ­weniger Straftaten führten. Welcher Straftäter schaut denn schon vor seiner Tat ins Gesetzbuch und lässt sich von den Strafen abschrecken?

Was sicher zunimmt, sind dagegen die Kosten für die Allgemeinheit: Haft ist teuer. Manche Täter werden im "Maßregelvollzug" untergebracht, einer Mischung aus Gefängnis und Krankenhaus für psychisch kranke Straftäter – in Hessen zum Beispiel kostet ein Tag pro ­Inhaftiertem 397 Euro. Macht pro Jahr 145 000 Euro.

Viel Geld für wenig Nutzen, findet der Rechtspsychologe Alexander Schmidt in Mainz. Sinnvoller für den Schutz von Kindern und Jugendlichen sei Täterforschung. Aber dafür bekomme man nur schwer Geld. Gerade ist es ihm und einem internationalen Netzwerk von Forschenden endlich gelungen. Sie werden nun ein Programm entwickeln, das im Darknet automatisch Hochrisikotäter identifiziert, um den Ermittlungsbehörden zu signalisieren: Hier, diese Person müsst ihr ermitteln, das hier sind die Supergefährlichen. Denn das weiß man: ­ Je höher das Risiko der Entdeckung, umso weniger Straftaten werden tendenziell begangen.

Nach dem Gerichtsverfahren lebt er von seinen Ersparnissen

Und was ist nun mit Tom Varrel? Kurz vor dem Gerichtstermin lief seine letzte Schulassistenz aus, weil das Kind krank wurde, Varrel nahm keine weitere an. Nur einem befreundeten Lehrer erzählte er von dem Gerichtsverfahren ("Der nahm das mit Gelassenheit auf, weil er mich kennt"), dann verschwand er aus der Schule.

Nun lebt er erst einmal von seinen Ersparnissen. Er fühlt sich noch nicht wieder arbeitsfähig. Zu traurig sei er. Weil er keinen Kontakt mehr habe zu seiner einst so engen Freundin. Und weil er so gern weiter mit Kindern gearbeitet hätte. Mit Kindern wie Lukas, dem gescheiten Jungen. Der gestand ihm irgendwann, dass er sich umbringen wolle – weil es zu Hause mit der depressiven Mama so bedrückend sei. Varrel redete viel mit ihm und bezog auch die be­­las­teten, aber bemühten Eltern ein. Später, so erinnert sich Varrel, habe ihm ­Lukas gesagt: "Ohne Sie läge ich schon unter der Erde."

Aus, vorbei. Aber er verbreitet nun auf Youtube Aufklärungsvideos unter dem Titel "Pädo­phile gegen Kindesmissbrauch". Da offenbart eine Handpuppe mit verstellter Stimme, wie Pädophile denken und wie man Kinder schützt. Viel lieber würde Tom Varrel selbst vor der Kamera erscheinen, "aber dann fackeln mir Leute das Haus ab, so verhasst, wie wir Menschen mit pädophiler Neigung sind".

Auch der jungen Nachbarsfamilie erzählt er von seiner Neigung

Trotzdem hat er zwei weiteren Menschen davon erzählt. In dem Haus, in dem er und seine Eltern ­leben, wohnt auch eine Mieterfamilie mit zwei kleinen Kindern. Weil die mitbekamen, wie bedrückt er und ­seine Eltern waren, hat er ihnen schließlich vom Prozess und von ­seiner Pädophilie erzählt. Und hinzugefügt: "Wenn ihr euch irgendwie Sorgen macht, dann werde ich in ­Therapie gehen und den Therapeuten von seiner ­Schweigepflicht entbinden, damit ihr wisst, was los ist."

Die Frau sprach ihm gleich ihr Vertrauen aus; der Mann musste wohl, das erfuhr Varrel später, erst mal drüber nachdenken. Aber ein paar Tage darauf hörte Tom Varrel den dreijährigen Ben* im Keller rufen, ging nach unten und fragte schon auf der Treppe: Ben, ist denn was los? Da stand Bens Papa bereits neben dem Kind, strahlte beide an und sagte: "Schau, Ben, der Tom, der kommt gleich, wenn was ist, und guckt nach dir."

Niemals, sagt Tom Varrel, werde er diese Menschen enttäuschen. "Ich will ihres Vertrauens würdig sein."

* Name und einige Details zum Schutz der Person geändert

Hilfe (und Therapie) für Menschen, die sich zu Kindern hingezogen fühlen oder die so jemanden kennen:  www.kein-taeter-werden.de

"Wir sind auch Menschen" - eine Gruppe von Menschen mit pädophiler Neigung, die den Konsum von Missbrauchsdarstellungen strikt ablehnen und erst recht Sexualität mit Kindern/Jugendlichen.

Erwachsene, die sich sorgen um ein Kind, eine jugendliche Person oder die einen Verdacht haben, können sich an das Hilfeportal ­sexueller Missbrauch wenden:  www.hilfe-portal-missbrauch.de und 0800 - 22 55 530

Eines der Videos von Tom Varrel für Pädophile und deren Freunde

Ein chrismon-Dossier mit vielen nützlichen Adressen für Menschen mit Missbrauchserfahrung

Vielfach schon kamen in chrismon Opfer zu Wort, zu finden unter diesem Sammellink

Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Textes waren einzelne Stellen zu finden, die Betroffene aufgrund der Formulierung getriggert haben oder die missverständlich waren. Ein Leser hat uns in einem Brief darauf aufmerksam gemacht. Wir haben die entsprechenden Stellen überarbeitet.

Infobox

Im Jahr 2021 sind die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch, die der Polizei bekannt wurden, um 6,3 Prozent gestiegen. Vermutlich gab es nicht mehr Missbrauchstaten, aber die Menschen sind mittlerweile aufmerksamer und geben öfter Hinweise. 30 Prozent der Tatverdächtigen waren Minderjährige. Extrem gestiegen sind dagegen die Anzeigen wegen Sich-Verschaffen, Besitz und Verbreitung von Missbrauchs­darstellungen ("Kinderpornografie"), sie haben sich 2021 verdoppelt. Hier sind 40 Prozent der Tatverdächtigen Minderjährige. Ein Grund von mehreren dürfte der verbreitete Handybesitz sein.

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Sehr geehrte Damen und Herren!
Vor dem Hintergrund der massenhaft bekannt gewordenen sexuellen Übergriffe nicht nur in katholischen Einrichtungen hat mich dieser Artikel nicht nur empört, sondern so richtig wütend gemacht. Wieso wird diesem potentiellen Täter eine solche Plattform eingeräumt? Es wäre zumindest wichtig ein Opfer oder einem Angehörigen genau soviel Platz einzuräumen und zwar genau in dieser Ausgabe!
Enttäuscht und wütend Sabine Rautenberg

Sehr geehrte Frau Rautenberg,
wir bedauern, dass Sie sich geärgert haben. Unser Text soll einen Beitrag dazu leisten, Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Es ist wichtig zu wissen, welche Menschen Täter und Täterinnen werden könnten und wie sich das verhindern ließe. Selbstverständlich haben wir immer wieder große Titelgeschichten über und mit  Menschen, die Missbrauch erlitten haben, veröffentlicht. Zum Beispiel hier oder hier. Und hier haben wir eine Sammelseite zusammengestellt, auf der Sie auch viel erfahren darüber, wie Sie Kindern helfen können (und was man dabei unterlassen sollte). Über sexuellen Missbrauch in der evangelischen und katholischen Kirche berichten wir ohnehin fortlaufend.
Freundliche Grüße
Christine Holch / Chefreporterin

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Sehr geehrte Damen und Herren, mir wurde mitgeteilt vor 1 Avent das meine Leistung des Leids abgelehnt wurde.
Eiskalter Brief von ev Kirche.
Der Gipfel die Kommission hat Buß und Bettag darüber entschieden.

Ich bin werde Widerspruch einlegen aber ich werde danach mit Ev Kirche nicht mehr am Hut haben.

Prävention Arbeit von Täter ist wichtig aber nicht gerade jetzt wo Kommission über Anträge des Leids der ev Kirche entscheidet.
Vielmehr sollte sexuelle Gewalt Prävention Arbeit in ev Kirche in jede EV Kirche Einrichtung ( Kindergarten, Krankenhaus, Pflegeheime usw) sichtbar sein.

Viele Grüße
Überlebener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche

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Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bericht über Tom Varrel hat mich betroffen gemacht, mit welcher Naivität Sie sich des Themas angenommen haben.
Das Ablegen der 'Meisterprüfung' des Herrn V. zeigt eben, wie gefährdet er ist, übergriffig zu werden. Das wird bestätigt durch den Fund von Bildern 'posierender Kinder'(wer hat die Bilder eigentlich gemacht?) und einem kinderpornografischem Bild aus seinem Besitz.
Es stellt sich die Frage, warum er als Lehrer nicht in der Erwachsenenbildung arbeitet. Dann noch der Wechsel in die Einzel Betreuung von Kindern.
Zum Schluss auch noch die Betreuung eines dreijährigen Kindes im privaten Bereich. Das alles ist an Naivität nicht zu überbieten.
Zig Fällen von sexuellem Missbrauch von Kindern aus meiner beruflichen Erfahrung als Kommissariatsleiter lagen solche sozialen Settings zu Grunde. Die meisten Missbrauchstäter sind sehr nett und vertrauenserweckend, auch, weil sie Kinder mögen.
Nicht umsonst verlangt der Gesetzgeber ein insofern einwandfreies Führungszeugnis.
Zuletzt möchte ich anführen, dass pädophile Menschen natürlich nichts für ihre Neigung können, sie zu unserer Gesellschaft gehören und alles getan werden muss, um sie zu unterstützen, eben nicht übergriffig zu werden.
Viele Grüße
Herbert Lenhart

Sehr geehrter Herr Lenhart,
danke für Ihren kritischen Blick und den Hinweis auf die Erfahrungen, die Sie beruflich machen mussten. Wir haben vielfach über sexuellen Missbrauch berichtet aus der Perspektive der fürs Leben geschädigten Opfer. (Etwa hier ) Naiv würde ich mich daher nicht nennen. Dass mein Text über den pädophilen Mann für ambivalente Gefühle sorgt, ist gewollt. Denn es gibt hier keine hundertprozentige Sicherheit.
Andererseits: Welcher tatsächlich sexuell übergriffige Mann würde seinen Eltern, seinen besten Freunden und der Familie im Haus erzählen, dass er eine pädophile Neigung hat? Das würde doch jeder Plausibilität entbehren, denn solch Offenheit erhöht die soziale Kontrolle erheblich.
Abgesehen von der persönlichen Geschichte Tom Varrels erfährt der Leser, die Leserin von vielen Erkenntnissen: etwa dass nicht jeder pädophil veranlagte Mensch zum Täter wird, dass die allermeisten pädophil Veranlagten auch auf Erwachsene ansprechen, dass die Mehrzahl der verurteilten Missbraucher aber NICHT pädophil ist. Auch diese Informationen sollen dazu dienen, einen scharfen Blick besonders aufs Nahfeld zu richten. Denn dass oft vorschnell gesagt wird: "DER ein Missbraucher? Niemals!", ist ja vermutlich auch Ihre Erfahrung.
Ein Missverständnis möchte ich noch aufklären: Den kleinen Jungen der Mieterfamilie betreut Herr Varrel nicht, er sieht ihn halt manchmal; und wenn er das Kind weinen hört, schaut er natürlich nach. Der Mieterfamilie hat er ja extra mitgeteilt, dass er eine pädophile Neigung hat.
Herr Varrel ist übrigens mittlerweile in die Erwachsenenbildung gewechselt.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Redaktion chrismon

Sehr geehrter Herr Lehnhart,

ich bin Tom Varrel und ich möchte Ihnen ein persönliches Echo auf Ihr Schreiben geben.Auf alles kann ich nicht reagieren, da ich sonst einen Roman schreiben müsste.Ich möchte den Punkt aufgreifen, wo ich Ihnen vielleicht etwas mitteilen kann, dass Ihre Sichtweise positiv erweitert.Sie stellen fest, dass ich offenbar einen netten, vertrauenserweckenden Eindruck erwecken kann und halten das für ein gefährliches Anzeichen, da Täter nach Ihrer Erfahrung öfters nett und vertrauenserweckend wirken.Ich kann Ihnen dazu sagen: Dass Täter oft vertrauenserweckend wirken und nett sind, ist nicht nur ein Problem für die Umwelt( die dann Mühe hat, Täter zu erkennen) , sondern auch ein Problem für die Täter (bzw.für die erst werdenden potenziellen Täter.)selber. Hier steckt genau die Schwierigkeit, die ich einmal zu bewältigen hatte: Man ist nett, man ist weich, man ist einfühlend .......UND glaubt sich das selber, glaubt sich selbst, dass man ein Guter ist, der Kindern nichts Böses tun kann. Wenn man dann auch noch über das Wort, man könne im zärtlichen Einvernehmen mit Kindern Sex haben, stolpert, dann ist es ganz vorbei. Ich beschreibe dieses tückische Selbst-Täuschungsmuster sehr genau in den Filmen auf meinen Kanal" Pädophile gegen Kindesmissbrauch" und erkläre dort auch, was man als netter Pädophiler unbedingt lernen muss: Erkennen, dass die eigenen Gefühle täuschen.Sie sind nicht unehrlich diese Gefühle, man ist ehrlich nett, ehrlich vertrauenserweckend, aber diese Gefühle legen sich wie ein unfreiwilliger Tarnmantel über die Sexualität, die Falsches will. Es ist ganz einfach so: Im Pädophilen wird eine der schönsten Eigenschaften des Menschen zur echten Gefahr. Und diese Eigenschaft ist, dass sich das Bedürfnis nach Sexualität meist mit dem Bedürfnis und der Fähigkeit, zu lieben verbindet.Das ist normalerweise wunderschön, dass die meisten Menschen, die Sex haben wollen, damit auch Liebe weiter geben wollen oder wenigstens Sympathie und Wärme und das auch so fühlen. Bei einem Pädophilen ist das wirklich fatal. Er fühlt diese ehrliche Wärme, diese Wärme ist mit seiner Sexualität verknüpft und so meint er, er wolle nichts Falsches mit seiner Sexualität.Der Pädophile muss daher eine innere Operation durchführen: Er muss seine Liebesfähigkeit, das Nette, von seiner Sexualität trennen, um sie als WÄCHTER seiner Sexualität aufzustellen.Ich beschreibe das in meinem "Basiskurs Kindesmissbrauch verhindern" etwa ab der Stelle 15:12 in einfachen Bildern, so dass es hoffentlich jeder versteht. Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=xQ2Blnb2y4E Mich berührt , was Sie schreiben eigentümlich.Sie haben die Gefahr erkannt, ich aber auch, nur von der andern Uferseite aus.So wie Sie ZU RECHT warnen, dass man nicht naiv sein darf gegenüber netten Pädophilen, so musste ich als Pädophiler lernen, dass ich nicht naiv sein darf gegenüber meinen netten Gefühlen der Wärme, der Einfühlung usw, die sich auch dann einschalten, wenn man sexuelle Gedanken hat und die dann -wie gesagt- zum tückischen Tarnmantel werden, den man selber schwer durchblickt.Dass ich das rechtzeitig durchblickt habe(nicht ohne Hilfe) , empfinde ich als gläubiger Mensch als absolute Gnade Gottes.Vielleicht konnte ich Sie mit dieser Information bereichern. Vielleicht ist mein kleiner Kanal in der Lage, Ihnen etwas mitzuteilen, was Sie so noch nicht gehört haben.Gerne würde ich noch auf weitere Punkte Ihres Misstrauens eingehen, aber das sprengte den Rahmen. Sie tun mir ordentlich Unrecht.Ihr Misstrauen, mit dem Sie jede meiner Angaben belegen, würden Sie selber nie spüren wollen, da bin ich mir sicher.ABER: ich habe Respekt vor Ihrer Arbeit und bin mir sicher, Sie haben viel Schlimmes sehen und hören müssen. Vielleicht verliert man da auch manchmal den Glauben an den menschlichen Anstand im Menschen. Deswegen bin ich nur halb gekränkt, ich spüre Ihre ehrliche Sorge um die Kinder deutlich.Wenn Sie bei meinen Kanal vorbei schauen wollen, einfach auf den hier unter dem Artikel angegebenen Film klicken und dann auf das Kanalsymbol gehen, dann sind Sie auf der Hauptseite und finden vielleicht etwas, was für Sie wissenswert ist.

Sehr geehrter Herr Varrel,

Ihren zweiteiligen Crashkurs auf youtube habe ich mir reingezogen. Es ist sehr begrüßenswert, dass Sie, wie auch Frau Holch, den Unterschied zwischen der sexuellen (Teil)-Orientierung Pädophilie und Kindesmissbrauch klar machen. Fehlerhaft finde ich Ihren zentralen Satz, dass Sex mit Kindern falsch ist. Das ist Moral und die ist immer zweischneidig und gefährdet die, die sie zu schützen vorgibt.

Sex zwischen einem erwachsenen Mann und einem weiblichen Kind kann nie so laufen, dass der Mann sexuellen Spaß und das Kind Vergnügen hat. Das zu begreifen nennt man eine Einsicht. Die fällt einem Nichtpädophilen nicht schwer. Ein Pädophiler kann das genauso einsehen. Er ist ja nicht blöder als die anderen. Diese Erkenntnis ist allerdings für ihn ziemlich bitter. Sie bedeutet, dass er, falls er nur auf Kinder steht, seinen uneingeschränkten Spaß nie in Wirklichkeit haben kann, nur in der Fantasie.

Das ist auch in Ihrem "Werkzeugkasten" aus Teil 2 thematisiert. Es geht also darum, dass eine Einsicht zu befördern ist, nicht eine Moral. Wenn es denn ginge, dass es Sex zwischen Erwachsenen und Kindern gäbe, der beiden Seiten Freude machen würde, dann wäre dagegen überhaupt nichts einzuwenden. Trotz des Geheuls der Moralisten. Vom wachen Auge und Ohr der Staatsanwaltschaft, die über die freien Bürger sowieso in allen Lebensbereichen unermüdlich wachen, ganz zu schweigen.

Friedrich Feger

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Sehr geehrte Damen und Herren und Diverse,
ein frohes neues Jahr für alle Menschen in ihrer Redaktion.
Auf Ihrer Titelseite wird ausschließlich männlicher Kindesmissbrauch angeprangert.
Von einer fortschrittlichen progressiven Redaktion wie der ihren, hätte ich mir zumindest ein Gendersternchen
oder einen geschlechtsneutralen Titel erwartet.
Die ist doch der Zeitgeist.
Ich lese immer Täter hier Täter da, dabei gibt es auch genug Sexualverbrecherinnen, die kleine Jungs verführen und weiter unterrichten und in Kindergärten beschäftigt sind.
Sehr einseitig und sexistisch ihr Titelblatt, zumindest sehe ich dies so.
Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für das neue Jahr
Jan Flecke

Guten Tag, Herr Flecke,
Sie kritisieren, dass auf der Titelseite nur von einem Mann die Rede ist. Leider zwingen Titelseiten zu absoluter Kürze. Und in dieser Geschichte geht es nun mal vorrangig um diesen einen Mann mit pädophiler Neigung. Im Text erwähnt wird allerdings auch die Gruppe "Wir sind auch Menschen", bei der auch Frauen mit pädophiler Neigung sind. Wir haben in den vergangenen Jahren viele, viele Texte den Betroffenen von sexuellem Missbrauch gewidmet und dabei  nach und nach immer weitere Aspekte vertieft. Vielleicht darf ich Ihnen diese beiden Texte empfehlen, in denen es auch um den Missbrauch durch Mütter und andere Frauen geht? Hier ein Interview mit der Forscherin Barbara Kavemann über Täterinnen und hier eine lange Reportage über zwei betroffene Frauen.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch/ Redaktion

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin erschüttert über den Artikel: „Wenn es Liebe ist, ist es kein Missbrauch, dachte er“
Sie bieten einem verurteilten pädophilen Sexualstraftäter ein Forum.
Der Mann ist verurteilt wegen des Besitzes von Bildern, in denen Kinder sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind.
Hinter jedem Foto steht ein gequältes, schwer misshandeltes Kind, das für sein Leben gezeichnet ist, ob „Posing“ oder „kinderpornografisch“ ist unerheblich.
Die Strafanzeige gegen ihn durch die „beste Freundin“ ist absolut nachvollziehbar und muss nicht mit der suggestiven Frage: “Womöglich hatte sie das Gefühl, sich nun, als Erwachsene, endlich wehren zu können?“ begründet werden.
Ich und jeder aus meinem Umfeld, den ich gut kenne, hätte ebenfalls Strafanzeige erstattet, um den Opfern zu helfen und weitere Straftaten zu verhindern.
Dieser Mann sucht weiter intensiv den Kontakt zu Kindern, wie seine Berufswahl als Schulbegleiter deutlich macht. Als Schulbegleiter hat er noch engeren Kontakt zu Kindern, die besonders hilfsbedürftig sind.
Leider fehlt mir eine kritische Distanz der Journalistin Christine Holch in diesem Artikel zu dem pädophilen Sexualstraftäter.

Dr. Veronika Düppers

Sehr geehrte Frau Dr. Düppers,
ja, vielleicht hätte auch ich Strafanzeige erstattet - so wie Sie es tun würden und so wie die gute Freundin im Text es getan hat. Aber vielleicht hätte ich zuerst das Gespräch mit dem Freund gesucht. Man kündigt ja enge Freundschaften  eigentlich nicht so von jetzt auf gleich auf. Dass ich Ihnen naiv vorkomme - nun, es ist Ihr gutes Recht, diesen persönlichen Eindruck zu haben. Ich bin bei dieser Recherche aber keineswegs naiv vorgegangen, sondern habe mich - in bester journalistischer Tradition - abgesichert und rückversichert und zu diesem Zweck zahllose Fachleute befragt wie auch das direkte Umfeld des Protagonisten. Zu Ihrer Beruhigung: Der Protagonist dieses Textes sucht NICHT mehr intensiven Kontakt zu Kindern. Er ist in die Erwachsenenbildung gewechselt.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch/ chrismon-Chefreporterin

Sehr geehrte Frau Dr. Düppers,

Sie sind erschüttert, weil ein zu einer Geldstrafe Verurteilter anonymisiert in einem Zeitschriftenartikel seine Sicht der Dinge darstellt. Über diese Sorte von Erschütterung erlaube ich mir, mich erschüttert zu zeigen. Welches Forum soll denn die Reporterin da wem geboten haben? Und wem soll dadurch Schaden oder Nachteil entstanden sein?

Oder darf es Zeitschriftenartikel erst ab Geiselnahme, Mord und Kriegsverbrechen geben?

Friedrich Feger

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Sehr geehrte Frau Holch,

Ihren Artikel habe ich interessiert gelesen, um die Seite pädophil orientierter Menschen kennenzulernen und vielleicht besser verstehen zu können. Stutzig macht mich jedoch, dass Herr V. in einem Beruf mit Kindern arbeitete und dass er da auch Kinder "achtsam berührt" und einem Kind eine tägliche Umarmung gegeben habe. Auch die Geschichte mit der "Meisterprüfung" hat für mich ein ziemliches"G'schäckle". Warum hat er sich nicht von dem Mädchen ferngehalten und die Betreuung abgegeben als er sich in sie verliebte?

Also ich bin nicht überzeugt von Herrn V. und seinen Motiven und seiner Selbstdarstellung. Mein Verständnis für die Situation Pädophiler wurde nicht größer und meine Sorge, dass die Neigung gelebt werden will, nicht kleiner.

Kinder brauchen zu ihrem Schutz achtsame Erwachsene und einen guten Selbstschutz. Vielleicht hilft ja auch die neue Initiative des BMFSJ: "Schieb den Gedanken nicht weg" https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/schieb-den-gedanken-nicht-weg--205052 .

Mit freundlichen Grüßen
Dorothea Groschwitz
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Antwort auf von Dorothea Groschwitz (nicht registriert)

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Hallo Frau Groschwitz,
Sie schreiben davon, dass es sie stutzig macht, dass Herr Varrel mit Kindern arbeitet und, in Ausübung seines Berufes, auch berührt.
Es erschließt sich mir nicht, inwiefern Pädophile mit einem gewissen Maß an Selbstbeherrschung, Impulskontrolle und Selbst­re­fle­xi­on, die Kindern nicht schaden wollen, nicht mit Kindern arbeiten sollten, da hier keine höhere Gefahr für Kinder vorliegt als bei einem nicht-pädophilen Pädagogen.
Ähnlich hat sich auch schon ein Therapeut von "Kein Täter werden" geäußert:
https://www.youtube.com/watch?v=oT1lr1DITfE (ab Minute 16:50)
Selbiges gilt für die Berührungen, wie z.B. Umarmungen, insbesondere wenn sie von dem Kind ausgehen. Würde es Sie auch wundern, wenn dies ein nicht-pädophiler Pädagoge macht?
Ob es sinnvoll ist, mit Leuten, in die man verliebt ist, zusammen zu arbeiten, kann man sich streiten, wobei es meines Erachtens keinen Unterschied macht, ob Herr Varrel sich in ein Kind oder eine Arbeitskollegin verliebt, sofern dass keine (negativen) Auswirkungen auf seinen Umgang mit ihnen hat.

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Sehr geehrte Chrismon-Redaktion,

ich bin entsetzt über die aktuelle "Titelstory" zum Thema Missbrauch und Pädophilie. Ich empfinde diesen Artikel inhaltlich und sprachlich als unfassbar undifferenziert und tendenziös. Von Journalismus kann hier aus meiner Sicht nicht die Rede sein.

Wenn es nicht ein so ernstes Thema wäre, müsste ich lachen über so viel Naivität der Autorin Christine Holch. Nach meinem Empfinden lässt sie sich einspannen für das (hinlänglich bekannte) Narrativ des netten Pädophilen, der Kindern nur helfen will und sogar Missbrauch verhindert bzw. Leben rettet, wie wir atemlos und gerührt dem Text entnehmen können.

Natürlich mag es viele Menschen mit pädophilen Neigungen geben, die diese nicht ausleben. Das ist zu begrüßen, aber keine Haldentat. Und natürlich helfen Stigmatisierung und die Verweigerung von Beratungsangeboten für Menschen, die nicht zu Täterinnen werden wollen, nicht weiter.
Hier muss und soll natürlich differenziert und nicht vorverurteil werden.

Aus meiner Sicht gibt es jedoch viele Gründe, auch gegenüber dem geschilderten Fall skeptisch zu sein.

Ein Mensch, der bei sich eine pädophile Neigung entdeckt und sogar eine Gefährdung beschreibt, diese auszuleben (wie Tom V. in jungen Jahren) und dann dennoch als Lehrer und Schulbegleiter arbeitet, um sich und die anvertrauten Kinder diesem Risiko täglich auszusetzen, erscheint mir absolut unglaubwürdig und lässt bei mir alle Alarmglocken leuten.

Illustriert wird die Unglaubwürdigkeit für mich z.B. durch die unangenehme Beschreibung der Beziehung zu einem Mädchen - dem Traumgirl(!) als "Meisterprüfung". Dann die Idee, ihr das später sogar noch mitteilen zu wollen - was die umsichtige "geradlinige" Partnerin verhindert.
Dann die Beschreibung der selbst auferlegten Regeln, die klingen wie ein lustvolles tägliches Spiel mit der Versuchung: "wenn doch mal Begehren aufkommt..." - oder die Szene mit dem Schulhund...das ist alles unerträglich zu lesen für mich, die ich ebenfalls an einer Schule arbeite.

Schließlich die Diskreditierung der besten Freundin, indem ihre polizeiliche Anzeige offenischtlich strafbewährter kinderpornografischer Darstellungen (da es ja zur Verurteilung kam!) mit dem selbst erlittenen Missbrauch und ihrem Wunsch, "sich nun als Erwachsene endlich wehren zu wollen" erklärt oder zumindest in Verbindung gebracht wird. Wie kann so etwas allen Ernstes in Ihrer Zeitung geschrieben werden?!

In der zitierten Studie von Alexander Schmidt (u.a.) wird im Übrigen deutlich darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse in erheblichem Umfang auf Selbstaussagen der beteiligten Männer beruhen. Und außerdem ist die Diagnostik von Pädophilie dermaßen problematisch, dass sich keine validen Aussagen darüber treffen lassen, wie viele der im Artikel erwähnten "nicht pädophilen" Täter es eben doch sind. An dieser Stelle ist auch die Verharmlosung von (völlig ungefährlichen) Menschen mit pädophiler Neigung im Gegensatz zu den "eigentlich gefährlichen" psychopathischen Tätern schwer erträglich.

Mit guter Menschenkenntnis - wie all die im Artikel zitierten von Herrn V. begeisterten, ihm dankbaren Menschen das wohl suggerieren sollen - kommt man da bekanntermaßen nicht weit (wie man auch anderen Straftätern ihre "Neigungen" selten ansieht oder anmerkt).

Schlechter journalistischer Stil spricht für mich auch aus der (auf mich so wirkenden) durchgängigen - völlig unkritschen - Solidarisierung der Autorin mit Herrn V., dessen Angaben doch wohl auch wesentlich auf Selbstaussagen basieren.

Wer sich damit beschäftigen muss (wie ich im Bereich Kinderschutz seit vielen Jahren), stellt fest, dass Missbrauchstäter*innen sehr erfinderisch darin sind, sich ihre eigene Welt zu basteln und sich höchstens als unglückliche Opfer ungünstiger Umstände darzustellen (und scheinbar oft auch selbst daran zu glauben).

Dazu passen für mich die Darstellungen im Artikel, wie unschuldig T.V. an den Stick durch "einen alten Kumpel" gekommen sei und wie es an ihm "vorbeigegangen" sei, dass diese Darstellungen von Kinder auf dem Stick "inzwischen strafbar geworden waren".
Dass ihm eine "einzige pornografische Darstellung" auf dem (sonst harmlosen Stick?!) wohl durchgerutscht ist, weil er ein offensichtlich unter 14jähriges Mädchen mit einem Erwachsenen-Penis in der Hand (!) angeblich für eine erwachsene Frau hielt, wundert dann schon nicht mehr. Auch nicht, dass er erwarten würde, dass der Richter diese eine Darstellung doch "als Versehen" hätte erkennen müssen. Kein Wort von der Autorin darüber, mit welchem Leid "diese eine Darstellung" für dieses Mädchen verbunden war.

Ich bin einfach entsetzt, dass dieser Artikel nicht etwa in einer drittklassigen Illustrierten sondern in Chrismon erschienen ist!
Aus meiner Sicht hat hier die Autorin bei einem so wichtigen Thema völlig die Distanz zu ihrer "Quelle" verloren.
Sie hat sich einspannen lassen für eine offensichtliche Verharmlosung von pädophilen Neigungen, deren alltägliches Risiko im Zweifelsfall für (schutzlos ausgelieferte) Kinder nicht unterschätzt werden darf.

Als Pädagogin und Fachkraft im Kinderschutz empfinde ich diesen Artikel noch dazu mit seiner reißerischen Aufmachung als unterträglich. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es Missbrauchsopfern oder deren Angehörigen damit geht.

Uta Behrend

Antwort auf von Uta Behrend (nicht registriert)

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Sehr geehrte Frau Behrend,

als Fachkraft für Kinderschutz sind Sie natürlich besonders sensibilisiert. Aber dass Sie die Aufmachung unserer Titelgeschichte als „reißerisch“ bezeichnen, verdutzt mich nun doch. Man sieht keine emotionalisierenden Fotos, sondern pure Schrift, und im Titelzitat legt jemand seinen gefährlichen Irrtum offen. Was kann man dagegen einwenden?

Dass es für Sie unerträglich ist zu lesen, wie Tom Varrel von einem Mädchen als seinem „Traumgirl“ spricht - d’accord. Da standen auch mir die Haare zu Berge. Aber wissen Sie, da bemüht sich jemand nach Kräften, ein guter Mensch zu sein, geht einen verschlungenen Weg, stolpert auch - und ich gebe ihm eine Chance und lasse ihn sein Ringen ungeschönt erzählen. Dass der Text ambivalente Gefühle bei den Lesenden hervorruft, das ist gewollt. Denn wer kann sich schon hundertprozentig sicher sein? Auf Sie wirkt das dann wie „drittklassige Illustrierte“.

 Es tut der Validität der Studie von Alexander Schmidt u.a. übrigens keinen Abbruch, dass Männer darin Aussagen über sich selbst tätigten. Das ist bei Dunkelfeldstudien so üblich. Nur auf diese Weise hat man auch erfahren, wie viele Menschen in ihrem Leben schon sexuelle Gewalt oder Gewalt in Partnerschaften oder Gewalt in der Schule erlitten haben (die sie nie angezeigt hatten). Das Besondere an dieser Studie ist, dass eine repräsentative Auswahl an Männern (und eben nicht verurteilte Männer) nach ihren sexuellen Präferenzen und Phantasien gefragt wurden. Die Teilnahme war natürlich anonym.

 Ihren Vorwurf, dass ich Missbrauch (durch pädophile oder nichtpädophile TäterInnen) verharmlosen würde, weise ich entschieden zurück. Wir haben uns mehrfach in großen Titelgeschichten mit den Geschädigten von Missbrauch beschäftigt (etwa hier oder hier). Und genau so wichtig war uns auch immer, ausgewiesene Fachleute zu befragen zu  Prävention und frühem Eingreifen (zum Beispiel hier oder hier oder hier).
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Chefreporterin

 

Sehr Frau Behrend, sehr gut geschrieben.
Ich als Betroffener /Überlebener sehe das genauso.
Ich finde weiter das so Beitrag von Chrismon nicht gerade jetzt auf der Titelseite gehört.
Dezember 2022 würde mein Antrag abgelehnt von Ev Kirche.
Musste in der Waz Zeitung als Beilage Chrismon magazine Titelseite sehen.
Ich finde das Spott und Hohn für Betroffene sexuelle Gewalt in der Ev Kirche das ich so getriggert werde.

Am besten wäre gewesen die Ev Kirche hätte mir dehn 2 Antrag nicht zukommen lassen. Dann hätte ich mit 1 Antrag von anderen ev Kirche mit 5000 Euro peanuts des leid abgeschlossen. Aber die Ev Kirche musste mit 2021 noch Antrag senden ob wohl sie wussten das schon Peanuts des Leids bekommen habe. Wollte mich ev Kirche mich alte Wunde wieder aufreissen. Das ich von ev Kirche vor 1 Advent 2022 Absage bekomme und der Gipfel der Frechheit ist das Kommission an Buß und Bettag darüber entschieden haben.
Mir fehlen da die Worte. Mit christliche Werte hat nicht mehr zutun.

Sehr geehrte Frau Holch,

Frau Behrend empfindet Ihren Artikel als unerträglich. Auf den Tippfehler "unterträglich" lassen wir vorsichtshalber mal nicht Großmeister Freud los, auch nicht bei "Haldentat" statt Heldentat. Sie haben inhaltlich bereits geantwortet.

Gibt es einen Tipp, wie man Leserkommentare erträgt, die bei einem argumentativen Artikel folgendes entdecken: "inhaltlich und sprachlich als unfassbar undifferenziert und tendenziös", "Naivität der Autorin", "lässt sie sich einspannen", "das ist alles unerträglich zu lesen", "Wie kann so etwas allen Ernstes in Ihrer Zeitung geschrieben werden?!", "durchgängigen - völlig unkritschen - Solidarisierung der Autorin", "Ich bin einfach entsetzt", "drittklassigen Illustrierten"?

Ja, es gibt einen Tipp: Durchatmen, gelegentlich lachen und dann die in der Tirade verstreuten Argumente suchen!

Fritz Kurz

Antwort auf von Uta Behrend (nicht registriert)

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Sehr geehrte Frau Behrend,
hoffentlich erschrecke ich Sie nicht, ich bin Tom Varrel. Sie urteilen sehr hart über mich, daher bitte Ich Sie um die Fairness, mir wenigstens eine Erwiderungsmöglichkeit einzuräumen.Bei Ihnen schrillen alle Alarmglocken, weil ich das Risiko einging, mit meiner Neigung in die Schule zu gehen, wie Sie sagen.Risiko? Ich vermute, dass Sie ohne es auszusprechen, davon ausgehen, dass Pädophilie eine Krankheit und damit mit der Möglichkeit des Kontrollverlustes verbunden sei. Wer ernsthaft krank ist, hat nun mal keine Kontrolle. Es ist aber keine Krankheit, sondern nur Sexualität. Das weiss ich sehr gut, da ich Erwachsene wie Kinder gleichermaßen begehren kann und es sich beides gleich anfühlt.Ich kann mich daher genauso gut kontrollieren, wie Sie es können.Ich vermute, dass ich es sogar etwas besser kann. Denn Sie könnten sich auch mal einen kleinen "Ausrutscher" erlauben, ich mir auf keinen Fall, denn dieser Ausrutscher könnte ein Kind betreffen und da sind auch die kleinen Sachen wie komische Bemerkungen, aufgezwungene Berührungen schon zu viel.In meinem Video "Unbesiegbare Triebkontrolle" zähle ich alle Präventionsmethoden auf, die ich einsetzte, um das zu gewährleisten. Das war nicht schwierig.Kinder machen es einen leicht, sie unbedingt zu schützen. Sie berühren mein Herz, ich sehe ihre Verletzlichkeit, ich spüre ihre Unsicherheit, kenne viele ihrer Probleme.Mir geht es da nicht anders als Ihnen.Die Gefahr liegt nicht im Trieb, sondern in dem, was man sich eventuell dazu denkt. Darauf gehe ich in meinem Kanal gründlich ein, ich will zeigen, wie Täterdenken funktionieren kann. Damit man weiss, wie man es erfolgreich auflöst - bei jeden Gutwilligen.Sie kritisieren mich sehr heftig, ich muss auch eine Kritik äussern: jeder 100ste Mann ist pädophil. Dazu kommen noch die, die gar nicht pädophil sind, aber trotzdem einen Reiz bei Kindern sehen können. DAS bekommen Sie NIE aus einer Schule heraus.Aber Sie könnten Fortbildungen entwickeln, die helfen, entstehendes Täterdenken zu stoppen.Es gibt unerreichbare Sadisten unter den Tätern, aber es gibt auch die weichen und das sind die (rechtzeitig)Erreichbaren. Natürlich müssten Sie dazu etwas lernen: sich nicht mehr aufzuregen über eine "andere"Sexualität. Dann könnten Sie ein Leuchtturm werden für mögliche Täter, also ein Mensch sein, der Pädophilie akzeptiert, aber den richtigen Weg voraus leuchtet.Wenn Sie das nicht werden wollen, sind Sie leider nur ein Mensch mehr, der unbeabsichtigt dafür sorgt, dass Pädophile schweigen und verdrängen- das kann unter Umständen eine Katastrophe auslösen.Ich hatte immer das Glück, reden zu können von Angesicht zu Angesicht.Nur bei einem Menschen nicht: bei der Freundin , die mich angezeigt hat. Sie hat bis heute nicht verstanden, dass Sie einen Menschen ruiniert hat, der nicht mehr gebraucht hätte als ein Gespräch darüber, was Sie in diesen Bildern sieht, die man mir vorwarf. Man kann es gut schaffen , sich vollkommen abzugrenzen gegenüber echter klarer Kinderpornographie, doch was der Gesetzgeber heute darunter noch alles versteht, ist nicht mehr leicht zu verstehen noch auf den ersten Blick zu sehen.Sogar der Richter hat ausdrücklich zugegeben, dass sich die Bilder, die er da in Händen hielt deutlich von denen unterschieden, die er sich sonst anschauen muss.Und mit dem EINEN Bild bleiben Sie bitte fair und realistisch. Wer Bilder will, hat nicht ein Bild, sondern Tausende, er sucht danach, er fragt danach, er bewegt sich im Dark net, das war alles nicht bei mir festzustellen. Aber man wusste, dass ich pädophil bin und in der Schule arbeitete. Ich glaube, es wäre sehr gerecht von Ihnen, es wenigstens für möglich zu halten, dass der Richter gedacht haben könnte wie Sie.Ich vermute, dass auch bei Ihm die Alarmglocken geschrillt haben.

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Liebe Redaktion,
vielen Dank für den Mut von Frau Holch, einen solch differenzierenden Artikel zu schreiben!
Für mich als atheistischem Protestanten gewinnt Chrismon dadurch an Profil, ebenso wie durch den Artikel über die Klima-Aktivisten!
schöne Grüße
Wolf Ortiz-Müller

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Ihr Beitrag ist Top Ute Behrend
Ich als Überlebener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche, war getriggert. Als ich in der Waz Zeitung die Beilage Magazin von Chrismon gesehen habe.
Weil die Ev Kommission 2022 im Dezember mein Antrag eiskalt abgelehnt hat musste jetzt auch noch sehen das Pädophile in Chrismon auf 2023 Titelseite. Dehn Beitrag habe ich natürlich nicht gelesen.
Ich kenne solche Statement von....
Du wolltest es doch auch....

Täter müssen therapiert werden keine Frage aber die Bühne auf Titelseite von Chrismon. Sollte ein no-go sein.

Viele Grüße
Überlebener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche

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Liebe Redaktion,

wenn man sich schon an ein solch brisanten Thema zuwendet wäre es zumindest sinnvoll sich, auch als Hintergrundgespräch, mit Menschen zu unterhalten deren Missbrauchsabbildungen (Journalist:innen nennen das immer noch Kinderpornografie) im Netz sind.
Denn die Relativierung von "Posing-Bildern" in diesem Artikel ist schwer auszuhalten, denn diese sind oft nur die erste Stufe.

Ebenso sind in diesem Zusammenhang Quellen von Projekt "Kein Täter werden" nicht hilfreich, da dieses im Rahmen eines Modellvorhabens nach §65d SGB V durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) gefördert wird.
Daher werden Sie dort sicherlich keine kritischen Töne hören.

Hilfreicher wären da unabhängige Studien, wie z.B. die Mikado-Studie heranzuziehen.

Aber vollkommen unerträglich, ja fast schon groß fahrlässig ist, das in diesem Artikel auf den Youtube-Kanal des Herrn V. verlinkt wird .

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Fock
1. Vorsitzender
gegen-missbrauch e.V.

Sehr geehrter Herr Fock,

ich bin Tom Varrel.Sie machen eine wichtige und wertvolle Arbeit, aber ich tue mir sehr schwer mit Ihrer Aussage. Sie wollen Missbrauch verhindern. Ich auch.Nur tue ich es von der anderen Uferseite aus. Und ich habe etwas Wertvolles weiter zu geben: ich weiss GENAU, wie man in das Denken eines werdenden Täters gerät und ich weiss GENAU, wie man da rechtzeitig und für immer heraus kommt.Natürlich kann man meinen Weg und meine Lösungen, die ich gefunden habe, nicht auf alles und alle beziehen, ABER wäre es denn nicht ein grosser Segen, wenn auch nur EIN Mensch in ähnlicher Lage sich von mir angesprochen fühlte und umschwenkte? Ich bin mir bewusst, dass ich Grenzen habe und nicht alles sehen kann, daher wären Sie wirklich herzlich eingeladen, zB einen meiner Beiträge auf meinem Kanal kritisch zu hinterfragen.Diese Kritik bliebe stehen und wenn sie fair geschieht, würde ich sie feiern.Die Volkskrankheit Kindesmissbrauch heilen wir nur GEMEINSAM, jeder guten Willens kann etwas beitragen, ich mache hier meine bescheidenen Vorschläge, in die ich viel Zeit und Mühe investiere. Meine Welt, Herr Fock, ist keine Blase.Vielleicht habe ich mich wegen der Posing -Bilder bei Ihnen schon vollkommen disqualifiziert.Daher ein Impuls zum Paragraphen 184: ich habe es als tiefe Demütigung erfahren, mich in eine Reihe gestellt zu sehen mit denen, die Bilder mit sexuellen Handlungen an Kindern suchen , bezahlen, horten usw, wegen einer Handvoll Posing-Bilder, die vermutlich nur im geringen Maße Posing zeigten. Mit dem Hammer hatte ich vor vielen Jahren meinen Fehltritt in Sachen Kinderpornografie zerstört, um nie wieder zurückzukehren. Posing-Bilder waren in meiner Welt also nicht der erste Schritt, sondern der letzte Schritt auf dem Weg nach draussen. Es gibt da ein Problem, Herr Fock: Mit der Sexualität ist es wie mit einem Fluss. Man kann sich nicht dagegen stemmen, sonst wird man krank. Man darf aber im Falle von Pädophilie auch nicht mitschwimmmen, sonst werden Kinder sehr krank. Man hat nur eine Möglichkeit : den Fluss umleiten auf Gebiete, von denen man annimmt, dass es Kindern nicht schadet.Natürlich kann man da Fehler machen, aber sie sind schnell korrigierbar, weil die Grundhaltung des Schützen wollens ja stimmt. Ich hatte definitiv eine viel zu naive Haltung gegenüber Posing-Bildern( die ich nicht suchte, aber auch nicht strikt ablehnte), für mich waren diese Bilder nur ein Spiegel einer Welt, in der mediale hochberühmte Vorbilder den Kinder beibrachten, sich so zu bewegen und darzustellen. Damit, hatte ich, wenn Sie ehrlich sind, nicht unrecht, aber es griff viel viel zu kurz.Aber bitte beachten Sie die Reihenfolge: nicht zuerst , sondern zuletzt waren diese Bilder noch da.Der Paragraph 184 ist mittlerweile eine Katastrophe, es spricht viel dafür, dass er die Verfassung bricht, das ist die größtmögliche Sünde in einem Verfassungsstaat.Da suche ich lieber andere Lösungswege und habe den sicher nicht naiven Gedanken, dass man werdende Täter rechtzeitig erreichen kann, wenn man sie da abholt , wo sie stehen: bei ihren Begehren UND ihren Irrtümern wie "wenn es Liebe ist, ist es kein Missbrauch".Herr Fock, ist das kein guter Gedanke? Und wollen Sie da nicht etwas beitragen? Mitdenken, mitreden, auch gerne kritisieren? Ich würde zum Beispiel wirklich gerne hören, was Sie als Experte über meine kritische Reflexion des Begriffs "Sexualisierte Gewalt" zu sagen hätten. Ich halte diesen Begriff für sehr unglücklich und kontraproduktiv gewählt- aus meiner Sicht, aus der Sicht eines Menschen, der einmal wie ein Täter dachte und zum Glück rechtzeitig den Ausstieg aus dem Muster fand.hier wäre der link https://www.youtube.com/watch?v=AnQANgntV2g&t=83s,der Beitrag hat den Titel" Wie Worte aus harmlosen Pädophilen Täter machen können" mit freundlichen und leise hoffnungsvollen Grüssen Tom Varrel/ Pauli, Maskottchen des Clubs "Pädophile gegen Kindesmissbrauch"

Guten Tag, Herr Fock,

gern nehme ich zu einigen Ihrer Kritikpunkte Stellung.

Sie kritisieren, dass die MIKADO-Studie nicht herangezogen wurde zur Recherche. Tatsächlich WURDE sie herangezogen. Und der Wissenschaftler Alexander Schmidt, der im Text vorkommt, hat daran mitgearbeitet. Er hat z.B. versucht herauszufinden, wie viele Männer ein sexuelles Interesse an Kindern haben und wie viele davon ihr Verlangen dann auch in die Tat umsetzen. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der MIKADO-Ergebnisse und darin auf S. 10 das Thema "Wie viele Männer haben..." MIKADO ist der Name des interdisziplinären Forschungsprojekts und steht für "Missbrauch von Kindern: Atiologie, Dunkelfeld, Opfer".  (Ätiologie bedeutet hier wohl "Ursachen")

Da Sie mir, so hört sich das für mich jedenfalls an, einseitige Recherche - nämlich nur bei "Kein Täter werden" nachgefragt zu haben - vorwerfen: Ich habe nicht nur mit einer Therapeutin von "Kein Täter werden" gesprochen, sondern - genau so lang - mit Christian Stahl vom Caritas-Therapiezentrum "Neue Wege" in Bochum, er macht dort seit Jahren opfergerechte Täterarbeit.

Es handelt sich um "Missbrauchsabbildungen", da haben Sie völlig recht. So soll man das nennen. Das tue ich auch in meinem Artikel, mehrfach. Manchmal allerdings scheibe ich auch "Kinderpornografie" - weil dieser Begriff den Menschen bekannt ist, vor allem aber, weil das Strafgesetzbuch diesen Tatbestand so nennt - etwa in § 184b StGB.

Sie schreiben, es sei grob fahrlässig, zu den Videos von Tom Varrel zu verlinken. Das verstehe ich jetzt nicht. Herr Varrel bereut, dass er als junger Mann Missbrauchsabbildungen konsumiert hat, nun möchte er andere Pädophile abhalten von Taten, das ist ja erst einmal eine anerkennenswerte Absicht, oder nicht?

Ich denke, Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt kann und muss an vielen Punkten ansetzen. Dazu gehört für mich auch die präventive Arbeit mit pädophilen Menschen. Und genau so braucht es Hinwendung zu den Menschen, die Gewalt erfuhren - so wie Sie es mit Ihrer Initiative tun. (Sie haben ja übrigens auf Ihrer Webseite auch differenziert zwischen Menschen mit pädophiler Neigung und Tätern.. https://www.gegen-missbrauch.de/paedosexualitaet/)

Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch/ Redaktion chrismon

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Die unsachlichen Reaktionen auf diesen Artikel machen mehr als deutlich, wie groß und undifferenziert die Übermacht des sogenannten Kinder- und Opferschutzes ist. Der Versuch, einer objektiven Darstellung wird diffamiert. Eine rationale Auseinandersetzung soll verhindert werden. Im heutigen Zeitgeist der Desinformation ein erfolgreiches Mittel, welches sich schlimmer Weise etabliert hat. Dem Kinderschutz vor sexualisierter Gewalt völlig abträglich....

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Gieseking

Herr Gieseking, es gibt keine "Übermacht des sogenannten Kinder- und Opferschutzes", wie Sie behaupten. Es gibt aber eine Webseite, bei der Sie im Impressum stehen und auf der Sie in den FAQ dies schreiben: "Ist jeder sexuelle Kontakt mit einem Kind eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung? Nein. Es gibt auch von beiden Seiten gewollte sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen. Dabei handelt sich um keine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung." Mit Verlaub, diese Aussage ist falsch. Sie werben für die Legalisierung von ausgelebter Sexualität gegenüber Kindern/Jugendlichen. Genau das will Tom Varrel, der pädophile Mann in unserem Text, NICHT. Und wir, die Redaktion, verwahren uns gegen Beifall von Ihrer Seite.
Christine Holch/ Redaktion chrismon

Als Info Herr Gieseking

QUELLE :Kindernothilfe
2.Sexuelle Gewalt ist die tatsächliche oder angedrohte sexuell motivierte Berührung eines Kindes, also sämtliche Formen sexueller Aktivitäten wie unsittliche Berührungen, Geschlechtsverkehr etc. sowie Aktivitäten ohne körperlichen Kontakt wie z.B. das Zeigen von pornographischem Material.
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Die meisten Taten passieren in unserer unmittelbaren Nähe, durch Menschen, die die Kinder gut kennen: in der Familie, in der Nachbarschaft oder bei Freizeitaktivitäten( Kirche, Kinderheime Schwimmverein usw , Kindergarten, Ev Pfadfinder....

.. Berlin, 17.11.2022 Anlässlich des 8. Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt haben Bundesfamilienministerin Lisa Paus und die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, heute in Berlin die gemeinsame Aufklärungs- und Aktivierungskampagne „Schieb den Gedanken nicht weg!“ vorgestellt.....
https://beauftragte-missbrauch.de/presse/artikel?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=708&cHash=7ad1a69e123f51abf95e0aab92254446

https://youtu.be/2vIWC2fUoIM

Viele Grüße
Überlebener sexuelle Gewalt in Ev Kirche

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Ich akzeptiere die verharmlosende Interpretation, dass pädophile Neigung einfach nur eine Neigung sei, nicht. Auch finde ich die Tatsache, dass die Eltern des Protagonisten hier lediglich am Rande, und dazu noch mit einer verharmlosenden Selbstverständlichkeit, erwähnt werden, dem Thema abträglich.
Auch die Beschreibung von Maja und Britta sind nahezu klassisch verharmlosend. Was weiß man denn schon über die Gedanken und Gefühle des Protagonisten, oder sein Unbewusstes ?
Auch sind oft beide Partner an einem Missbrauch beteiligt, mehr oder weniger direkt, womit ich niemand in dieser Geschichte beschuldigen, außer die verantwortliche Journalistin darauf aufmerksam machen möchte, dass die Vorwürfe der Naivität, die einige der Leser hier vorgebracht haben, und auch mir aufgefallen sind, nicht einfach von der Hand zu weisen sind, und vor allem berechtigt sind.
Frau Holch weist, grundsätzlich, alle Kritikpunkte der Leser von sich, selbst wenn sie von Menschen vorgebracht werden, die mit diesem Thema beruflich täglich konfrontiert werden.
Das scheint mir vor allem selbstherrlich, und auch aus journalistischer Sicht völlig inkompetent.

Zu @ Herrn Varrel:
Anerkennung für seine Haltung, sich bewusst gegen seine Neigung entschieden zu haben, aber den seltsamen Stolz, mit welchem er hier für seine Sache streitet, verstehe ich nicht.

Zu @ Dieter Gieseking:
Hier habe ich nicht das geringste Verständnis. Mir scheint eher, da ist jemand, der nun die Gunst der Stunde wittert, um eine üble Polemik vom Stapel zu lassen.

Antwort auf von G.L. (nicht registriert)

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"selbst wenn sie von Menschen vorgebracht werden, die mit diesem Thema beruflich täglich konfrontiert werden." Die tägliche Befassung mit einer Sache ist überhaupt kein Grund, die Sache richtig zu sehen. Des Henkers Meinung über die Todesstrafe ist so gut oder so schlecht, wie er Argumente hat, nicht wie viele Köpfe er schon in den Korb hat rollen lassen. Die Meinung des Generals über den Krieg wird nicht besser oder schlechter als sie ist dadurch, dass er schon viele Schlachten befehligt hat. Des Pfarrers Meinung über Gott wird nicht dadurch in ihrer Falschheit oder Richtigkeit bestimmt, wie viele Säuglinge er schon durch Wassergüsse erschreckt oder wie viele Leichen er schon beweihräuchert hat. Und ob die Psychologie eine großartige Sache oder ein gefährlicher Humbug ist, wird nicht dadurch geklärt, wie viele sich schon auf die Couch gelegt haben.

Traugott Schweiger

" Die tägliche Befassung mit einer Sache ist überhaupt kein Grund, die Sache richtig zu sehen."etc, pp.
Sehr geehrter Herr Traugott Schweiger,
" jedem Narren gefällt seine Kappe " , so auch Ihnen die Ihre.

Der Eigensinn ist oft dumm.
Meinungen allein sind beim Thema Missbrauch daher nicht hilfreich.

"Meinungen allein sind beim Thema Missbrauch daher nicht hilfreich." Ein schöner, zutreffender Satz von Ihnen, verehrte Frau G.L. Meinungen sind übrigens bei allen Themata nicht hilfreich. Und Autoritätsgläubigkeit erst recht nicht. Weil einer sich täglich mit einer Sache beschäftigt, gilt er vielleicht als Autorität. Trotzdem sollte man ihm nicht einfach glauben, sondern seine Argumente überprüfen, sofern er überhaupt welche hat und vorträgt.

Jetzt vielleicht etwas klarer, worum es überhaupt geht?

Traugott Schweiger

Antwort auf von G.L. (nicht registriert)

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Sehr geehrte(r) G.L
hier ist Tom Varrel. Vielleicht haben Sie es überlesen, vielleicht ist es nicht deutlich genug geworden: Ich verharmlose eine pädophile Neigung nicht. Nur ist es ein riesiger Unterschied, eine Neigung zu haben oder ihr eben zu folgen.Es liegt einfach ein grosser langer Weg dazwischen.Aus einer erotischen Fantasie, die in einem aufsteigen kann, weil man sich erotisch angesprochen fühlt, wird doch nicht automatisch eine Handlung, im Gegenteil. Ich verharmlose gar nichts, ich habe nur gelernt, es gelassen zu nehmen, wenn ich ein Kind ansprechend finde. Ich bleib da schon lange cool, weil ich ausgerüstet bin mit Präventionsmethoden bis unters Dach. Meine Umwelt ist nicht naiv und Frau Holch erst recht nicht, Sie konnten und können bloss alle sehen, dass ich nicht NAIV VERSCHMOLZEN bin mit meiner Sexualität.Ich denke nicht, wie meine Sexualität und glaube auch nicht, was sie gerne glaubt.Denn sie verspricht mir Glück, wo ich nur Unglück hervorbringen würde. Sie ist die "Sehnsucht nach dem falschen Paradies" wie mein Film heisst und den ich nicht vor Gericht zeigen durfte, was man mir vor der Verhandlung nicht mal mitteilte.So schaut heute unsere Rechtsstaat aus. Ich weiss jetzt , warum man sich einen guten Anwalt leisten können muss : damit ein Gericht den Mindeststandard der Rechtlichkeit einhält.

Sie sollten sich aber mal bitte bewusst machen, was für grauenhafte Dinge Sie hier auszusprechen wagen. Wie können Sie überhaupt den Gedanken aussprechen, dass meine Freundin vielleicht mitbeteiligen sein könnte an einem Missbrauch. Würde man so über Ihre Partnerin sprechen , nun.....ich muss nicht weiter reden. Meine Partnerin sah die Dinge so gelassen, wie sie sie sah. Warum? Weil ich gleich zum Anfang unserer Beziehung die Karten auf den Tisch gelegt habe, mir ist es sehr wichtig, dass meine Partnerin Bescheid weiss über meine Neigung.Das gehört zu meinen Präventionsmethoden: Volle Transparenz! WEIL ich verhindern will, dass ich auch nur kleine Fehler mache, die natürlich auch einmal unbewusst geschehen können.ABER KEINER, sehr geehrte(r) G.L. missbraucht unbewusst wie ein Schlafwandler ein Kind -gegen seine Einstellung und Einsicht( ausser er ist ernsthaft geistig erkrankt).
Das festzustellen, ist mir wichtig, da Sie ja den Begriff des Unbewussten ins Spiel bringen, vielleicht nach dem Motto: Herr Varrel könnte ja unbewusst …….und alle schauen naiv zu.Weder ich noch meine nahe Umwelt ist naiv, sie ist nur von mir sehr genau informiert.Und das hat eben Frau Holch kennen gelernt: Eltern und Freunde, die bestens Bescheid wussten, seit vielen vielen Jahren- weil ich das so wollte.Wenn mir ein kleines Mädchen gefällt, soll das meine Partnerin wissen und meine Freunde auch.Das hilft sehr, immer klar zu bleiben.Ganz simpel. Und deswegen wusste auch jeder, wie furchtbar widersinnig es ist, mich wegen eines Paragraphen der Kindesmissbrauch verhindern soll, vor Gericht zu zerren. Denn das mit dem Verhindern, das tat ich schon selber sehr sehr lange. Da brauchte ich den groben Präventions-Schmiedehammer des "weisen" Gesetzgebers nicht dazu.

Antwort auf von Tom Varrel (nicht registriert)

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"So schaut heute unsere Rechtsstaat aus." Sie sind enttäuscht über den Rechtsstaat. Da gibt es, wie bei jeder Enttäuschung, zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Ihre und der meisten Zeitgenossen offenbar gute Meinung vom Rechtsstaat ist sachlich gerechtfertigt und der Rechtsstaat zeigt eine Schwäche, die behoben werden sollte. Bessere Richter, bessere Anwälte, Reform diverser Gesetze usw.

Möglichkeit 2: Der Fehler liegt überhaupt nicht beim Rechtsstaat, sondern der Fehler ist die gute Meinung über den Rechtsstaat. Vielleicht ist der gar nicht dazu da, dem Bürger in der Weise hilfreich zu sein, wie Sie es erhofft hatten. Dann wäre die produktive Fortsetzung der Enttäuschung eine Ent-Täuschung. Das bedeutet also die Täuschung über die Rolle, die der Rechtsstaat angeblich hat, durch die korrekte Bestimmung seiner Funktion in der modernen Gesellschaft zu ersetzen.

Bei Interesse gern mehr. Das führt freilich weg von der vom gesunden Volksempfinden losgetretenen Vorwurfslawine, die Sie, wie zu erwarten, überrollt.

Friedrich Feger

Antwort auf von Tom Varrel (nicht registriert)

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Danke für Ihre freundliche Rückmeldung.
P.S. Lesen Sie meinen Kommentar noch mal, wenn Sie sich beruhigt haben.

" Wenn mir ein kleines Mädchen gefällt, soll das meine Partnerin wissen und meine Freunde auch."
Und was sollen sie mit diesem Wissen anfangen ?

" Das hilft sehr, immer klar zu bleiben.Ganz simpel."
Das kann auf Dauer überfordern.

Wunderbar, das verstehe ich jetzt. Gut, dass Sie mich direkt auf eine Aussage ansprechen."Wenn mir ein kleines Mädchen gefällt, soll das meine Partnerin wissen und meine Freunde auch." Es ist ja zugegeben, nicht so einfach zu verstehen. Meine Partnerin zB weiss genau Bescheid über meine Neigung und meinen Weg. UND : Sie vertraut mir und glaubt an mich. Sie glaubt fest daran, dass ich bei keinem Kind eine sexuelle Annäherung suchen werde. Dieses Vertrauen ist eine KRAFT für mich.Sie ruft das Beste, d.h. Anstand und Liebe sowie Haltung und Klarheit in mir auf. Daraus folgt: noch bewusstere Kontrolle, nach wachere Selbstbeobachtung.Ich will meiner tief geliebten Partnerin immer in die Augen sehen können und will sie nie enttäuschen. Das gibt wirklich Power, wenn es darum geht, einem Reiz zu widerstehen. Und das, die volle Transparenz, ist nur EINE von meinen Präventionsmethoden, die ich alle in diesem ( natürlich laienhaft gemachten) Video mit dem Titel "Unbesiegbare Triebkontrolle" aufzähle und erkläre https://www.youtube.com/watch?v=IXrNdQUVT-g&t=36s

Bei mir funktioniert das hervorragend. Warum nicht auch bei anderen? Und warum sollte sowas nicht verbreitet werden? Es ist immerhin mal ein konstruktiver Vorschlag und wenn man es noch mit meiner Erläuterung kombiniert, wie Täterdenken entstehen kann( Video: "Wie lieber Opi Täter wurde"https://www.youtube.com/watch?v=oVqSUAiuYgg) dann hat man doch mal was in der Hand.Ich habe, da ich in der Schule arbeitete, so manche Präventionsveranstaltung erlebt und sehr gelitten. Da gab es nämlich nix zu hören, was man denn machen kann, wenn man merkt, dass man ein Kind erotisch findet. Und man hörte nichts darüber, wie ein wirklich lieber Mensch drauf kommen kann, Sex mit einem Kind haben zu wollen-ohne zu spüren, dass er da auf schlimmen Wege ist. Er tut das, weil er in der Liebesillusionsfalle sitzt, bestimmte Ideologien aus der Täterszene können ihn darin noch bestärken UND SEHR WICHTIG: er ist ohnehin denselben inneren falschen Glücksversprechen ausgesetzt wie jeder Mensch, der eine Sexualität hat. Das erkläre ich im Video mit dem schrägen Titel: "Warum schlaue Frauen Pädophile daten" Der Titel ist bewusst so schräg gewählt, damit er angeklickt wird. Aber dahinter steckt eine sehr ernsthafte Betrachtung darüber, was IMMER das Problem der menschlichen Sexualität ist und was sich natürlich, wenn Kinder im Spiel sind, hundertfach katastrophal auswirkt.https://www.youtube.com/watch?v=0uToR9eY_Ao&t=3s

Ist doch mal was, oder? Ist mehr als weiter den Kopf schütteln und sich in ohnmächtiger Wut über Kindesmissbrauch beklagen. Ob es wirklich hilft, weiss ich nicht, aber hilft es denn, wenn man weiter tabuisiert, weiter nicht drüber redet, weiter Pädophile ins Verschweigen und Verdrängen treibt?

mit ernst gemeinten herzlichen Grüssen Tom Varrel/ Pauli, Maskottchen des Clubs "Pädophile gegen Kindesmissbrauch"

Antwort auf von Tom Varrel (nicht registriert)

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" Ob es wirklich hilft, weiss ich nicht, aber hilft es denn, wenn man weiter tabuisiert, weiter nicht drüber redet, weiter Pädophile ins Verschweigen und Verdrängen treibt? "

Wenn es Ihnen hilft, dann ist schon sehr viel gewonnen.
Das beste aber ist ein Partner, der zu einem hält.

In diesem Sinne,
alles Gute für Sie.

Guten Tag, G.L.

ich wurde bislang in meinem Leben nicht als naiv wahrgenommen, weder privat, noch als Journalistin. Deswegen vermute ich, dass als "naiv" hier gewertet wird, dass ich ÜBERHAUPT mit einem Pädophilen spreche.

Auch wird mir hier "journalistische Inkompetenz" bescheinigt. Dazu merke ich an: Man könnte den Text auch als vorbildlich transparent bezeichnen. Denn hier wird nichts verschwiegen, nicht die strafbare Missbrauchsdarstellung, nicht die Verurteilung, nicht die gefährlichen Illusionen, die Tom Varrel als junger Mann hatte. Alles wird dargelegt und kann diskutiert werden von den Lesern und Leserinnen. Der Text überlässt ihnen, was sie damit tun. Und wenn eine Leserin sagt, dass sie so jemanden lieber nicht in der Nähe ihrer Kinder würde haben wollen, ist das okay.

Ich teile nicht die Haltung, die in mehreren Kommentaren durchscheint, man dürfe über jemanden wie Tom Varrel gar nicht berichten oder nur mit äußerster Abscheu und Distanz. Dass ich ihn nicht verdamme, wird als naiv bezeichnet. Ich stelle ihn einfach als Menschen dar, der versucht, mit einer gefährlichen Neigung in sich klarzukommen. Und ja, ich traue ihm Gutes zu. Darin unterscheide ich mich vermutlich am meisten von einigen der KommentatorInnen hier.

Christine Holch/Redaktion chrismon

Guten Tag, Christine Holch

" (...) dass als "naiv" hier gewertet wird, dass ich ÜBERHAUPT mit einem Pädophilen spreche."
Vermutungen können zu falschen Schlussfolgerungen führen. Ich denke so nicht.
Was ich aber nicht gut finde, ist die Tatsache, dass Sie für jegliche Kritik unempfindlich zu sein scheinen.
Sie sind von Ihrer Meinung überzeugt, und lassen keine Zweifel zu.

Es gibt hier mindestens drei Kommentare, die voller Zynismus sind.

Hallo, G. L.,
ich habe ein paar Kommentare gelesen, die ich nicht verstanden habe. Vielleicht sind das die drei, die Sie als zynisch bezeichnen? Welche meinen Sie? Dann würden wir uns die nochmal genauer anschauen.
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch/Redaktion

Antwort auf von Christine Holch

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Die drei seltsamen Gestalten, als da wären: Schweiger, Feger und Kurz halte ich für eine reine Zumutung, denn mit Ihren Kommentaren attackieren sie die Leser mit purer Bosheit.
Muss das sein ?

Mit freundlichen Grüßen,
G.L.

Erst waren es "mindestens drei Kommentare, die voller Zynismus sind". Frau Holch wollte wissen, welche Kommentare Sie meinen. Jetzt haben wir bereits die Steigerung zu "drei seltsamen Gestalten", die "die Leser mit purer Bosheit" attackieren. Die Spannung steigt. Wenn Sie, werte Frau G.L., jetzt noch verraten würden, welcher Satz in welchem Kommentar Zynismus und Bosheit verrät und warum das so ist, dann wäre der erste Schritt zu einer Diskussion geschafft.

Also nur Mut!

Fritz Kurz

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Es ist für mich verständlich, wenn jemand besonders kritisch etwas hinterfragt, was im unmittelbaren Zusammenhang mit dem eigenen Tätigkeitsfeld steht. Es wäre also für mich verständlich, wenn jemand, der mit Menschen arbeitet, welche als Kind sexuelle Übergriffe erleiden mussten, den obigen Artikel genau unter die "Lupe" nimmt und Fragen stellt.
"Warum glauben Sie...?", "Wie können Sie sicher sein...?", "Wie ist das mit dem Kontakt zu Kindern...?" usw.
Dann könnte man in einen Dialog treten, bei welchem sicherlich die Antworten manches Mal schwer "verdaulich" sein können, durch welchen jedoch Lösungen entstehen können, wie beide "Seiten" dabei helfen können, das gemeinsame Ziel zu erreichen - Verhinderung von sexuellen Übergriffen auf Kinder!

Stattdessen werden die undifferenzierten Pauschal-Verurteilungen wieder hervorgeholt, wird jedem pädophil empfindenden Menschen jegliche Fähigkeit zur Selbstkontrolle und Selbstbestimmung der eigenen Handlungen und sogar jegliche Emphatie gegenüber Kindern abgesprochen!
Während man beispielsweise einem Dozenten an einer Uni mit vielen jungen Studentinnen, der Strategien entwickelt hat, um seinen übermächtigen Sexualtrieb aufgrund einer Hypersexualität von eben jenen Studentinnen fernzuhalten, zu seinen Strategien und seiner Selbstreflexion gratuliert und jede Unterstützung anbietet...
Ich glaube, ich brauche nicht weiterschreiben, denn der einzige Unterschied zwischen meinem Beispiel und dem Beitrag über Tom Varrel ist, dass es nicht um erwachsene Studentinnen geht sondern um Kinder.
Tom Varrel hat noch nicht einmal eine solche (triebhafte) Hypersexualität! Allein die Sexualpräferenz hat sich bei ihm so entwickelt, dass Kinder für ihn sexuell interessant(!) sind/sein können. Das mögen viele als unvorstellbar empfinden, und doch hat sich der pädophil Empfindende dieses nicht ausgesucht, sich "mal eben" dazu entschieden.
Jeder, der einem Pädophilen alle Rechte abspricht, wie es in den Kommentaren herausklingt, sollte sich selbst einmal die Frage stellen, wie er darüber denken würde, wenn er damals in der eigenen Pubertät hätte feststellen müssen, dass die Wunschpartner im Alter nicht mit einem selbst "mitwachsen"!
Die wenigsten Pädophilen wollen Mitleid, aber sie wollen wenigstens die Akzeptanz der Menschen um sich herum, selbst als Mensch gesehen zu werden mit dem Recht auf ein glückliches Leben und der Pflicht, dieses nicht auf Kosten anderer zu verwirklichen.

Noch etwas zum Kontakt von pädophil empfindenden Menschen zu Kindern:
Bei welchem Menschen ist es wahrscheinlicher, dass dieser einen sexuellen Übergriff begeht?
a) Bei dem Menschen, der in seinem Alltag die realen Wünsche von Kindern mitbekommt, der life erlebt, dass vermeintlich erotische Handlungen von Kindern durch diese meistens unbewusst und so gut wie nie mit dem wahrgenommenen Bezug getan werden, und der deshalb einzuordnen weiß, wie sehr weit entfernt die eigenen pädophilen Wünsche von den Wünschen der Kinder sind?
oder:
b) Der Mensch, der isoliert in seiner Phantasiewelt lebt, der Kinder bisher nur idealisiert in seinen Gedanken erlebt hat, und der irgendwann unvermittelt mit Kindern in Kontakt kommt und jetzt die Reaktionen des Kindes mit den falschen Erfahrungen aus der eigenen Phantasiewelt fehl-interpretiert?

Interessanterweise könnte man auch diese Frage auf das obige Beispiel mit dem Uni-Dozenten anwenden...

Ich bin der festen Überzeugung, dass dem Kinderschutz nicht(!) damit geholfen ist, die Pädophilie und gleich alle davon Betroffenen zu verteufeln. Erst recht ist es dem Kinderschutz nicht(!) zuträglich, wenn jeglicher Versuch der rationalen Beschäftigung mit diesem Thema immer wieder als Verharmlosung diffamiert wird.
Jeder sollte das Vertrauen, welches man für sich selbst von seinen Mitmenschen erwartet, auch gegenüber jedem anderen aufbringen! Genaues Hinsehen und Beurteilung und Bewertung tatsächlicher Aktivitäten ist vollkommen korrekt, aber nicht pauschales Abwerten und pauschales Misstrauen. Das führt nämlich dazu, dass sich pädophil empfindende Menschen wie auch ich selbst gegenüber anderen nicht offenbaren, um das bisher mehrfach ausgesprochene Vertrauen nicht zu verlieren.
"Man weiß ja nie... ...irgendwann... ...im Laufe des Lebens..."

Weiß man das von irgendeinem Menschen?

Frank Denker
(ist ein Alias - versteht sich bei den bisherigen Kommentaren von selbst...)

Ich bin überrascht, einen vom Willen zum Denken gekennzeichneten lesenswerten Kommentar wie den Ihren zu finden. Nur ein paar Anmerkungen: Den Pädophilen haut die anständige Gesellschaft genau die Gedankenwelt um die Ohren, die sie für Abweichler generell wie die Homos auch parat hatte und hat. Erst waren die Normverletzer moralisch unter aller Kanone, dann wurden sie für krank erklärt. Und zwar nicht nur in den schwarz-braunen Kreisen, wo nichts anderes zu erwarten ist, sondern auch 2014 noch von einer taz-Redakteurin:

"Es gibt sie noch, die Hardcore-Pädophilen, die ihre sexuelle Orientierung nicht als Krankheit sehen"

Quelle: https://taz.de/Paedophiler-Aktivismus/!5046570/

Wenn aus der Sowjetunion bekannt wurde, dass irgendwelche Opponenten als reif für die (nein, darf man hier nicht schreiben), also die Psychiatrie erklärt wurden, wusste der anständige Deutsche sofort, ohne dass er sonst etwas über den Fall wusste, dass dem Manne oder der Frau Unrecht widerfuhr. Einheimische Pädos gehören aber in die Klappse.

Bei der Herstellung von Kinderpornographie, manchmal auch bei Posingbildern, werden Kinder elendig kaputt gemacht. Bei dem für die Herstellung von Akkus in E-Autos und Smartphones nötigen Kobaltabbau werden Kinder elendig kaputt gemacht.

https://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/kinderarbeit-in-minen/

Soweit kein Geheimnis. Also die Nachfrage nach und den Besitz der Produkte unter Strafe stellen? Bei den Pornos längst geschehen. Mit sehr überschaubarem Erfolg übrigens. Alle Smartphonebesitzer in den Knast? Diese Forderung findet sich in keinem Parteiprogramm. Die Auflösung des Rätsels schreibe ich jetzt nicht hin, sonst wird der Beitrag zu lang.

Die Kinderschänder hingegen haben die gesellschaftliche Wirklichkeit auf ihrer Seite. Wer behauptet, das Kind habe doch freiwillig mitgemacht, greift eine sonst als völlig normal geltende Argumentation auf. Das Geld reicht hinten und vorne nicht und der Konsument muss den letzten Sch.... kaufen, weil alles andere zu teuer ist. War das Zwang? Aber nicht doch! Das war des freien Verbrauchers freie Entscheidung. König Kunde hat mal wieder zugeschlagen. Das Kind findet in seinem Umfeld niemand, der nett zu ihm ist. Der freundliche Onkel aber schon. Also geht es zu ihm und lässt sich unwillig befummeln. Der Onkel legt dar, dass das Kind freiwillig zu ihm kam. Da merkt der anständige Bürger, dass diese Sorte von Freiwilligkeit eine Katastrophe ist. Sonst fällt es ihm leider nicht auf.

Traugott Schweiger

Antwort auf von Traugott Schweiger (nicht registriert)

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Hallo Herr Schweiger, mir kommt Ihr Kommentar zynisch vor. Sie vergleichen das Elend der Kinder, die für die Handyproduktion Kobalt abbauen, mit dem sexuellen Missbrauch und fragen, warum letzteres bestraft werde und ersteres nicht. Wollen Sie damit etwa die Straflosigkeit von sexuellem Kindesmissbrauch fordern?
Christine Holch/ Redaktion

Antwort auf von Christine Holch

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Sehr geehrte Frau Holch,

Sie benennen die Stelle meines Kommentars, wo Ihr Zynismusvorwurf ansetzt, und begründen ihn. Klar, Sie wissen schon länger, dass Argumentieren so geht. Trotzdem freue ich mich, dass Sie es explizit vormachen. Vielleicht ist es nicht allen bekannt, wie man so etwas macht, und manche(r) könnte davon lernen.

Zur Sache: Ich fordere nicht Straffreiheit für sexuellen Kindesmissbrauch. Ich fordere auch nicht Strafverfolgung für den Smartphonebesitz. Ich beteilige mich überhaupt nicht am sehr beliebten Volkssport, nach dem Kadi zu rufen, wenn Widerwärtiges stattfindet.

Mein Hinweis darauf, dass das eine verboten und das andere erlaubt ist, soll zu etwas anderem anregen. Der Staat behauptet, es ginge ihm darum, Kinder zu schützen, wenn er Gesetze erlässt und durchsetzt. Das kann aber nicht der Grund sein, denn sonst würde er nicht so augenfällig unterschiedlich verfahren. Ich will also den Staat nicht dazu vermahnen, entweder beides zu verbieten oder beides zu erlauben. Ich will dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, was der Staat mit seinem Tun bezweckt.

Dass in einem hochintegrativen Umfeld das als Zynismus ankommen mag, ist kaum zu verhindern. Und dass die verantwortliche Reporterin oder Redaktion alles dransetzen muss, nicht verleumdet zu werden, ist mir klar.

Mit passenden Grüßen

Traugott Schweiger

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Die Geschichte enthält in der Tat viele Zumutungen, für mich als Überlebende sexueller Gewalt in der Kindheit und Jugend ganz besonders.
Eine Zumutung ist das Selbstmitleid des T.V*., seine Verharmlosung seines Konsums von Medien mit Darstellungen sexueller Übergriffe und Gewalt gegenüber Kindern, seine Übergriffigkeit, indem er sich in einem Forum von und für Überlebende sexueller Gewalt bewegt hat, und vieles mehr.
Auch die journalistische Aufbereitung des Themas ist eine Zumutung:
Sie fördert noch das Selbstmitleid des T.V.*, verharmlost Pädophilie und ignoriert, dass jeder Übergriff gegenüber Kindern ein Machtmissbrauch ist mit lebenslangen Folgen für die betroffenen Opfer.
T.V. hat immer bei Kindern gearbeitet, Lehrer wollte er nicht mehr sein - war ihm im Kollegium die soziale Kontrolle zu groß, und die "Nähe" zu Kindern zu gering????
T.V. behauptet, er tue alles, damit er seine "Neigung" nicht auslebt.
Da wäre doch naheliegend gewesen, dass er nicht in einem beruflichen Umfeld mit engem Kontakt zu Kindern arbeitet.
Er aber hat sich speziell für eine solche Tätigkeit entschieden und in dem Artikel wird beschrieben, welch ein Vertrauen Kinder zu ihm haben.
Tatsache ist, dass auch Täter häufig auf solche Weise Beziehungen zu Kindern aufbauen, um dann genau dieses Vertrauen für sexuelle Übergriffe auszunutzen.
T.V. stellt sich geradezu als Opfer dar, weil er nicht mehr bei Kindern arbeitet.
Eine Zumutung ist auch, dass T.V.* nun "Aufklärungsvideos" auf YouTube verbreitet.
Was ist sein Motiv dafür??
Ist er dafür ausgebildet uns legitimiert??
Dafür gibt es andere, glaubwürdigere Anlaufstellen!
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte(r) N.N
was Ihnen geschehen ist, ist furchtbar. Es ist Abgrund des Leids, in dem Sie als wehrloses Kind gestossen worden sind. Es ist mir auch klar, dass diese Leiderfahrung es eigentlich unmöglich macht,die andere Seite zu sehen. Ich bin Tom Varrel und bitte Sie nur zur Kenntnis zu nehmen: Ich verharmlose keine " Medien mit Darstellungen sexueller Übergriffe und Gewalt gegenüber Kindern".Weil ich das nicht verharmlose, hat mich das Dark net nie gesehen, haben Pädophile, die solche Bilder suchen und konsumieren, nie von mir gehört.Das ist auch polizeilich fest gestellt worden. Mir sind Posing-Bilder vor geworfen worden( dass man bei mir ein einziges wirklich pornografisches Kinderbild gefunden hat und diesen Fund ernst nahm, anstatt dass als nicht gesehenes Versehen einzuordnen, macht mich heute noch sprachlos. Die Anzahl allein zeigte doch, dass da null Interesse bestand)Posing-Bilder sind Bilder, die keine sexuellen Übergriffe an Kindern zeigen. Es sind Bilder, wo Kinder nicht mal nackt sind. Sieht man ein einzelnes solcher Bilder, könnte man so ein Bild sogar für Kinder- Bikiniwerbung halten. Und sollte so ein Bild einmal eine sexualisierte Geste oder Pose zeigen, dann muss man FAIRERWEISE zugestehen, dass ein Kind damit spiegelt, was es in unseren ganz normalen täglich konsumierten Medien sieht.Kinder ahmen gerne erwachsene Vorbilder nach. Natürlich: Kinder können solche Posen auch zeigen, weil ein Erwachsener sie dazu angeregt hat( was natürlich sehr problematisch ist) . ABER das kann man diesen Bildern nun mal nicht ansehen. Deswegen, sehr geehrter N.N, bitte ich Sie, es wenigstens zu versuchen, es anzuerkennen, wie wenig naheliegend es ist, solche Bilder automatisch unter sexuellen Missbrauch einzuordnen. Ich bitte Sie deswegen sehr, mir nicht einfach zu unterstellen, ich würde Schlimmes verharmlosen wollen. Und bitte- es ist freilich viel verlangt- diskriminieren Sie mich nicht so massiv, wie Sie es leider tun: ich habe dieselbe Kontrollfähigkeit über meine Sexualität wie alle anderen Menschen auch. Deswegen kann ich natürlich auch Kindern nahe sein. Ich missbrauche ebenso wenig ein Kind wie ein erwachsener Heterosexueller eine erwachsene Frau vergewaltigt. UND ich habe eine riesige unüberwindliche innere Mauer gegen den sexuellen Übergriff in mir . Und diese Mauer habe ich gebaut, als ich - wie Sie sagen- so "übergriffig"war und mich in Foren Überlebender sexueller Gewalt bewegt habe. Sehr geehrter N.N, es war für mich immens wichtig, dass das Leid von Opfern für mich nicht abstrakt blieb, sondern konkret wurde, menschlich erfahrbar und sehr nahe gehend. Die Ohnmacht der Opfer, von der ich vielfach gelesen habe, ist in mir die stärkste Macht geworden, die dafür sorgt, dass ich jede Versuchung mühelos überwinde.Das erzähle ich auf meinem Kanal. Ich kann nicht recht verstehen, dass Sie eine "Ausbildung" von mir einfordern, damit ich mich zu dem Thema Kindesmissbrauch äussern darf. Ist es nicht wichtig, dass man einmal aus erster Hand erfährt, wie sich ein Täterdenken aufbauen kann und WAS MAN DA TUN KANN, damit sich der Betreffende rechtzeitig davon befreit, wie das mir gelungen ist? Ich ahne, was Sie durchgemacht haben, daher haben Sie Verständnis verdient und keine beleidigte, aggressive Reaktion. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute!
Mit respektvollen Gruss Pauli, Maskottchen des Clubs"Pädophile gegen Kindesmissbrauch"

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Sehr geehrte Damen und Herren hier in kommentare.
Erstmal Entschuldigung für Schreibfehler in mein Kommentar.

Ich bin Überlebener /Betroffener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche und sehe es so.
Prävention Arbeit für Pädophile ist sehr sehr wichtig. Das Täter /in nicht zum Täter /in werden.

Ich möchte jetzt auch nicht Herr Varrel irgendeiner Weise angehen, dafür kenne Sie nicht im realen Leben nicht.
Ob die YouTube Videos Prävention beitragen, weiß ich als Überlebener /betroffener Sexuelle Gewalt in Kindheit nicht.

Mir geht um Chrismon Magazin die hätten aus meiner sicht Beratungsstellen nicht Täter /in werden und weitere unabhängige Prävention Beratungsstellen ins Boot holen sollen. Darüber Berichten sollen und nicht gerade jetzt Pädophile der Präventionarbeit im eigne YouTube Kanal betreibt und seine Geschichte.
Ich als Überlebener ist unerträglich diese Geschichte zulesen.
Diese Geschichte hätte auch in Kurzform erfolgen können mit Bericht von Beratungsstellen und Studien usw.

Vllt sehe das falsch oder richtig oder es gibt kein falsch und richtig.

Herr Varrel sie sind auf richtigen Weg nicht zum Täter werden. Ich hoffe sehr Sie werden nicht rückfällig und haben gute Freunde und Partnerin die dabei unterstützen.

Viele Grüße
Überlebener Sexuelle Gewalt in Ev Kirche

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