Grüne Äpfel in einer transparenten Plastiktüte
Wie klimaneutral ist der Supermarkt-Apfel aus Neuseeland?
Lisa Rienermann
Gesunde Ernährung
Wo ist die Goldparmäne?
Mehr als 2000 Apfelsorten wachsen in Deutschland. Im Supermarkt liegen aber immer nur ganz wenige davon, zum Beispiel der Scifresh. Wer entscheidet darüber?
Tim Wegner
Aktualisiert am 19.09.2026
4Min

Patrick F. greift ins Obst­regal seines Stamm-Supermarktes und legt eine Packung mit sechs Äpfeln in den Einkaufswagen, Marke "Jazz". Er hat eine Frau und zwei Kinder, alle lieben den Apfel. "Ein Dutzend essen wir jede Woche", sagt der ­Familienvater aus Frankfurt. Warum der "Jazz"? "Der schmeckt süßsauer und ist bissfest. Knacken muss es!", sagt Patrick F. Wenn möglich kauft er Äpfel aus Deutschland. Aber jetzt, im Spätsommer, dominiert die Importware, dieser "Jazz" kommt aus Neuseeland.

Vor ihm im Regal präsentieren sich die üblichen Sorten, es sind weniger als ein Dutzend. Verglichen mit den 2000 Apfelsorten, die es allein in Deutschland gibt, ist das fast nichts. Warum ist das so? Rudolf Keil, der zum zeitpunkt des Interviews bei Aldi Süd den Einkauf von Obst, Gemüse und Eiern verantwortet, sagt: "Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn wir durch Marktforschung feststellen, dass eine bestimmte Apfelsorte deutlich beliebter als eine andere ist, nehmen wir auch Neues ins Sortiment auf."

Nach dieser Lesart bestimmt also der Kunde, was es zu kaufen gibt. Aber auch die Europäische Union hat Einfluss. Beispiel "Jazz": Patrick F. hat sich für einen Apfel der Handelsklasse I entschieden. Die Bestimmungen regeln genau, was er erwarten darf: Ein Drittel der Oberfläche muss eine "gemischt-rote Färbung" aufweisen. Auch Größe und Durchmesser sind festgelegt.

Der "Jazz" heißt eigentlich Scifresh, eine Kreuzung aus Braeburn und Royal Gala. "Jazz" ist eine Clubsorte. Nur lizenzierte Obst­bauern dürfen ihn anbauen. Der Lizenzin­haber ­steuert die Menge – und damit auch den Preis. Patrick F. hat für 960 Gramm 3,99 Euro bezahlt. In Europa vermarktet die Firma "Enzafruit New Zealand Continent N. V." den "Jazz". Wie wichtig es ihr mit der Lizenz ist, zeigt sich etwa in E-Mails. Darin setzt die Firma konsequent ein "TM" hinter den Apfelnamen, Trademark – eine Frucht wird zum Markenprodukt.

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wo genau finde ich jetzt- wie in der Printausgabe angegeben die Liste der Verkaufsstellen alter Apfelsorten?????
Danke!
Herzliche Grüße,
C.Herbst

Antwort auf von Michael Guethlein

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Sehr geehrter Herr Redakteur Güthlein, mit Apfelsorten kenne ich mich nicht aus. Bei den Menschensorten tippe ich allerdings darauf, dass es sich bei Christiane um eine Frau und nicht einen Herrn handelt.

Max Zirom