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So komisch wie Jochen Schmidt schreibt kaum jemand. In "Hoplopoiia" – der Titel scheint sich auf Homers "Ilias" zu beziehen – lässt er zum dritten Mal seinen mit allem hadernden Helden Richard Sparka auftreten. Seine Gefährtin will sich von ihm trennen. Er fürchtet zudem, seine Kinder zu verlieren, und beruflich bringt er nichts auf die Reihe. Trotzdem erobert der Stadtneurotiker die Herzen der Leserinnen und Leser. Alle seine Versuche, den Alltag zu bewältigen, scheitern. Selbst die Erinnerungen an seine DDR-Jugend, als er als Mathematiktalent galt, helfen dem sympathischen Loser nicht weiter, der sogar in der Dusche vergisst, ob er sich bereits eingeseift hat.
Ein ganz anderer schräger Typ taucht im englischen Küstenstädtchen Longferry auf. Edgar Atcheson, angeblich ein Hollywoodregisseur, stürmt in das Haus, das der 20-jährige Thomas mit seiner jungen Mutter bewohnt, und schwärmt von der Landschaft. Tag für Tag übt Thomas – wir sind Ende der 1960er Jahre – den schweren Beruf des Krabbenfischers aus, altmodisch mit Karren und Pferd. Atcheson will die bizarre Gegend zum Filmschauplatz machen und bittet Thomas – 100 Pfund ist ihm das wert –, ihn über die gefährlichen Strände zu führen. Die Ausfahrt endet übel, und am Ende stellt sich die Frage, wer dieser Atcheson wirklich ist. Benjamin Wood gelingen eindringliche Naturschilderungen und Einblicke in die aufgewühlte Psyche eines jungen Mannes.

