Die Demokraten haben die Wahl die Midterm-Wahlen in den USA eindeutig gewonnen. Die wichtigste Botschaft dieses Ergebnisses ist: Politische Entwicklungen sind nicht unumkehrbar. Es zeigt, dass der politische Autoritarismus, der insbesondere seit dem zweiten Wahlsieg Donald Trumps 2024 unumstößlich schien, wieder an Einfluss verlieren kann. Antidemokratische Tendenzen sind nicht in Stein gemeißelt.
Die Midterm-Wahlen gelten generell als ein Korrektiv der ersten Amtszeit eines Präsidenten. Die Partei, die bei den Präsidentschaftswahlen verloren hat, gewinnt traditionell bei den Zwischenwahlen. Diesmal fiel der Denkzettel besonders deutlich aus: Mit 54 zu 44 Sitzen haben die Demokraten eine klare Mehrheit im Senat und auch im Repräsentantenhaus haben sie klar gewonnen. Sie kommen auf 228 Sitze, während die Republikaner lediglich 139 belegen. Dabei sind die Demokraten auch in Bundesstaaten überlegen, die traditionell republikanisch geprägt waren – wie Texas, South Carolina oder Iowa.
Steigende Lebenshaltungskosten, schier unbezahlbare Kraftstoffpreise, der Krieg im Iran und die Geldgeschäfte Donald Trumps hatten auch unter treuen Trump-Anhängern zu mehr und mehr Unmut geführt. Die Mechanismen, die Trump jetzt schaden, sind die gleichen, die ihn überhaupt ins Präsidentenamt brachten: Protest und Unzufriedenheit.
Die eindeutigen Wahlergebnisse sind Ausdruck für diese Unzufriedenheit. Nicht aber die Lösung der Probleme. Zurecht sagt der der US-amerikanische Soziologe und Politikwissenschaftler Jack A. Goldstone: "Die große Frage lautet jetzt nicht, warum die Demokraten gewonnen haben. Die große Frage lautet, was sie aus diesem Erfolg machen."
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