Ein Feldhäcksler in Aktion ist ein faszinierender Anblick: Vorn mäht das Gerät die riesigen Maispflanzen ab, verschlingt sie mitsamt Körnern, Kolben, Blättern und Stängeln, weiter hinten in der Häckseltrommel wird alles klein geschnitten, am Ende wird das Häckselgut durch einen langen Rüssel auf das synchron nebenherfahrende Transportfahrzeug geworfen. Unsichtbar für Laien: Im Maishäcksler ist meist auch noch ein "Korn-Cracker" verbaut. Der zerkleinert die Maiskörner, damit Rinder sie verdauen können.
Denn was ab Mitte September bis Anfang Oktober geerntet wird, ist nicht der Zuckermais, den wir Menschen so gern essen, angeröstet, mit Butter bestrichen und mit Salz bestreut. Nein, was jetzt geerntet wird, ist Silomais für Tiere. Für Silomais wird die ganze Pflanze geerntet und zerkleinert. Im Silo wird sie unter einer luftdichten Folie durch Milchsäuregärung zu Mais-Silage vergoren, also zu Konservenfutter für Rinder.
Ein Drittel der Silomaisernte wird in Biogasanlagen eingesetzt, um Strom zu erzeugen. Wie sinnvoll es ist, Mais zur Energiegewinnung anzubauen, wird diskutiert. Das Bundesumweltministerium fände es effizienter, Anbauflächen mit Solarzellen oder Windkrafträdern zu bestücken, da sei die Flächeneffizienz um ein Vielfaches höher als bei Energie aus Biomasse.
Wenn man Maisfelder sieht, ist das zu 80 Prozent Silomais. Es gibt aber auch noch den sogenannten Körnermais. Der wächst vor allem im warmen Süddeutschland. Körnermais ist der Mais, von dem nur die ausgereiften trockenen Körner geerntet werden - deswegen beginnt die Ernte erst ab Ende September.
Körnermais hat die höchste Energiedichte aller Getreidearten. Er wird an Schweine und Geflügel verfüttert, damit sie schnell an Gewicht zulegen. Der viel energieärmere Silomais dagegen, der ja nicht nur aus Körnern, sondern auch aus Blättern besteht, wird an Milchkühe und Mastbullen verfüttert - als Wiederkäuer brauchen sie Pflanzenmaterial, das nicht so energiereich ist. Sonst würde ihr Pansenmagen übersäuern.
Mais wird inzwischen etwa auf gut einem Fünftel der Ackerflächen in Deutschland angebaut. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede - in Mittelgebirgsregionen wächst gar kein Mais, in Landkreisen mit viel Viehhaltung wie in Niedersachsen oder Bayern kann der Mais auch auf fast der Hälfte der Äcker zu sehen sein. Manche sprechen von einer "Vermaisung" des Landes.
Der Zuckermais, den wir im Laden kaufen, ist in der deutschen Landwirtschaft ein Nischenprodukt. Die meisten Kolben werden aus Ungarn und Frankreich importiert. Im Unterschied zum Silomais wird im Zuckermais der Zucker während des Reifens nur sehr langsam in Stärke umgewandelt.
Es ist Ende September, und ein Stinker will rein. Der ungebetene Gast heißt Grüne Stinkwanze, ist im Herbst allerdings braunrot. Wird es draußen kalt, lagert die bis dahin grüne Wanze einen roten Farbstoff ein und wird braun. Schlau! In leuchtendem Grün würde sie zwischen all dem Herbstlaub auffallen und womöglich gefressen werden.
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Stinkwanzen sind harmlos, man muss nicht durchdrehen, wenn eine in die warme Wohnung gekommen ist. Ja, sie fliegen unkontrollierbar herum und machen dabei ein unangenehm schnarrendes Geräusch. Am besten Fenster aufmachen, manchmal fliegen sie dann wieder raus. Ansonsten: Das Tier auf ein Papier locken oder auch schieben, dann Glas drüber, die ganze Installation ins Freie tragen. Oder andere Reihenfolge: Erst Glas über Wanze, dann ihr vorsichtig ein Papier unter die Füßchen schieben und raus damit. Oder mit einem Handfeger vorsichtig auf eine Kehrschaufel schieben.
Auf keinen Fall erschlagen oder aufsaugen! Die Tierchen heißen nicht umsonst Stinkwanze. Das weiß, wer schon mal eine Himbeere oder Brombeere gegessen hat, an der zuvor eine Stinkwanze genascht hatte. Es ist die Wanzenspucke, die für die meisten Menschen so widerlich schmeckt. Wanzen haben keine Beißerchen, stattdessen einen Saugrüssel mit zwei Röhrchen. Durch die eine Röhre leitet die Wanze Verdauungssaft in die Nahrung, um die schon mal zu zersetzen, mit der anderen Röhre saugt sie den Brei auf. Wenn sie gerade nicht frisst, klappt die Wanze ihren Rüssel unter den Bauch.
Ein letzter Gruß aus der Pflanzenwelt: Der späte Blüher namens Rainfarn. Die gelben Blütenknöpfchen sehen aus, als hätten sie keine Blütenblätter. Haben sie aber, das sind viele kleine Röhrenblüten. Und noch dazu mit reichlich Pollen. Weswegen die Pflanze mit den farnartigen Blättern hochbegehrt ist bei vielen Insekten, etwa allerlei Wildbienen wie Sandbienen, Furchenbienen, Seidenbienen, bei Käfern, Wanzen, Schmetterlingen, Motten … Und an den Nektar kommt auch, wer nur über einen Kürzest-Rüssel verfügt.
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Manche Insekten sind sogar fast nur auf dem Rainfarn zu finden, etwa der Rainfarnmönch, ein Falter. Der Rainfarn ist sozusagen ein Mini-Insektenschutzgebiet für sich. Dekorativ ist er noch dazu. Ja, er ist auch gartenwürdig. Allerdings sollte man ihn in sehr kleinen Gärten eher nicht anpflanzen, denn er kann sich mit seinen unterirdischen Ausläufern flott ausbreiten. Zum Glück sieht man auch im Dezember noch vereinzelt andere unermüdliche Blüher, etwa weiße Schafgarbe, gelbes Jakobs-Kreuzkraut oder das weißrosa Berufkraut.



