Autor Michael Nast attestiert seiner Generation das Phänomen des sogenannten Dating-Burn-outs
Steffen Jänicke
Dating
Kann man Liebe lernen?
Warum sich Dates plötzlich leer anfühlen: Autor Michael Nast über Dating-Burn-out, Bindungsangst und eine Gesellschaft, die Liebe wie ein Produkt behandelt – und damit oft scheitert
09.05.2026
6Min

chrismon: Ihr neues Buch heißt "Generation Dating Burnout". Das ist ja ein Begriff, den man aus der Arbeitswelt kennt. "Ausgebrannt sein", das ist für mich ganz weit vom Dating entfernt. Wieso haben Sie diesen Begriff gewählt?

Michael Nast: Das Phänomen, das ich beschreibe, habe ich selbst gespürt. Es war weniger ein Erschöpfungsgefühl. Vielmehr habe ich gemerkt, dass ich gar keine Erwartungen mehr an ein Happy End beim Dating hatte. Dadurch ist der eigentliche Sinn verloren gegangen. Ich hatte schon schöne Dates, aber danach keinen Impuls, mich zu melden. Das ist mehrfach passiert. Dann habe ich angefangen zu recherchieren und gemerkt: Es gibt einen Begriff dafür: Dating-Burn-out. Allerdings wird der meist aufs Onlinedating bezogen. Ich glaube aber, das Internet ist nur eine Verdichtung dessen, was ohnehin passiert. Es macht Entwicklungen sichtbarer.

Also eine Art Spiegel?

Ein ungeschönter Spiegel. Auch Kommentare im Internet zeigen ziemlich gut das Psychogramm unserer Gesellschaft. Da arbeiten sich Menschen an ihren eigenen Verletzungen und Neurosen ab. Im Onlinedating hat sich das Dating-Burn-out also nur früher gezeigt.

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