Viele Christen sprechen vom "Heiligen Land", wenn sie Israel und Palästina meinen. Und ist das nicht auch naheliegend? Immerhin geht es um das Land, in dem viele der biblischen Geschichten spielen und in dem Jesus gelebt hat und gestorben ist.
Außerdem muss, wer "Heiliges Land" sagt, sich nicht zwischen "Israel" und "Palästina" entscheiden. Denn die Frage, wie man das Gebiet nennt, das Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen umfasst, ist hoch aufgeladen - ebenso wie die Fragen nach seinen Grenzen.
Wer Israel sagt, betont den Anspruch jüdischer Menschen auf dieses Gebiet. Wer von Palästina spricht, rückt den Anspruch der palästinensischen Menschen in den Mittelpunkt. In der derzeitigen politischen Lage ist es besonders schwer vorstellbar, wie sich diese beiden Positionen verbinden lassen. Wer die Bezeichnung "Heiliges Land" benutzt, versucht, diese Polarisierung zu umgehen, vielleicht aus Unsicherheit, vielleicht, weil man die Gräben nicht vertiefen will.
Gibt es jedoch auch Gründe, die gegen den Begriff sprechen? Die Rede vom "Heiligen Land" hat eine lange Geschichte. Im christlichen Alten Testament, das gleichzeitig die Thora der Juden ist, kommt diesem Landstrich eine hohe Bedeutung zu. Schon der Erzvater Abraham wird in das Land ausgesandt. Und Gott verspricht ihm, dass er dort ein gesegnetes Leben haben wird.
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