Sabine M. aus Stuttgart fragt:
Einmal in der Woche hüte ich meine kleinen Enkel. Ich bin dann in der Wohnung meiner Tochter. Manchmal, wenn die Kinder schlafen, nutze ich die Zeit und putze das Bad oder die Fenster. Meine Tochter ärgert sich dann leider. Dabei will ich doch nur helfen.
Stefanie Schardien antwortet:
Der Antwort muss ich meine Befangenheit mangels jeglicher großelterlichen Unterstützung sowohl bei der Kinderbetreuung als auch im Haushalt vorausstellen. Kurz: Mich ereilte beim Schreiben durchaus der Gedanke, dass ich das Problem Ihrer Tochter auch gern einmal hätte.
Trotzdem gestaltet es sich aus deren Perspektive eben anders. Zwischen "gut" und "gut gemeint" liegt eine feine Grenze. Drei Gründe für den Ärger scheinen möglich: Geht es Ihrer Tochter um sich selbst, dann empfindet sie es eventuell als übergriffig, wenn Sie – womöglich noch ohne Absprache – in ihrem privaten Bereich tätig werden. Oder sie deutet Ihre Hilfe als kränkendes Signal, der Haushalt sei nicht sauber genug. Geht es ihr um Sie, dann möchte Ihre Tochter vielleicht nicht, dass Sie sich auch noch abmühen, während sie einen freien Abend genießt.
Ich sehe zwei Lösungswege: Fragen Sie Ihre Tochter zu Beginn des Abends, ob Sie ihr mit etwas zur Hand gehen können, was sie freut und ihr hilft. Sollte Ihre Tochter Sie bitten, einfach nichts im Haushalt zu übernehmen, dann nehmen Sie sich für das Babysitting einen guten Roman mit und genießen den Abend für sich. Und natürlich gäbe es noch eine dritte Option: Wenn Ihnen das nicht reicht, dürfen Sie sich gern bei mir melden . . .