Tschüss, Kater!
Tschüss, Kater!
Kati Szilagyi
Alkohol im Freundeskreis
Tschüss, Alkohol!
Wenn sich der Freundeskreis trifft, wird viel getrunken, Alkohol verharmlost. Wie damit umgehen? Theologin Stefanie Schardien hat eine Antwort
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Aktualisiert am 17.04.2026
2Min

Sebastian S. aus Pforzheim fragt:

Wir haben einen tollen Freundeskreis. Aber wenn wir uns ­treffen, wird viel getrunken. Ich ­habe das Gefühl, Alkohol wird ­verharmlost, auch glorifiziert. Was kann ich tun?

Stefanie Schardien antwortet:

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Stefanie Schardien

Die Theologin ­Stefanie ­Schardien, geboren 1976, ist Theologische Geschäftsführerin des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik, wo auch chrismon erscheint.

Hätten Sie mir die Frage zur Jahrtausendwende gestellt, wäre ich ins Grübeln gekommen. Ist Alkohol einfach nicht weg­zudenken auf Partys? Ist er ein Marker für das Erwachsensein und Garant für gute Stimmung?

Nun gibt es aber einen neuen Trend. Das sagt mir nicht nur meine eigene Wahr­nehmung – mein Blick auf die Getränke­karte in der Kneipe oder eine spontane kleine Feldstudie zu Mannschaftsabenden im Sport –, sondern auch die Statis­tik: Alkohol­frei ist in! Der Verbrauch von alkoholfreiem Bier hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt, alkohol­freie Weine, Mixgetränke und Cocktails boomen.

Manche Gründe liegen auf der Hand oder – vielleicht für Ihre Freunde ein schlagendes Argument – auf der Waage: Denn wer ärgert sich nicht über ein Meeting mit Kater am Morgen oder beim prüfenden Blick auf den Bierbauch? Nicht nur individuell, sondern auch sozial hat sich etwas getan: Wir sind sensibler für Sucht­probleme, Krankheiten und für Schwangerschaften ohnehin.

Wenn Sie selbst mindes­tens einen solchen Grund wichtig finden und keinen oder weniger Alkohol trinken möchten: Laden Sie Ihre Freunde ein ins Jahr 2026. Bringen Sie zur nächsten Feier einen Kasten Alkohol­freies mit und lächeln Sie ein erstes Gejohle einfach weg. Ich würde fast wetten, dass der Kasten am Abend leer wird.

Dieser Text erschien erstmals am
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