Vor einigen Tagen waren wir bei Freunden zum Essen eingeladen. Vorsichtshalber hatte ich den Gastgebern mitgeteilt: "Nur zur Info: Ich mache beim Dry January mit und trinke keinen Alkohol." "Prima", antwortete unser Freund, "dann sind wir schon mal zwei." Als wir abends zusammensaßen, erzählte er, dass er schon seit Jahrzehnten im Januar keinen Alkohol trinke; so ein bisschen vorgezogene Fastenzeit nach zu viel Wein und Schnaps über die Feiertage.
Ich war beeindruckt. Ich selbst schaffe das erst, seitdem ich eine App auf meinem Handy installiert habe. Dort trage ich brav Tag für Tag ein, ob ich Alkohol getrunken habe. Und wenn bei "Nein" applaudierende Emojis auf dem Bildschirm aufsteigen, freue ich mich wie ein Kind. Bisschen peinlich, oder?
Ja, ist es - aber für mich war es die bisher einzige erfolgreiche Möglichkeit, meine Trinkgewohnheiten zu ändern.
Ich mag Wein, Bier und Schnaps; finde es herrlich, ein bisschen betüddelt zu sein, und habe Alkohol oft auch ganz bewusst eingesetzt: um die Stimmung auf einer Stehparty zu lockern oder auch wenn ich mal sehr traurig und allein zu Hause war. Der klassische Stimmungsaufheller eben. Den Kater am Morgen danach habe ich verdrängt.
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