13.01.2020

Liebe Leserinnen und Leser,

zu unserem Redaktionsalltag gehören auch Themenkonferenzen. Wir sitzen an einem großen Tisch und sammeln Ideen für Geschichten für unser Heft und unsere Internetseite. Und ganz ehrlich: Eine ganze Weile blickten die Kolleginnen und Kollegen betreten zu Boden, wenn jemand sagte: "Wir müssen mal wieder was über den Klimawandel machen." Niemand hatte mehr Lust. Viele Texte hatten wir schon geschrieben - aber es tat sich nichts in Politik und Gesellschaft. Das frustriert.

Dann kam Greta Thunberg - und mit ihr die Fridays-for-Future-Bewegung. Dass die jungen Menschen ab und an polarisieren, ist klar. Das haben andere Jugendbewegungen vor ihnen auch getan. Außerdem sorgen sich längst nicht mehr nur die Jungen ums Klima, sondern Vertreterinnen aller Generationen. Und vor allem: Greta Thunberg hat das Thema dorthin gerückt, wo es hingehört: in die Mitte der Gesellschaft. Alle reden darüber. Es geht ja schließlich auch um unsere Lebensgrundlagen.

Auch uns haben Greta and friends in Schwung gebracht. Klimathemen? Ja, gern! Ein ganzes Jahr lang besucht Willi Weitzel für uns Menschen, die nicht länger warten wollen, bis die Politik mutiger wird - die Bessermacher. Zum Auftakt war er bei Familie Fuchs, die ihr Haus so saniert hat, dass sie kaum mehr Treibhausgase freisetzen müssen, um es zu heizen. Willi Weitzel war ebenfalls wachgerüttelt von den Klimaprotesten und wollte selbst etwas tun. Warum? Das erzählt er in diesem Porträt, das unsere Titelgeschichte im Januar ist.

Dass wir den Planeten nicht im Alleingang retten können, weiß auch Willi Weitzel. Aber Vorbilder helfen, weil sie uns ermutigen. Zum Beispiel Özden Terli. Bestimmt haben Sie ihn schon mal gesehen, wenn er im ZDF die Wettervorhersage präsentiert (und manchmal auch Hintergründiges zum Klima). Ich habe ihn in Mainz getroffen, und seine Schuhe verrieten: Den Weg zur Arbeit legt er bei Wind und Wetter mit dem Rad zurück, Pfützen inklusive. Aber die Schuhe sehen Sie nicht, Sie hören Özden Terli nur. Ich habe mit ihm die erste Folge unseres Bessermacher-Podcasts aufgezeichnet. Darin vertiefen wir die Fragen, die Willi Weitzel in seinen Interviews aufwirft. Und in Folge 1 wollten wir von Özden Terli wissen: Wie gefährlich ist der Klimawandel? Der Meteorologe erzählte, dass er lieber das Wort "Klimakrise" benutzt. Das mache ich jetzt auch. Denn Wandel klingt für das, was uns droht, viel zu harmlos. Und Worte setzen Rahmen.

Ich wünsche Ihnen viel Inspiration durch unsere Texte zum Klima - und freue mich, wenn auch Sie Ideen für Klimaschutz im Alltag haben, schreiben Sie uns!

 Herzliche Grüße,

Nils Husmann, chrismon-Redakteur