Links: Ein Wahlzettel der vergangenen Landtagswahl; rechts: Pfarrerin Bettina Schlauraff während einer Rede
Bettina Schlauraff ist Regionalbischöfin in Sachsen-Anhalt und zeigt sich besorgt über die Wahlergebnisse der Landtagswahl
Jonas Lohrmann / picture alliance / DZBA; Heiko Rebsch / picture alliance / dpa
Rechtsruck bei der Landtagswahl
Die Hand bleibt ausgestreckt
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt erklärt Regionalbischöfin Bettina Schlauraff, welche Rolle auf die Kirchen nun zukommt und was ihr Hoffnung macht
Tim Wegner
08.09.2026
6Min

chrismon: Wie geht es Ihnen mit dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt?

Bettina Schlauraff: Ich bin enttäuschter, als ich es sein möchte. Über den Ausgang der Wahl hatte ich mir keine Illusionen gemacht. Als Kirche haben wir viele Aktionen gemacht, zugehört, auf Dialog gesetzt. Die Hoffnung war, dass die Zustimmung zur AfD nicht so hoch ausfällt wie die 43,8 Prozent. Nun steht es auf der Kippe. Es kommt aber auch sofort ein Trotz in mir hoch. Als Kirche und auch als Gesellschaft können wir uns nicht lange aufhalten mit dieser Enttäuschung.

Sie haben auf den Dialog mit den Wählerinnen und Wählern gesetzt. Was haben Sie dabei gehört?

Wir warnen schon seit Jahren: Wer jetzt noch aus Protest AfD wählt, wählt den Faschismus mit, wählt den Nationalismus mit, wählt all die völkischen Ideen mit. Tatsächlich aber begegnen mir überwiegend Menschen, die behaupten, dass sie aus Protest wählen; aus Enttäuschung, weil hier angeblich alles den Bach runtergehe und das Land gegen die Wand gefahren werde. Und mir begegnen sehr viele Menschen, die eigentlich nur eine abgemilderte Form dessen möchten, was die AfD will.

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