chrismon: Im Untertitel Ihres Buches heißt es: "Was mich meine Familie, meine norddeutsche Heimat und mein Leben in muslimischen Ländern über den Islam gelehrt haben". Was ist das Wichtigste?
Hasnain Kazim: Am wichtigsten ist mir, dass wir über Islam ganz offen reden sollten, ohne uns vor den Konsequenzen zu fürchten, und dass wir, wenn wir kritisieren, nicht "der Islam" sagen.
Warum sollten wir uns vor den Konsequenzen fürchten?
Ich lese viel in Schulen. Neulich erzählte mir eine Lehrerin, dass sie mit ihrer Klasse auf Klassenfahrt war. Sie erklärte den Schülern, wann sie wieder zurück in der Jugendherberge zu sein hätten, und sechs muslimische Jungs antworteten, sie als Frau habe ihnen gar nichts zu sagen. Sie habe sich dann an die Eltern gewandt, und die Väter sahen das genauso wie ihre Kinder. So etwas muss man erzählen können, ohne dass man als Islamhasser dargestellt wird. Und es gibt auch viele Lehrerinnen und Lehrer, die einfach Angst haben, das Thema Islam zu behandeln.
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Hasnain Kazim: Der Islam und ich. Was mich meine Familie, meine norddeutsche Heimat und mein Leben in muslimischen Ländern über den Islam gelehrt haben. Penguin-Verlag. 128 Seiten, 20 Euro.


