Ohne Großonkel Alois wäre chrismon-Leser Simeon Friedrich nach einem Sturz nicht mehr aufs Rad gestiegen
privat
Wer hat an dich geglaubt?
Danke, Onkel Alois!
Manchmal braucht es nur einen Menschen, der sagt: Du schaffst das. Drei persönliche Geschichten von chrismon-Leser*innen, darüber, wie Vertrauen wächst – und Dankbarkeit ein ganzes Leben bleibt
09.03.2026
2Min

Fahrradfahren ohne Zuschauer

Zur Erstkommunion bekam ich mein erstes Herrenfahrrad geschenkt. Vor der versammelten Familie sollte ich damit eine Runde drehen – im Festtagsanzug wohlgemerkt. Die Fahrt durch unsere Gasse bewältigte ich sicher, doch beim Absteigen dachte ich nicht an die blöde Stange - und stürzte vor aller Augen. Aufgrund dieser beschämenden und schmerzlichen Erfahrung packte ich das Rad nicht mehr an und nutzte stattdessen weiterhin das alte Kinderfahrrad.

Mein Großonkel Alois wollte sich damit jedoch nicht abfinden. Nach einer geraumen Zeit ermutigte er mich zu erneuten Fahrversuchen. Dazu nutzten wir die ebenen und vor allem verkehrslosen Feldwege an seinem Wohnort. In meinem Heimatort im engen Rheintal wären Fahrversuche in ungefährdeter Umgebung nämlich nicht möglich gewesen. Und da ich bei diesen Fahrversuchen auch keine weiteren Zuschauer hatte, klappte es irgendwann: Der elegante Beinschwung beim Absteigen wurde für mich selbstverständlich.

Noch heute bin ich meinem schon längst verstorbenen Großonkel für sein Zutrauen und seine Geduld zutiefst dankbar. Das Fahrrad ist für mich längst zum Alltagsbegleiter geworden, mit dem ich ganzjährig fast alle Wege meistere. Und selbst wenn ich doch mal fallen sollte, so rappele ich mich auch wieder auf.

Bruder Simeon Friedrich

Getragen vom Vertrauen, ein Leben lang

In meinem Leben hat vor allem meine Mutter an mich geglaubt. Auch in Momenten, in denen ich selbst gezweifelt habe, war sie überzeugt davon, dass ich meinen Weg finden werde. Sie hat mir Mut gemacht, mich gestärkt und mir gezeigt, dass ich wertvoll bin – genau so, wie ich bin. Ihr Vertrauen hat mir Kraft gegeben und begleitet mich bis heute.

Rebecca Steinhauer

"Ihr Mädchen kann das!"

An mich geglaubt hat mein Grundschullehrer, Herr Stezuhn. Ich komme aus einem "Arbeiter*innenhaushalt", meine Eltern haben beide in der Landwirtschaft gearbeitet. Es war nicht üblich, nach der Grundschule aufs Gymnasium zu gehen. Aber mein Grundschullehrer hat meine Eltern ermutigt, mich aufs Gymnasium zu schicken: "Ihr Mädchen kann das!" Das war 1965, ich bin Jahrgang 1956.

Meine Eltern sind der Empfehlung gefolgt und ich durfte zum Gymnasium. Das war für mein Leben eine wegweisende Entscheidung! Ich habe Abitur gemacht und anschließend studiert. Jahrzehnte später wollte ich mich mit einem Brief bei meinem Lehrer dafür bedanken, dass er meine Eltern ermutigt hat. Aber leider war er da kurz vorher verstorben.

Ich möchte alle Leser*innen ermutigen: Wenn es einen Menschen gibt, bei dem Sie sich für etwas bedanken möchten, tun Sie es JETZT!

Monika Zabel

Infobox

Leseraktion: Wer hat an dich geglaubt?

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