Gut vorstellbar, dass sich eine Frau dieses Jahrhunderts sehr über ihren Vornamen freut: Debora, aber auch dass ihr die Bedeutung weniger gut gefällt: Biene. Da stellen sich Assoziationen ein wie Bienenfleiß, nimmermüdes Suchen nach Nektar, ein kurzes, bescheidenes Leben in einem überwiegend weiblichen Volk.
Aber der Name kann auch eine ganz andere Bedeutung haben und so einen anderen Klang bekommen. Von einer berühmten Debora ist in der Bibel die Rede, einer Richterin, Prophetin, der entscheidenden Stütze ihres Volkes in der Zeit der Fremdherrschaft der Kanaaniter (Buch der Richter, Kapitel 4 und 5).
Viele Namen aus der Bibel haben einen besonderen moralischen, religiösen oder historischen Sinn. Manche wurden auch nach Lust und Laune vergeben.
Esther zum Beispiel, die Myrte. Bei anderen gehen bestimmte Lebenssituationen in den Namen ein. Isaak ("Gott brachte jemanden zum Lachen") erhielt seinen Namen, weil seine Eltern Abraham und Sara lachen mussten, als sie von Gott hörten, dass sie trotz ihres hohen Alters noch ein Kind bekommen würden (1. Mose 17,17). Mose, "der Herausgezogene", heißt deshalb so, weil ihn die Tochter des Pharao aus dem Schilfkorb im Wasser zog (2. Mose 2,10). Jakob, "Ferse", hielt sich bei der Geburt an der Ferse seines Zwillingsbruders Esau fest (1. Mose 25,26).
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