Iftalade
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Schokolade, koscher und halal
Die muslimische Unternehmerin ­Nadia Doukali stellt Schokolade her, die den Speisevorschriften von gläubigen ­Juden und Muslimen entspricht. Sie nennt sie "Iftarlade". Doukali wuchs in Marokko auf. Heute lebt sie in Frankfurt.
Ruthe Zuntz
08.04.2020

chrismon: Sie sind eine der ersten Produzentinnen in Deutschland, auf deren Lebensmittel sowohl das jüdische Zertifikat "koscher" als auch das muslimische "halal" prangt. Wie kam es dazu?

Nadia Doukali: Für uns Kinder in Marokko war es ganz normal, jüdische Kinder samstags mit einer Kippa zu sehen und freitags die muslimischen mit einer gehäkelten Kopfbedeckung. Beide waren vom selben Schneider hergestellt. Ich habe gedacht, nichts ist schöner, als Juden und Muslime mit einem Genuss­mittel so zusammenzubringen, wie ich es aus ­Marokko kenne. Ich nannte sie Iftar­lade – nach dem Mahl zum Fastenbrechen Iftar.

Nadia DoukaliPrivat

Nadia Doukali

Nadia Doukali, Jahrgang 1971, schreibt auch Kinderbücher, etwa: "Muhammad, Prophet des Friedens", 
Salam Verlag 2011, 45 S., 14,95 €

Was war schwieriger zu bekommen, das Koscher- oder das Halal-Zertifikat?

Die Kriterien für halal sind strenger als die des Koscher-Zertifikats. Für koscher muss man ein paar Regeln beachten, dann kommt der Rabbiner und segnet das Produkt ab. Bei halal muss man aber alle sieben Strömungen im Islam zufriedenstellen. Ich wollte aber ein Produkt, das für jeden Muslim zugelassen ist. Das war schwierig.

Womit tun sich Muslime schwer?

Zum Beispiel verbieten Schiiten den roten Farb-
stoff Karmin, weil er aus Schildläusen ge­wonnen wird, die dafür getötet werden. S­unni­ten erlauben ihn. Nur Alkohol und Schweine-
fleisch sind für alle Muslime verboten.

Wie waren die Reaktionen auf Ihre Schokolade?

Manche waren überrascht, Arabisch und ­Hebräisch auf einer Verpackung zu sehen. Aus der jüdischen und der muslimischen Gemeinschaft habe ich nur positive Reaktionen bekommen.

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