A cow stands in her pen at the National Institute of Agricultural Technology in Castelar, on the outskirts of Buenos Aires July 4, 2008. Argentine scientists are taking a novel approach to studying global warming, strapping plastic tanks to the backs of cows to collect their burps. Researchers say the slow digestive system of cows makes them a producer of methane, a potent greenhouse gas that gets far less public attention than carbon dioxide in efforts to fight global warming. REUTERS/Marcos Brindicci (ARGENTINA) BEST QUALITY AVAILABLE - RTX815J
Marcos Brindicci/Reuters
Helfen teure Würstchen dem Klimaschutz?
Das Umweltbundesamt (UBA) hat den Bericht „Umweltschädliche Subventionen in Deutschland“ vorgelegt, in dem es unter anderem fordert, die Mehrwertsteuer auf alle Milch- und Fleischprodukte von sieben auf 19 Prozent zu erhöhen – um Umwelt und Klima zu schützen. Die Tierhaltung trage, so der Bericht, wegen Methan- und Lachgas­emissionen wesentlich zum Klimawandel bei.
21.03.2017

chrismon: Sie fordern eine höhere Mehrwertsteuer auf Milch und Fleisch. Werden damit nicht Geringverdiener über Gebühr belastet?

Andreas Burger: Nein. Wir empfehlen ja zwei Dinge: Einerseits wollen wir die Vergünstigung auf Fleisch- und Milchprodukte abbauen und den normalen Mehrwertsteuersatz anwenden. Auf der anderen Seite wollen wir zum Ausgleich den ermäßigten Mehrwertsteuersatz senken. Dadurch würden zum Beispiel Obst und Gemüse, aber auch öffentliche Verkehrsmittel günstiger.

Äpfel aus Neuseeland oder Avocados aus Peru werden um die halbe Welt transportiert – das ist auch umweltschädlich. 

Für ein Kilogramm Rindfleisch liegen die Treibhausgasemissionen insgesamt bei sieben bis 28 Kilogramm, was unter anderem dem Methanausstoß von Rindern geschuldet ist. Obst und Gemüse liegen bei weniger als einem Kilogramm. Übrigens werden auch viele Futtermittel für Tiere um die halbe Welt transportiert.

Oft leiden Tiere unter prekärer Haltung. Ein höherer Steuersatz kann das nicht ändern.

Stimmt. Deshalb empfehlen wir in unserem Bericht, Agrarsubventionen nur noch zu gewähren, wenn die Landwirte hinreichende Umweltstandards bei der Produktion einhalten. Zugleich sollte der ökologische Landbau stärker gefördert werden, ebenso Agrar­umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. 

Der Deutsche Bauernverband sagt, dass das Grünland, auf dem die Kühe weiden, auch wichtig für den Klimaschutz sei. Wenn sich fortan jeder vegetarisch ernähre, könne man dieses Grünland nicht erhalten. Was entgegnen Sie dem?

Unser Ziel ist ja nicht, dass kein Fleisch mehr gegessen wird. ­Zurzeit liegt der Fleischkonsum hierzulande jährlich bei 60 Kilogramm pro Kopf. Das ist viel zu hoch – sowohl für das Klima als auch für unsere Gesundheit.

Fragen: Shea Westhoff 

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