30.11.2010

Für uns ganz normal, für die Einwohner von Jenin im Westjordanland eine kleine Sensation: ein Kino. Seit die Mauer an der Grenze zu Israel steht, sind die Stadt und das angrenzende Flüchtlingslager isoliert, die Menschen haben kaum Zukunftsperspektiven. 2008 entstand der Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin", der die Geschichte des ­Palästinensers Ismael Khateeb erzählt. Sein kleiner Sohn wurde von israelischen Soldaten erschossen, Khateeb entschied sich, die Organe an israelische Kinder zu spenden.

Der Film wurde im Februar mit dem Cinema for Peace Award ausgezeichnet. Überzeugt von der Ausstrahlungskraft guter Filme, ­beschlossen Ismael Khateeb und Marcus Vetter, der Regisseur von "Das Herz von ­Jenin", das 1987 geschlossene Kino von ­Jenin zu renovieren und wiederzubeleben. Mit ­lokaler und internationaler Unterstützung sollen hier ab 2010 arabische, israelische und europäische Qualitätsfilme gezeigt werden - und die Menschen sollen lernen, selbst Filme zu drehen, ausländische Filme zu synchronisieren und Werbespots für ­lokale Unternehmen zu produzieren, um langfristig finanziell unabhängig zu werden.

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