In der Berliner Wohnung von Polina und Yulia erinnern Fotos an ein Leben, das ihnen heute fern und fremd erscheint: ein Sommer auf der Krim, 2020. Auf einer Aufnahme ist Yulia in einem luftigen Sommerkleid zu sehen, ein anderes zeigt ihre gebräunten Füße im warmen Sonnenlicht, wieder ein anderes die lächelnde Yulia auf einer Terrasse. Es sind Bilder, die man auf den ersten Blick nicht mit der Krim verbindet. Denn die seit März 2014 von Russland besetzte ukrainische Halbinsel wurde in den vergangenen Jahren immer mehr zum Kriegsschauplatz.
Die Reise auf die Krim war ihr erster gemeinsamer Urlaub. Sie ist der Beginn einer Liebesgeschichte, in der zwei Frauen aus verfeindeten Nationen darum kämpfen, ihrer Liebe ein neues Zuhause zu geben.
Fünf Jahre später sitzen Yulia und Polina an einem grauen Novembertag in der Küche ihrer Erdgeschosswohnung am Berliner Stadtrand und erzählen von ihrer Geschichte. Polinas Englisch ist fließend, Yulia wechselt zwischen Englisch und Russisch, ihre Partnerin hilft bei der Übersetzung.
"Wir haben so viel Hilfsbereitschaft erfahren"
"Ich mochte Polinas Lächeln und ihre Art zu laufen", sagt Yulia über ihr erstes Kennenlernen in Moskau vor acht Jahren. Polina ist aus Russland, sie lebt damals noch in St. Petersburg, die Ukrainerin Yulia arbeitet zu jener Zeit als Kindermädchen in Moskau. Polina ist mit einer Freundin zu Besuch. Bei dem Treffen reden die beiden nicht viel miteinander, finden sich aber sympathisch. Sie werden Freunde auf Facebook und liken ab und zu einen Beitrag der anderen.
4 Wochen gratis testen, danach mit 10 € guten Journalismus und gute Projekte unterstützen.
Vierwöchentlich kündbar.
Dieser Text ist Teil unseres kostenlosen Newsletters "Bei aller Liebe". Wir erzählen darin von besonderen Paaren, geben Tipps für den Beziehungsalltag und liefern neueste Erkenntnisse aus der Paartherapie. Immer sonntags. Anmelden können Sie sich hier.









