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Der Österreicher Norbert Gstrein gilt als blendender Stilist, der es versteht, von der Suche nach (historischer) Wahrheit zu erzählen und diese in fesselnde Geschichten zu verpacken. Adrian Reiter, der 1901 geborene Held in "Im ersten Licht", durchläuft fast das ganze 20. Jahrhundert. Durch eine Verstümmelung, die ihm sein Vater zufügte, kann er sich dem Ersten Weltkrieg entziehen und sieht mit Entsetzen, wie seine Altersgenossen schwer verwundet zurückkehren. Vom Krieg kommt Adrian nie mehr los, auch als er als Lehrer in Salzburg erfährt, dass einer seiner Schüler 1941 in der Ukraine an Erschießungen beteiligt war. Am Ende dieses großartigen, aufwühlenden Geschichtspanoramas reist Adrian nach England, wo er die dortige Seite der Kriege kennenlernt.
Der Kunstkritiker Sebastian Smee erzählt in "Paris im Aufruhr", wie der Untertitel sagt, von "Liebe, Krieg und der Geburt des Impressionismus" und macht auf brillante Weise deutlich, in welchem historischen Kontext innovative Kunst entsteht. Was bis heute als Impressionismus immer noch so beliebt ist, entwickelte sich in einem Umfeld, das vom Deutsch-Französischen Krieg, von der Belagerung Paris’ und von einer zerrissenen französischen Gesellschaft während der Zeit der Kommune geprägt war. Hier wirkten unter anderem Édouard Manet und Berthe Morisot, die lange unterschätzte Malerin, die Édouard liebte und seinen Bruder Eugène heiratete.



