Psyche
Nach dem Einbruch fängt die Angst erst an
Bei unserer Autorin wurde eingebrochen. Wie sie sich danach fühlte, wie sie sich berappelte. Und wie man sich wappnen kann. Ein Erfahrungsbericht
Mensch rennt Treppe runter
Wohnungseinbrüche passieren häufiger als man denkt: 3 von 10 Menschen trifft es
The*Glint/Getty Images
privat
20.01.2026
7Min

Ich komme um 18 Uhr erschöpft nach Hause, freue mich auf den Feierabend, es war der erste Arbeitstag nach einem beglückenden Wanderurlaub. Selten habe ich mich so stark und fit gefühlt. Den Schlüssel und meine Einkäufe in der Hand, sehe ich meine offen stehende Wohnungstür. Ich blicke auf einen völlig zerbrochenen Türrahmen. Schock. Dann schreien aus mir bislang unbekannte Töne. Drinnen offenbart sich ein Chaos von offenen Schränken, umgestürzten Schubladen, einem durchwühlten Bett.

Dem Himmel sei Dank, dass ich an dieser Stelle meines Lebens nicht allein bin: Ein Freund, der etwas bei mir abholen wollte, ist bei mir, und im Gegensatz zu mir ist er zwar auch wie vom Blitz getroffen, aber doch noch Herr seiner Sinne. "Nichts anfassen, ich ruf die Polizei!"

Zitternd am ganzen Leib, tief erschüttert, kann ich es nicht fassen. Seit über 30 Jahren lebe ich hier in Frieden. Die Tür wurde vor zehn Jahren vorsichtshalber einbruchsicher gemacht, sechs Bolzen und Metallbeschläge auf allen Seiten sollten genügen. Diese Sicherung war der Grund, warum der ganze Rahmen jetzt völlig aus der Fassung gerissen ist. Wie ich.

Man denkt immer: mich wird es nicht treffen. Schon gar nicht, wenn die Tür so gut gesichert ist. Und doch geschehen viel mehr Wohnungseinbrüche als man denkt. In einer Infografik der "Zeit" von Anfang November 2025 geht es um Lebensrisiken. In der Kategorie "Opfer werden" steht: "Rund drei von zehn Menschen erleben, dass bei ihnen zu Hause eingebrochen wird."

Wir warten im Treppenhaus auf die Polizei. Die ersten Beamten sind schnell da, und es sollen noch einige mehr werden an diesem Abend. Alles, was man aus dem Krimi kennt, von Kripo bis KTU, der Tatortreiniger aus dem Fernsehen kommt leider nicht, wenngleich der Mann von der Spurensicherung nicht ohne Humor ist.

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Infobox

Drei von zehn trifft es

Was ist bei einem Wohnungseinbruch zu tun?

  • Nichts anfassen
  • 110 anrufen
  • Nachbarn um Hilfe und Begleitung bitten
  • Nichts aufräumen
  • Erst wenn die Polizei mit der Spurensicherung durch ist, Schäden so weit wie möglich fotografisch dokumentieren – vor dem Aufräumen!
  • Hausratversicherung informieren
  • Schäden erfassen (Liste der entwendeten Gegenstände für die Polizei und die Versicherung)

Wie schützt man sich im Vorfeld vor Schäden durch Wohnungseinbruch?

  • Einbruchschutz z.B. durch Riegel, Kamera, Alarmanlage etc. verbessern (Beratung durch eine Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle)
  • Gute Nachbarschaft
  • Hausratversicherung
  • Kaufbelege sammeln und gut ablegen
  • Schätze fotografieren
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