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Kinderarbeit gehört in Andhra Pradesh zum Alltag. Von den weltweit mehr als 246 Millionen arbeitender Kinder leben mehr als 70 Millionen in Indien und davon wiederum die meisten im Bundesstaat Andhra Pradesh. Die hier ansässige MV-Foundation hat seit 1991 in 6000 Dörfern der Region schon
320000 Kindern dabei geholfen, statt zur Arbeit zur Schule zu gehen. Tausende von jugendlichen Aktivisten, meist ehemalige Kinderarbeiter, gehen im Auftrag der Stiftung in die Dörfer und leisten dort Aufklärungsarbeit. Sie führen Straßentheater auf, organisieren Dorfversammlungen und Protestmärsche. In so genannten Brückenschulen der Stiftung werden die Kinder dann auf den Besuch der staatlichen Schulen vorbereitet. Die Überzeugungsarbeit ist jedoch sehr schwer. Kinderarbeit lindere Armut, lautet eine These, die auch von einigen westlichen Hilfsorganisationen unterstützt wird. Doch die Arbeit der MV-Foundation, die von der Deutschen Welt- hungerhilfe unterstützt wird, zeigt: Dort, wo Kinder dem Arbeitsmarkt als billige Kräfte flächendeckend entzogen werden, steigen die Löhne für ihre Eltern.

