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Ihr Leben haben sie nicht verloren, damals im Krieg. Aber sie sind, vor allem seelisch, schwer verletzt. Zwischen 1992 und 1995 wurden viele bosnische Frauen von serbischen Soldaten vergewaltigt. Offiziell, so der UN-Bericht, waren es 20000 Opfer. Die Schätzungen liegen weit darüber. Die Frauen schämen sich, sind ausgegrenzt; viele schweigen bis heute.
1992 war die Kölner Gynäkologin Monika Hauser nach Zenica gereist; sie wollte helfen, nicht zuschauen. Also gründete sie Medica, ein multiethnisches Therapiezentrum für kriegstraumatisierte Mädchen und Frauen. Aus dieser Idee wurde eine internationale Organisation, Medica Mondiale. Die Grundsätze: gynäkologische Versorgung, psychosoziale Unterstützung, Rechtsberatung, politische Menschenrechtsarbeit.
Im Therapiezentrum Medica Zenica arbeiten rund 40 Ärztinnen, Krankenschwestern und Therapeutinnen. Sie helfen den Frauen mit Wohnprojekten, SOS-Telefon, gynäkologischer Ambulanz, Ausbildungen. Pro Jahr suchen immer noch rund 370 neue Klientinnen Rat und Unterstützung.

