Besucherinnen und Besucher auf der Leipziger Buchmesse im vergangenen Jahr. Dieses Jahr findet sie nur digital statt.
epd-bild/Jens Schulze
Die schnelle Verbreitung des Coronavirus hat auch in Deutschland zur Absage von mehreren Großveranstaltungen geführt. Unter anderem muss die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr ausfallen. Doch es gibt Alternativen.
06.03.2020

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse wegen des Coronavirus sind Programmpunkte des Branchentreffs ins Radio und Internet verlegt worden. Bei Deutschlandfunk Kultur werden am 12. März die diesjährigen Preisträger bekanntgegeben und in einer Sondersendung vorgestellt, wie die Buchmesse am Freitag in Leipzig mitteilte. Das geplante Bühnenprogramm ist zum Teil bei MDR und ARD im Radio und Netz zu erleben.

MDR Kultur lade außerdem zahlreiche namhafte Autorinnen und Autoren, die ihre Neuerscheinungen nun nicht in Leipzig vorstellen können, ins Hörfunkstudio nach Halle ein. Alle Gespräche würden live im Netz, im Radio und bei Facebook übertragen, hieß es. Unterstützt werde die digitale Alternative zum sonst üblichen Branchentreff in den Messehallen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die Buchmesse sollte vom 12. bis 15. März in Leipzig stattfinden. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird jedes Jahr in den Kategorien Übersetzung, Sachbuch und Essayistik sowie Belletristik vergeben. Die drei Gewinner erhalten jeweils 15.000 Euro. Zudem bekommt jeder der 15 nominierten Autoren ein Preisgeld von 1.000 Euro.

Geist der Buchmesse weiterleben lassen

"Wir wollen versuchen, diesen Geist der Leipziger Buchmesse auch in diesem Jahr ein Stück weiterleben zu lassen, indem wir den Autoren und ihrem Publikum im Netz ein Podium bieten", erklärte MDR-Intendantin Karola Wille. So würden Lesungen als digitale Alternative per Livestream direkt nach Hause gebracht.

Unter anderem sind am 14. März Schriftsteller im Halbstundentakt online zu erleben - auf www.buchmesse.ARD.de und im Facebook-Kanal von MDR Kultur. Zugesagt haben unter anderem Ingo Schulze, Katja Riemann, Nora Gomringer und Abbas Khider.

Die Absage der Messe sei "ein schwerer Schlag für die Buchbranche", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis. In den kommenden Wochen werde aber gemeinsam mit MDR und ARD Autorinnen und Autoren eine Öffentlichkeit geboten, damit Menschen für Bücher und das Lesen begeistert werden könnten.

Herausragende Neuerscheinungen und Übersetzungen

In der Radiosendung bei Deutschlandfunk Kultur am 12. März werden laut Messeleitung der Jury-Vorsitzende Jens Bisky und weitere Mitglieder des Auswahlgremiums zu Gast sein. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird seit 2005 regulär am Eröffnungstag der Messe an herausragende Neuerscheinungen und Übersetzungen vergeben. In diesem Jahr sind unter anderem Verena Güntner, Ingo Schulze und Bettina Hitzer nominiert.

Wegen der Gefahren durch das Coronavirus hatten Stadt und Veranstalter zu Wochenbeginn die Leipziger Buchmesse 2020 abgesagt. Angesichts der aktuellen Situation wurden die Gesundheitsrisiken für Aussteller, Besucher und Mitarbeiter als zu hoch eingeschätzt.

Zu dem traditionellen viertägigen Frühjahrstreff der Buchbranche hatten sich mehr als 2.500 Aussteller aus 51 Ländern angekündigt. Bei Europas größtem Lesefest "Leipzig liest" waren stadtweit rund 3.700 Veranstaltungen geplant. 2019 hatte die Messe rund 286.000 Besucher angezogen. In Sachsen gibt es bisher zwei bestätigte Coronavirus-Fälle, einen in Leipzig und einen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Die Kommentarfunktion ist nur noch für registrierte Nutzer verfügbar. Um einen Leserkommentar schreiben zu können, schließen Sie bitte ein Abo ab, schreiben Sie uns eine Mail an leserpost@chrismon.de oder diskutieren Sie auf Instagram, Facebook und LinkedIn mit.