Liebe Leserin, lieber Leser,
ich weiß ja nicht, wie Sie mit dem Thema umgehen, ich jedenfalls nerve mein Umfeld seit Jahren mit dieser Frage: Wie und wo wollt Ihr leben, wenn Ihr alt seid? Nicht immer stoße ich auf offene Ohren, viele unserer Freunde, wie ich Ende fünfzig, Anfang sechzig, finden das viel zu früh: Wieso jetzt schon? Geht doch alles noch! Und überhaupt: Treppensteigen hält fit.
Letzteres stimmt, ich steige jede Treppe gerne hoch. Aber mittlerweile lebe ich in einer barrierefreien Wohnung mit Fahrstuhl. Unter anderem auch wegen der Altersfrage haben mein Mann und ich schon vor einigen Jahren eine Baugemeinschaft mitbegründet und leben heute sehr glücklich dort; in einer lebendigen, generationenbunten und aktiven Nachbarschaft. Ob es mit der gegenseitigen Hilfe wirklich funktioniert, wenn wir alt und hilfsbedürftig bin, das weiß ich nicht. Aber zumindest haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass es klappen könnte.
Vielleicht will das Schicksal, das Leben oder der liebe Gott doch alles ganz anders mit mir und ich muss noch mal neu entscheiden. Dann könnte ich mir so einen Pflegebauernhof aus unserem Januar-Heft gut vorstellen. Klar, das ist nichts für jeden, und es löst auch nicht unser großes gesellschaftliches Problem mit der demografischen Entwicklung und mit der Pflegesituation alter Menschen, ob nun im Heim oder zu Haus. Aber es ist eine Idee.
Für gute Ideen und neue Wege sollte man übrigens immer offen sein. Bei der Recherche in unserem Archiv stieß ich auf diesen schönen Text über Utopien in Deutschland. Über eine Kommune, in der die Bewohner gemeinsam wirtschaften, über Genossenschaften, über ein Ökodorf ...
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine Woche, in der Sie Ihre Gedanken fliegen lassen können.
Ihre
Dorothea Heintze

