Halle (epd). Das Objekt war 1698, im Gründungsjahr der Wunderkammer, auf kurfürstlichen Befehl nach Halle zu August Hermann Francke (1663–1727) geschickt worden, wie die Frankeschen Stiftungen am Montag in Halle mitteilten. Stiftungsdirektor Thomas Müller-Bahlke sprach von einer Sensation, dass dieses Originalstück nun eher zufällig in der Biologiesammlung der Latina entdeckt worden sei.
Die hallesche Kunst- und Naturalienkammer ist nach Angaben der Franckeschen Stiftungen die einzige, am originalen Standort vollständig erhaltene barocke Wunderkammer bürgerlichen Ursprungs. Der Zahn gehörte zu den ersten Ausstellungstücken, die in die Wunderkammer gelangten, die heute noch 3.000 Objekte umfasst.
Die Franckeschen Stiftungen zu Halle wurden 1698 als pietistisches Sozial- und Bildungswerk von dem evangelischen Theologen und Pädagogen Francke gegründet. Die öffentlich-rechtliche Stiftung versteht sich im Sinne ihres Stifters als vom christlichen Geist geprägte Einrichtung, die Menschen aller Schichten aus dem In- und Ausland eine umfassende Bildung und die Fähigkeit zum sozialen Handeln vermitteln will. Das barocke Gebäudeensemble in Halle beherbergt heute über 40 kulturelle, soziale, wissenschaftliche, pädagogische und christliche Einrichtungen.

