Ein Teenager spielt am Smartphone und vernachlässigt die Hausaufgaben.
epd-bild / Stefan Arend
Die Neurobiologin Gertraud Teuchert-Noodt rät zu mehr Sandkasten und weniger Smartphone für Kinder.
20.09.2019

Die Neurobiologin Gertraud Teuchert-Noodt hat eindringlich vor dem Einfluss von Smartphones und Tablets auf die Entwicklung von Babys und Kleinkindern gewarnt. Sie mit mobilen Endgeräten spielen zu lassen, sei mit einer "digitalen Zwangsjacke" zu vergleichen, sagte die ehemalige Leiterin des Bereichs Neuroanatomie der Universität Bielefeld am Donnerstagabend beim Medienforum der bayerischen Landeskirche in der Evangelischen Akademie Tutzing.

"Schulfach für langsames Denken" empfohlen

Die Bedienung der Geräte hemme den motorischen Fortschritt der Kinder, weil sie dabei nicht so stark gefordert würden wie etwa beim Spielen im Sandkasten, erklärte Teuchert-Noodt. Auch ältere Kinder und Jugendliche seien von der Schnelligkeit digitaler Anwendungen überfordert. Nutzten sie Smartphones, Tablets und Computer zu stark, könnten sich ihre Gehirnzellen nicht richtig vernetzen. Statt die digitalen Geräte immer stärker in den Schulunterricht zu integrieren forderte die Wissenschaftlerin ein Umdenken: "Es müsste ein Schulfach für langsames Denken geben."

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