Vollversammlung des Weltkirchenrats 2021 in Karlsruhe
epd-bild/Uli Deck/ARTIS
Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen soll ein Ort des Zusammenhalts, der Kontaktpflege, des Zuhörens und der Ermutigung sein. Sie ist das höchste Beschlussgremium des Dachverbandes und tritt etwa alle acht Jahre zusammen.
28.02.2019

Zur Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) werden in Karlsruhe im September 2021 rund 850 Delegierte erwartet. An dem Treffen unter dem Motto "Die Liebe Christi bewegt die Welt zu Versöhnung und Einheit" würden zudem 3.000 ökumenische Gäste aus aller Welt teilnehmen, sagte der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit, am Donnerstag in Karlsruhe.

Die einwöchige Versammlung solle ein Ort des Zusammenhalts, der Kontaktpflege, des Zuhörens und der Ermutigung sein. "Wir wollen Kirchen in aller Welt dabei unterstützen, Friedensstifter zu sein", sagte Tveit. Die Kirchen wollten den "Pilgerweg des Friedens und der Gerechtigkeit" gemeinsam gehen. Das sei besonders wichtig in einer Zeit, in der die Demokratien weltweit "herausgefordert seien".

Die Versammlung der Kirchen der Welt werde auch prominente Gäste "aus der ersten Reihe der Weltpolitik" haben, kündigte EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber (Hannover) an. Konkrete Namen nannte sie nicht. Sie bezeichnete Karlsruhe als einen symbolträchtigen Ort. Die grenzübergreifende Verbindung der Menschen und der Kirchen über den Rhein nach Frankreich zeige auf, wie Spaltungen heute überwunden werden können. "Es gibt kaum etwas Wichtigeres als Versöhnung, was die Welt heute braucht", sagte Bosse-Huber.

Cornelius-Bundschuh: "Große Chance" für die Ökumene

Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh bezeichnete die Zusammenkunft als "große Chance" für die Ökumene, die bislang noch zu wenig genutzt werde. Das Treffen könne aufzeigen wie "Frieden funktioniert und Gerechtigkeit wachsen kann".

Die Vollversammlung ist das höchste Beschlussgremium des Dachverbandes und tritt etwa alle acht Jahre zusammen, zuletzt 2006 im brasilianischen Porto Alegre und 2013 im südkoreanischen Busan. In Karlsruhe soll es neben Arbeitssitzungen im Plenum auch Gebete, Bibelgruppen, ökumenische Gespräche sowie Treffen nach Regionen und Glaubensgemeinschaften geben.

Im Ökumenischen Rat der Kirchen sind 350 Kirchen mit rund 560 Millionen Gläubigen zusammengeschlossen. Dem Weltkirchenrat gehören protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie Freikirchen an. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet jedoch seit Ende der 1960er Jahre in wichtigen Gremien mit.

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