Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, auf dem Kirchentag in Stuttgart.
epd-bild/Friedrich Stark
Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hat sich erschüttert über das jetzt bekannt gewordene Ausmaß des Missbrauchs in der katholischen Kirche gezeigt.
13.09.2018

Fürst sagte, er habe geahnt, welche Dimension die Studie aufdecken könnte, dennoch seien Ergebnisse für ihn erschreckend, teilte der Bischof am Donnerstag mit. Die Glaubwürdigkeit der Kirche sei nur zurückzugewinnen, wenn die Ergebnisse der Studie angenommen und Konsequenzen erfolgen würden.

Laut Medienberichten erfasst die interne Studie, die die katholische Deutsche Bischofskonferenz am 25. September vorstellen will, zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3.677 sexuelle Vergehen durch 1.670 Kleriker an überwiegend männlichen Minderjährigen.

Diözese: Gehen voran bei der Aufklärung

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart seien 72 Kleriker bekannt, die des Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt werden, heißt es in der Mitteilung des Bistums. 45 davon sind den Angaben bereits verstorben. Eine tatsächliche Täterschaft konnte nicht in allen Fällen nachgewiesen werden. Bis Ende August 2018 habe die Diözese knapp 640.000 Euro als "Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde" ausbezahlt. Zusätzlich seien Therapiekosten in Höhe von rund 130.000 Euro übernommen worden.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat nach eigenen Angaben als erste Diözese Deutschlands 2002 eine Kommission sexueller Missbrauch eingerichtet. 2012 folgte die Stabstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz. Auch in der Priesterausbildung sei die Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauch fest verankert seien, hieß es.

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