Magdeburg (epd). Wie der MDR Sachsen-Anhalt in Magdeburg am Donnerstag auf seiner Website mitteilte, sei dieser Wert sehr hoch, denn durchschnittlich seien bisher - bezogen auf alle Online-Artikel des MDR Sachsen-Anhalt - lediglich knapp 17 Prozent aller Kommentare nicht veröffentlicht worden.
Beleidigung und Hetze würden von der Social-Media-Redaktion des MDR nie freigeschaltet, hieß es. Als Beispiele für die Hasskommentare nannte der Sender anonyme Einlassungen wie etwa: "An den Galgen mit dem Verbrecherpack!" oder "Wundert sich immer noch jemand, so lange ausländisches und verfassungsfeindliches islamistisches Ungeziefer ins Land unter dem Vorwand 'Flüchtlinge' von der blöden Merkel-Regierung importiert wird?"
Frage von Strafanzeigen steht im Raum
Der MDR behalte sich vor, Strafanzeige zu erstatten, sagt die Juristin des Senders, Luise Schönwald. In ein paar Fällen habe die Rundfunkanstalt davon in der Vergangenheit bereits Gebrauch gemacht. Die Anzahl an Hasskommentaren habe in den vergangenen Jahren zugenommen, erklärte die Juristin: "Ich habe das Gefühl, dass die Anonymität und der größere Verbreitungsraum im Internet dazu beitragen, dass die Sprache immer stärker verroht."
Bei einer Anzeige müssen Verfasser von Hasskommentaren je nach Inhalt mit einem unterschiedlichen Strafmaß rechnen. Für Beleidigungen und Drohungen sind Geldstrafen und eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr möglich. Volksverhetzung, die beispielsweise bei Ausländerfeindlichkeit in Betracht gezogen wird, kann eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis fünf Jahren zur Folge haben.
Mann starb an Herzversagen
In Köthen war am Samstag ein junger Mann nach einem Streit an Herzversagen gestorben. Nach letztem Ermittlungsstand der Polizei soll er versucht haben, eine tätliche Auseinandersetzung zwischen mindestens zwei Deutschen und mindestens zwei Afghanen zu schlichten. Er erhielt dabei einen Schlag ins Gesicht und ging zu Boden. Dies war nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht die Todesursache.
Kurz nach dem Todesfall kam es in der Stadt zu einer Kundgebung, zu der rechtsradikale Gruppierungen aufgerufen hatten. Laut Polizei nahmen daran rund 2.500 Menschen teil. An einer Gegendemonstration beteiligten sich rund 200 Menschen.

