Lous Steenhuis-Hoepelman zeigt ihre Strickpuppe "Mies". Die Puppe war das einzige, was die damals Dreijährige bei sich hatte, als sie 1944 aus dem niederländischen Lager Westerbork in das Konzentrationslager Bergen-Belsen in Niedersachsen verschleppt wurde.
epd-bild/Gedenkstaette Bergen-Belsen
Eine Ausstellung in der Gedenkstätte Bergen-Belsen bei Celle rückt vom 15. April an das Schicksal von Kindern in dem früheren Konzentrationslager in den Mittelpunkt.
05.04.2018

Unter den rund 120.000 in Bergen-Belsen inhaftierten Menschen aus ganz Europa waren auch rund 3.500 Kinder unter 15 Jahren. "Kinder waren in den Konzentrationslagern die am meisten wehrlosen Opfer", sagte der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner. "Auch als Überlebende litten sie nach dem Krieg unter spezifischen Traumata."

Kinder im KZ

Die Sonderausstellung "Kinder im KZ Bergen-Belsen" ist den Angaben zufolge deutschlandweit die erste umfassende Darstellung über Kinder in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager. Die meisten der Kinder waren Juden, andere gehörten zu den Sinti und Roma oder waren gemeinsam mit ihren politisch verfolgten Müttern eingesperrt worden. Der jüngste Häftling, der 1945 von britischen Truppen aus dem Lager befreit wurde, war ein Säugling, der nur einen Tag alt war. Zur Ausstellungseröffnung anlässlich des Jahrestages der Befreiung am 15. April werden Überlebende aus Deutschland, Frankreich, Israel, Ungarn, den USA und den Niederlanden erwartet.

Leben und Leiden

Mit mehreren Veranstaltungen erinnern an diesem Tag die Gedenkstätte, das Land und die jüdischen Gemeinden in Niedersachsen an die Befreiung und erinnern an die Opfer. Als Redner werden unter anderem Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und die Überlebende Janine Marx-Moyse erwartet.

Seit vielen Jahren stelle die Geschichte der Kinder im KZ Bergen-Belsen einen der Forschungsschwerpunkte der Gedenkstätte dar, sagte der stellvertretende Gedenkstätten-Leiter Thomas Rahe.

Eine zentrale Bedeutung komme dabei den mehr als 120 lebensgeschichtlichen Interviews zu, die seit 1999 mit den als Kind dort Inhaftierten geführt worden seien.

Die Ausstellung schildert anhand von Einzelschicksalen, wie die Kinder lebten und was sie erleiden mussten. Die Themen reichen von ihren Spielen bis hin zu Gewalt, Angst, Hunger und dem Sterben von Angehörigen. Ein Ausstellungsteil ist den etwa 800 Kindern gewidmet, die im KZ ums Leben kamen.

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