Unbezahlbar: eine gute Freundin
Meine Freundin Wiebke hat immer an meine Vorhaben geglaubt. Als ich mich von meinem ersten Mann getrennt habe, hatte sie immer ein offenes Ohr für mich.
Mein Plan: ein Studium im Alter von 31 Jahren zu beginnen, um Berufsschullehrerin zu werden. Der erste Tag an der Uni (und einige weitere Tage voller Selbstzweifel sollten folgen!) war schrecklich für mich. Fast alle Kommilitonen waren jünger als ich, und ich wusste gar nicht so recht, wie das alles werden sollte mit den Vorlesungen und Seminaren.
Wiebke hat immer zugehört, mich getröstet und mir gut zugeredet, weiterzumachen. So eine unerschütterliche Freundin ist unbezahlbar und mit Gold nicht aufzuwiegen. Sie hat sich mit mir an meinen Erfolgen ehrlich und aufrichtig gefreut. Ich wünsche mir, dass wir zusammen schrullig, lustig und steinalt werden. Ich hoffe, diese Zuversicht und das Wissen um die eigenen Stärken kann ich auch bei meinen Schülerinnen und Schülern schüren und bewusstmachen.
Britta Rosehr
Als einziges Mädchen mit fünf Brüdern
(Fast) bedingungslos an mich geglaubt hat: mein Vater. Ich wurde als viertes Kind und einzige Tochter unter fünf Brüdern groß. Dementsprechend lief ich irgendwie immer als "Sohn" mit. Als es aber darum ging, zum Beispiel Drachenfliegen zu lernen (ich war 16), war es mein Vater, der sagte: "Wie alle anderen meiner Kinder darf auch Claudia machen, was sie sich zutraut." Also ging ich fliegen. Radelte alleine durch (halb) Deutschland, durfte auf Bäume klettern etc. Und das war vor 30 bis 40 Jahren noch sehr unüblich. Weitergegeben habe ich an meine Töchter alles: den Mut, das Zutrauen, die Ausdauer.
Claudia Buch
Opa mit dem offenen Ohr
Als ich klein war, war es mein Opa, der an mich geglaubt hat.
Nicht laut, nicht mit großen Worten, sondern mit Geduld, Zeit und einem offenen Ohr.
Er hat mir zugehört, auch wenn meine Gedanken noch ungeordnet waren. Er hat mich ernst genommen, wenn ich gezweifelt habe, und mir das Gefühl gegeben, dass ich richtig bin, so wie ich bin. Wenn andere schneller waren oder sicherer wirkten, war er derjenige, der mir still gezeigt hat, dass auch mein Weg zählt.
Dieses Zutrauen hat mich getragen, oft unbemerkt, aber nachhaltig. Bis heute begleitet mich sein Blick auf mich, dieser feste Glaube daran, dass ich meinen Platz finde. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Tanja Barth
Leseraktion: Wer hat an dich geglaubt?
Diese Beiträge wurden von Leserinnen und Lesern verfasst. Wir möchten seit Anfang Januar von Ihnen wissen: Wer hat an dich geglaubt?
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