Anna Prohaska
Die Sopranistin Anna Prohaska
Marco Borggreve
Opernsängerin Anna Prohaska
Sie will trösten
Sopranistin Anna Prohaska mahnt mit ihrer Musik. Beim Orgelfest ION in Nürnberg singt sie Lieder gegen den Krieg - und will russische Künstler nicht generell von den Spielplänen streichen
Portrait Anne Buhrfeind, chrismon stellvertretende ChefredakteurinLena Uphoff
06.02.2026
6Min

chrismon: Anna Prohaska, es heißt, Sie mögen Barock sehr?

Ja, ich bin sehr verliebt in die frühbarocke Musik! Auch in vieles, was damals in Italien und England, Frankreich entstand, gerade im späten 16., frühen 17. Jahrhundert. Aber die Klassik, Schubert und Alban Berg möchte ich auch nicht missen. Ich fühle mich in vielen Epochen zu Hause, es gibt nur wenig, was ich nicht gern singe oder was meine Stimme nicht so gut übertragen kann. Wagner ist der einzige Wermutstropfen. Ich höre seine Musik so gern, aber die großen Rollen werde ich nie singen können.

Warum nicht?

Dieses Level an Dramatik, an Dezibel kann ich nicht bieten. Da muss man das Orchester wegfönen können! Ich habe eine lyrische Stimme, ich komme beim Orchester durch, aber nicht mit diesen Menschenmassen wie bei Wagner oder bei den großen Strauß- und Verdi-Opern. Aber dadurch bin ich auch flexibler. Ich liebe die Vielfalt, auch die der Genres. Opern, Konzerttourneen, Kammermusik, Liederabende …

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75 Jahre Vielfalt

Zum Geburtstag lassen es die ­Nürnberger krachen: 1951 als Inter­nationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra (ION) gegründet, ertönt 2026 die klangvolle, genreoffene Jubiläumsausgabe des Musikfests vom 19. Juni bis 5. Juli: 30 Konzerte von Orgel bis Chor, von Anna Prohaska bis Rebekka Bakken, vom Aufseßsaal im Germanischen Nationalmuseum bis zur gotischen St.-­Lorenz-Kirche. Mehr Infos und Tickets: www.musikfest-ion.de

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