Aufräumen
Bin ich ein digitaler Messie?
Uralte Mails, chaotische Ablage und nutzlose Dateien auf dem Computer sind nerven und machen das Arbeiten mühsam. Tipps zum Aufräumen im digitalen Speicher
Wer Ordnung im digitalen Alltag schaffen will, muss lernen, konsequent zu löschen, zu sortieren – und auch mal loszulassen
MirageC / Getty Images
Privat
09.01.2026
8Min

Meine E-Mails türmen sich im Postfach, die Notiz-App quillt über und mein Schreibtischhintergrund sieht aus wie ein Stuhl, auf den man Klamotten wirft, die noch nicht ganz waschmaschinenwürdig sind. Ich bin ein Digital Native. Und dennoch herrscht in meiner digitalen Welt Chaos.

Während mein analoger Briefkasten regelmäßig geleert wird und meine Papierordner ordentlich im Regal stehen, herrscht auf meinem Laptop Anarchie. Dateien flattern kreuz und quer, Tabs im Browser sind wie festgewachsen und schließen sich nur, wenn ich aus Versehen eine falsche Tastenkombi drücke. Dann ist der Schreck groß, die Erleichterung aber noch größer – wie im echten Leben, wenn ausgemistet wird.

Ich suche nach einer digitalen Marie Kondo. Wer sie nicht kennt: Die Japanerin ist die Aufräumexpertin und wurde weltweit bekannt mit ihrer Methode, Dinge nur zu behalten, wenn sie Freude auslösen. Eine kurze Google-Suche: Auf der Marie-Kondo-Website gibt es ein Interview zum "Digital Tidying": "Du hast deine Wohnung aufgeräumt, deine Routine achtsamer gestaltet und deinen Lebensstil radikal verändert. Jetzt hält dich nichts mehr davon ab, auch dein digitales Leben in Ordnung zu bringen – außer vielleicht die Tausenden von unsortierten Dateien auf deinem Laptop. Digitales Chaos ist real", heißt es dort.

Amanda Jefferson, eine amerikanische Aufräumexpertin, die sich auf digitale Ordnung spezialisiert hat, schreibt: "Anders als bei physischem Chaos ist es bei digitalen Dingen viel mehr aus den Augen, aus dem Sinn. Wir können den Laptop zuklappen – bis die chaotischen Icons und App-Bildschirme uns beim nächsten Mal wieder angrinsen." Digitales Chaos fühlt sich endloser an als das physische. Deshalb empfiehlt sie, radikal zu archivieren. Anders als bei Kisten im Keller kann man im Digitalen jederzeit die Suchfunktion bemühen. Ihr Tipp: in kleinen Portionen anfangen, zum Beispiel in 25-Minuten-Blöcken.

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