Epiphanias – ein Stern gibt Menschen eine neue Ausrichtung. Auch Könige, Weise brechen auf, weil sie plötzlich etwas Neues sehen. Epiphanias erzählt davon, dass Gott sich zeigt – und Menschen daraufhin in Bewegung geraten. Nicht weil alles geklärt wäre. Sondern weil sie sich ansprechen lassen von einer Verheißung, die größer ist als das, was sie kennen.
Ich begegne Menschen, denen genau das fehlt: ein innerer Leitstern. Eine Vorstellung davon, dass das Leben anders – und gut – sein könnte.
Diese Fähigkeit, sich innerlich neu auszurichten, gehört zum Immunsystem der Seele: zur Resilienz. Ich durfte erforschen, wie Resilienz durch Religion gestärkt werden kann. Tatsächlich finden sich in der biblischen Tradition kraftvolle Ressourcen dafür – unter anderem in ihren Geschichten. Deshalb arbeite ich in meiner Tätigkeit als Coach und Personalentwicklerin bewusst auch mit biblischen Bildern.
Wie diese Frau, die seit Jahren unglücklich ist und dennoch in ihrer Ehe bleibt. Sie weiß, was sie belastet. Sie weiß, was sie müde macht. Und sie weiß auch, dass sich etwas verändern müsste. Trotzdem bleibt sie. Nicht aus Bequemlichkeit. Nicht aus Angst. Was sie bindet, ist ihr Unvermögen, sich ein anderes Leben vorzustellen. Auch ihre Eltern haben in ihrer Beziehung wenig Glück erlebt. Sich selbst ein erfüllteres Leben zu erlauben, fühlt sich für sie fast wie ein Verrat an – als müsste sie das Leid der Generationen mittragen, aus Loyalität, aus Liebe, aus Pflichtbewusstsein.
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