Der palästinensiche Bischof Munib Younan
epd-bild/Norbert Neetz
Die Jerusalem-Entscheidung der USA droht laut dem Palästinenser-Bischof Munib Younan den Nahost-Konflikt weiter zu verschärfen.
07.12.2017

Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA könne neue Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern auslösen, erklärte Younan in einem Telefon-Gespräch aus Jerusalem mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Präsident Trumps Entscheidung bedeutet Konfrontation und nicht Frieden."

Trump treffe die empfindlichste Stelle der Palästinenser, sagte der in Jerusalem ansässige lutherische Bischof. Die Palästinenser beanspruchen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Staates Palästina.

"Gleichberechtigt zu Hause"

Auch die Araber, viele Europäer und ebenso viele Amerikaner seien tief enttäuscht. Die USA als Schlüsselmacht zur Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern richteten enormen Schaden an. Zudem setzten sich die USA über einschlägige Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und das Völkerrecht hinweg.

Younan warb für ein Jerusalem, in dem die jüdische, die christliche und die muslimische Religion sowie israelische und palästinensische Bürger gleichberechtigt zu Hause sind. Younan ist Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, er war Präsident des Lutherischen Weltbundes.

Der politische Status von Jerusalem ist eines der heikelsten Themen im Nahost-Konflikt: Israel beansprucht ganz Jerusalem für sich. Im Sechs-Tage-Krieg 1967 eroberte Israel die Osthälfte und annektierte sie später. Die internationale Staatengemeinschaft erkannte diesen Schritt nicht an.

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