Gottesdienst in Kinyarwanda, Kigali, Ruanda
Gottesdienst in Kinyarwanda, Presbyterianer, Kigali, Foto vor Corona entstanden
Anne Ackermann
"Niemand ist zu arm, als dass er nicht helfen kann"
Afrikanische Kirchen spendeten 20 000 Euro für deutsche Flutopfer. Bischof Pascal Bataringaya aus Ruanda erklärt, wie es dazu kam.
Tim Wegner
26.07.2021

Die Presbyterianische Kirche in Ruanda und andere afrikanische Mitgliedskirchen der Vereinten Evangelischen Mission haben 20 000 Euro für die Flutopfer in Deutschland gespendet. Warum?

Wir sind eine Gemeinschaft von Kirchen, und wenn die einen in Schwierigkeiten sind, helfen die anderen. Das ist selbstverständlich. Wir beten miteinander und helfen einander auch ganz konkret. Als wir in den Nachrichten gesehen und von Freunden in Deutschland gehört haben, was passiert ist, haben wir sofort überlegt, wie wir helfen können.

Anne Ackermann

Pascal Bataringaya

Pascal Bataringaya ist evangelischer Theologe und seit 2015 Bischof der Presbyterianischen Kirche in Ruanda.

Die Deutschen haben vergleichsweise viel Geld. Haben Menschen in Ruanda gefragt, ob eine Geldspende nötig ist?

Nein, das war keine Frage. Die Frage war nur: Wie können wir das möglichst schnell hinkriegen?

Und? Wie haben Sie das geschafft?

Wir haben in Ruanda gerade einen Lockdown, alle sind zu Hause, weil die Corona-Infektionszahlen sehr gestiegen sind. So sind zwar die Kirchen geschlossen, aber unsere Herzen sind offen. Wir schicken Predigten und Gebete über Mail und Whatsapp und andere digitale Kanäle. Und die haben wir auch für die Spendenkollekte benutzt.  

Haben sich viele an der Kollekte beteiligt?

Die Presbyterianische Kirche in Ruanda hat 400 000 Mitglieder, und wir haben alle Gemeinden angesprochen. Manche haben nur ein paar Cent gegeben, aber auch ein kleiner Beitrag hat Auswirkungen. Und niemand ist zu arm, als dass er nicht helfen kann. Und niemand ist zu reich, als dass er keine Hilfe brauchen würde.

Haben Sie Sorge, dass das gespendete Geld auch wirklich zu den Menschen kommt, die es dringend brauchen?

Nein, die Sorge habe ich nicht. Wir arbeiten seit langem vertrauensvoll mit den Kirchen und den Menschen in Deutschland zusammen.

Ruanda ist Partnerland von Rheinland-Pfalz, das von der Flut besonders betroffen ist.

Deshalb sind wir auf allen Ebenen solidarisch. Auch unsere Politiker haben Videobotschaften nach Deutschland geschickt.

Tim Wegner

Claudia Keller

Claudia Keller ist Chefredakteurin von chrismon. Davor war sie viele Jahre Redakteurin beim "Tagesspiegel" in Berlin.

Wie waren die Reaktionen aus Deutschland?

Viele, viele Menschen haben angerufen, Mails und Whatsapps geschickt, alle haben gedankt für das Gute in der schwierigen Zeit. Wir in Ruanda sind dankbar für die Aufbauhilfe, die wir aus Deutschland bekommen haben, und die Deutschen sind dankbar für unsere Spende. Aber vor allem sind wir alle verbunden im Dank an Gott.

Welche Probleme drücken Ruanda gerade?

Die Pandemie ist eine sehr große Herausforderung, und wir erheben gemeinsam mit allen Kirchen der Welt die Stimme, damit die Impfstoffe für alle Länder zur Verfügung gestellt werden.

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