Umfrage - Geburtsort
Umfrage - Geburtsort
Dagebliebene und Nirgendwos
In Zeiten von Corona ist kein Ort wichtiger als das eigene Zuhause. Aber wie weit von Ihrem Geburtsort ist es entfernt?
Tim Wegner
25.03.2020

­Es gibt Forscher, die zwischen den "Nirgendwos" und den "Dagebliebenen" unterscheiden. Klar, auch die Nirgendwos wohnen irgendwo, ziehen aber oft um und verstehen sich als Weltbürger. Fast zwei Drittel der Befragten leben weniger als 100 Kilometer vom Geburtsort entfernt. Das kann Konflikte geben, wenn sich die einen vielleicht mehr für globale Fragen interessieren und die anderen sich für den Sportverein im Ort engagieren. ­Vielleicht hilft es ja, den Geschichten der neun Prozent zuzuhören, die in einem anderen Land geboren wurden!

Die Umfrage wurde Mitte Februar erhoben, bevor die Coronakrise in Deutschland akut wurde.

Infobox

Quelle: Kantar (ehemals Kantar EMNID-Institut) im Auftrag von chrismon

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Nicht dass es allzu bedeutsam wäre - aber ich wunderte mich etwas über die Klassifzierung der Umfrage von Kantar über die Entfernung Geburtsort-Wohnort. Dazu zwei Fragen:
1. Wie verträgt sich die Gruppe "Ich bin in einem anderen Land geboren" mit der Gruppierung nach Entfernung Geburtsort-Wohnort?? Als Bewohner des Dreiländereckes Deutschland-Schweiz-Frankreich kenne ich jede Menge Menschen welche im Ausland geboren wurden und trotzdem keine 20 Kilometer vom Geburtsort entfernt wohnen! Und spätestens in der Gruppe "Mehr als 500 Kilometer" sollten sich auch in Japan oder auf Hawaii geborene wiederfinden? Keine überzeugende Einteilung der Gruppen.
2. Und gemäß Kantar-Umfrage (in Ihrem Download erhältlich) wird unterschieden nach Alter sowie Ost-West ...
Wer also älter ist als 30 Jahre, und in "Ost" geboren wurde, zählt der/die als "in einem anderen Land geboren", oder korrekter gefragt - sind wir nicht alle in einem anderen Land geboren - seit der Wiedervereinigung?

In Summe - diese Vermischung von geographischer Entfernung mit kultureller/politischer Entfernung - was will die Umfrage denn nun eigentlich zeigen?

Aber wie gesagt - nicht so wichtig, und auch kein Leserbrief. Vielleicht bei zukünftigen Umfragen die Ziele bzw. die Methodik etwas besser hinterfragen.

MfG, Heinrich Ehrmann.

PS: Nur zur Klarstellung - ich lese Chrismon regelmäßig und gerne.

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