ChatGPT
"Wir erliegen einer großen Illusion"
Das Unternehmen hinter ChatGPT versprach Gemeinwohl. Jetzt setzt es auf Werbung. Medienwissenschaftler Björn Staschen erklärt im Interview die Gefahren großer KI-Konzerne und zeigt Alternativen auf
Large banners with a ChatGPT advertising campaign in Chicago
Große Banner mit ChatGPT-Werbekampagnen in Chicago. Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, bald auch Werbung innerhalb des Chatbots auszuspielen
Jamie Kelter Davis/NYT/Redux/laif
02.02.2026
5Min

chrismon: OpenAI vertritt mit ChatGPT seit Jahren das Narrativ, Künstliche Intelligenz als gesellschaftliches, demokratisches Gut zu entwickeln. Nun hat das Unternehmen verkündet, in den USA eine Testphase mit Werbung zu starten. Ist dieses Narrativ damit endgültig zerfallen?

Björn Staschen: OpenAI entlarvt sich damit endgültig als ein ganz normales, maximal gewinnorientiertes Unternehmen, das sich gesellschaftlichen Nutzen nur so lange auf die Fahne schreibt, wie es dem Wachstum hilft. OpenAI war einmal gemeinnützig organisiert und hatte zugesagt, Forschungsergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. Von diesen Zusagen ist das Unternehmen längst zurückgetreten.

Es gibt Berichte über einen möglichen Börsengang. Spielt das aus Ihrer Sicht eine zentrale Rolle?

Absolut. OpenAI folgt, soweit man das von außen beurteilen kann, einer einzigen Maxime: Scale, also massives Wachstum. CEO Sam Altman ist bekannt dafür, alles immer verzehnfachen zu wollen. Die Einführung von Werbung ist deshalb nur der nächste für ihn folgerichtige Schritt. Er will die Gewinne maximieren, auch um die Milliardeninvestitionen zurückzahlen zu können, die Geldgeber in das Unternehmen gesteckt haben.

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